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Led Zeppelin: The Song Remains The Same

Nicht die besten Zeppelin-Live-Aufnahmen, aber auch nicht die schlechtesten
keine Wertung
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 99:45/131:55
Release: 21.09.1976
Label: Swan Song Records

Die Live-Aufnahmen des Soundtracks zu Led Zeppelins Film „The Song Remains The Same“ sind vielleicht nicht die besten der Band, die schlechtesten allerdings auch nicht. Da die Briten stets mindestens zweieinhalb bis drei Stunden spielten und bis zum Abwinken tourten, ist die Qualität ihrer Konzerte oft sehr schwankend. An manchen Abenden spielten sie alles in Grund und Boden, an anderen wirkten sie müde, erschöpft und lustlos, was natürlich zu einem nicht unerheblichen Teil auch am Drogenkonsum lag.

Bei „The Song Remains The Same“ – lange Zeit das einzige offizielle Led-Zeppelin-Live-Dokument – sind sicherlich auch einige Spielfehler herauszuhören, die aber nicht stören, sondern eher die Authentizität des Live-Erlebnisses unterstreichen. Das Live-Feeling kommt gut herüber, viel besser als bei vielen heutigen nachträglich aufgemotzten, seelenlosen Produktionen. 

Alle Phasen der Bandgeschichte bis zum damaligen Zeitpunkt sind abgedeckt, die einheizenden Rocker „Celebration Day“ und „Rock And Roll“ fehlen ebenso wenig wie der fetzige Titeltrack und ein ausgiebiges Schlagzeugsolo, das in den Siebzigern genau wie überlange Gitarrensoli einfach dazu gehörte, und auf diesem Doppeldecker mit etwa 13 Minuten noch verhältnismäßig kurz ist, wenn man bedenkt, dass „Moby Dick“ gerne auch mal 40 Minuten dauern konnte. 

Ebenso enthalten sind eine halbstündige Version des düster-mystischen „Dazed And Confused“, der „Rain Song“ und die Klassiker „Stairway To Heaven“ und „Whole Lotta Love“ (inklusive ausgiebigem Rock-and-Roll-Medley), die natürlich nicht fehlen dürfen.

Für mich herausragend auf diesem Album ist jedoch ganz klar die Performance von „No Quarter“. Auch dieses in der Studioversion nur sieben Minuten lange Stück war live gerne mal 20 Minuten lang und Jones’ Variante von „Moby Dick“: Hier konnte er sich am Keyboard austoben und das Publikum mit psychedelischen E-Piano-Sounds in einen kollektiven Rausch versetzen.
Die hier vorliegende Version besticht durch einen besonders gelungenen Aufbau und ein grandioses Gitarrensolo von Jimmy Page.

Insgesamt sollte jeder bei diesem historischen Dokument zuschlagen. Mir selbst macht der Soundtrack mehr Spaß als der Film, da man bei dem Album wenigstens nicht durch die peinlichen Fantasysequenzen gestört wird. Bei der neu gemixten Version von 2007 sind mit „Black Dog“, „Over The Hills And Far Away“, „Misty Mountain Hop“, „Since I’ve Been Loving You“, „The Ocean“ und „Heartbreaker“ noch sechs weitere Stücke am Start, die auf dem Originalsoundtrack nicht vorhanden sind. Es sei jedoch angemerkt, dass bei diesem neuen Mix einige Stellen umgeschnitten wurden; bei „No Quarter“ fehlt beispielweise ein Teil des spannenden, sich steigernden Keyboard/Drum-Part. 

Allen Interessierten an Zep-Live-Material seien außerdem noch die 1997 erschienenen „BBC Sessions“ ans Herz gelegt, die aus den Jahren ’69 und ’70 stammen, als die Band noch ganz jung und hungrig war und die dementsprechend unheimlich erfrischend klingen.
 
Auch die 2003 veröffentlichte Doppel-DVD, schlicht „DVD“ genannt, und die im gleichen Jahr herausgebrachte Dreifach-CD „How The West Was Won“ seien an dieser Stelle empfohlen. Wer noch tiefer in die Zep-Materie eintauchen will, sollte sich außerdem mal nach Bootlegs umsehen. Led Zeppelin sind eine der meist gebootlegten Bands, was angesichts des rigorosen Vorgehens des Managements gegen Bootlegger erstaunlich ist; dennoch gibt es von fast jedem Konzert mindestens ein Bootleg.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann