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Lee’s Request: Aggressive Past

Pflichtkauf für alle unverbesserlichen Krachfetischisten
Wertung: 9.5/10
Genre: Grindcore
Spielzeit: 22:03
Release: 07.01.2011
Label: Finest Noise

Lee’s Request – noch nie gehört? Geht ja auch gar nicht, denn erstmalig haben sich zu diesem Projekt ein paar Musiker aus dem Pott zusammengetan, um ein paar Szenebereitern im Brutalgewerbe zu huldigen. Fans bekommen noch heute bei Frühwerken von Napalm Death, Terrorizer, Unseen Terror und Co. feuchte Augen und schwelgen in Erinnerungen. Nun kommt Yuppie Club-Frontgrunzer Lee daher, der sich ein paar Mitstreiter krallte und zehn eng am Original anliegende Songmonster vertonte.

Stören die gesprochenen Intermezzi auf fast jeder CD, lockern sie hier das Ganze kurzerhand auf und bleiben angenehm unaufdringlich. Dazu passt das von Tom Angelripper beigesteuerte „Früher war alles besser…“ genauso hervorragend wie das Zitat einer der größten Wegbereiter extremer Musikauswüchse – John Peel.

Schon beim Opener steht die Gänsepelle in Rekordzeit – genau so müssen sich Hardcore-Gitarren anhören, genau so grunzt man sich unweigerlich in die Köpfe der Fans, und wer Lee mit seiner eigentlichen Kapelle Yuppie Club erlebt hat, spricht auch nicht mehr vom Plagiat oder uninspirierten Weicheiern, sondern lüftet die Pommesgabel zum Gruße und nickt wohlwollend zur brachialen Mucke.

Negatice FX, Master, oder aber auch die damals Maßstäbe setzenden Heresy – Freunde des harten Geschmacks, wird es nicht Zeit, die alten Schätzchen aus dem Plattenregal zu fingern? Dort stehen sie nicht? Nun denn, dann liegt mit „Aggressive Past“ eine wunderbare Hommage vor, die brutal und kurzweilig zugleich den Schädel spaltet. Vom Aggro-Brecher „Strategic Warhead“ (im Original von Terrorizer), schleppenden Monsterriffs wie bei „Evolved As One“ (Napalm Death), oder aber auch grindigen Attacken wie „Murder“ (Extreme Noise Terror), das alles im besten Soundgewand – kaum hat man die CD eingelegt, da sind die knapp 22 Minuten auch schon wieder vorbei.

Cover-Alben sind ja nichts Neues mehr, aber wenn sie so authentisch und brutal daher kommen wie „Aggressive Past“, dann haben Lee und Co. alles richtig gemacht. Besondere Grüße gehen da an Andy Brings, der endlich sein aktuelles Weichspülprogramm unterbrochen hat und hier die Bassparts und herrlich fiese Gitarrensoli beisteuerte. Und genauso einen schönen Gruss von Unseen Terror für das geklaute ‚s’. Zwar könnte man monieren, dass die Spielzeit doch ein wenig zu kurz sei, doch die Jungs kommen einfach auf den Punkt und liefern null Lückenfüller. Da hilft nix: Pflichtkauf für alle unverbesserlichen Krachfetischisten – und jetzt ab zur Repeattaste.

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