Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Legion Of The Damned: Descent Into Chaos

Zum fünften Mal mit der Schädeldecke durch die Betonwand
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 43:42
Release: 07.01.2011
Label: Massacre Records

Es gibt weltweit vermutlich kaum eine andere Band, die einen derart brutalen Hybrid aus Thrash und Death Metal erschaffen hat wie die Knüppel-Truppe aus dem Land der Windmühlen und Holzschuhe, die da heißt: Legion Of The Damned. Die sind nach mittlerweile schon vier starken Album längst kein Geheimtipp mehr und haben es nicht nur geschafft, sich im harten Geschäft der Metal-Gemeinde zu etablieren, sondern sind inzwischen zumindest von ihrer treuen Fanbase in den verdienten Kultstatus erhoben worden. Da bleibt natürlich die Frage, ob das neue nunmehr fünfte Album noch genauso hungrig und bissig daherkommt wie die vorangegangen Höllenhunde.

Dass sich thematisch nicht viel geändert hat bei den Jungs, wird gleich mit dem apokalyptischen Intro, das bereits stark an den Vorgänger „Cult Of The Dead“ erinnert, klargemacht und so kommt auch der Opener „Night Of The Sabbath“ im für die Legion typischem Turbo-Galopp mit brachialem Headbanger-Thrash daher. Die Gitarre ist wie gewohnt tight, die Riffs wie immer unglaublich eingängig und der Schlagzeuger ist wie schon jeher einfach ein richtiges Tier. Über all dem kreis(ch)t dann die unverwechselbare Krächz-Stimme von Maurice, die einem das Knochenmark erzittern lässt. Die Holländer sind sich in jeder Hinsicht treu geblieben, was zwar bedeutet, dass es hier keine großartige Innovation zu hören gibt, aber dennoch beinharten und kompromisslosen Thrash, der im internationalen Vergleich immer noch zur qualitativen Speerspitze des Genres zählt. Nur wenige Bands im Thrash schaffen den Spagat zwischen altbewährter Formel und modernem, mächtigem Klang so gut wie die Legion der Verdammten.

Ob nun stampfende Kopfschüttel-Tracks wie unter anderem „Shrapnel Rain“ oder „In-Die-Fresse“-Granaten wie die Up-Tempo-Nummer „Holy Blood, Holy War“, die Legion liefert einfach den perfekten Soundtrack zum Moshpit. Es handelt sich um Musik zum Abgehen, bei der man am liebsten mit der Schädeldecke durch die nächste Betonwand stoßen möchte. Allerdings, so gut wie die Testosteron-schwangere Arie aus dem Nachbarland auch funktionieren mag, muss man dennoch hier und dort die mangelnde Abwechslung und die Tatsache betrachten, dass man alle fünf Alben der Band hintereinander abspielen könnte, ohne zwangsweise die Übergänge zu erkennen. Dass die Fans der Legion sich daran aber nicht stören, sondern eher das Gegenteil der Fall ist, ist aber bekanntlich auch kein Geheimnis, und mit einem Song wie „Lord Of The Flies“ geht man schon auch in eine etwas komplexere Richtung und klingt sogar ein bisschen nach den Legenden von Exodus. Dies ist eine Entwicklung, die man sich durchaus notieren sollte und die vor allem auch ausbaufähig ist.

Alles in allem ist „Descent Into Chaos“ ein Beweis dafür, dass die Holländer noch lange nicht satt sind und weiter auf höchstem Niveau die Keule schwingen. Auch wenn es hier und dort ein paar nette neue Ideen zu hören gibt, hat man zwar nicht viel experimentiert, aber man hat eben auch nicht nachgelassen. Wer sich also selbst schon länger zu den Verdammten zählt, wird mit der Scheibe viel Freude haben, denn sie macht einfach Spaß und das ist eigentlich auch der Sinn der Sache.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands