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Led Zeppelin: Led Zeppelin

Musikhistorisch: Debüt einer Supergroup
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock
Spielzeit: 44:52
Release: 12.01.1969
Label: Atlantic Records

1968 gründeten vier Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, die Band Led Zeppelin: Jimmy Page, ein kompletter Gitarrist, der nicht nur – für damalige Verhältnisse – ziemlich virtuos und schnell spielen konnte, sondern, im Gegensatz zu vielen anderen Rockgitarristen damals, auch die Akustikklampfe sehr gut beherrschte. An Bass und Keyboards John Paul Jones, ein Vollprofi von einem Musiker und stets die Souveränität in Person; Robert Plant, der mit einer einzigartigen, rauchig-bluesigen Rockröhre gesegnet war, am Mikro und am Schlagzeug John Bonham, der mit einer Energie und Power auf sein Kit einprügelte, wie die Menschheit es noch nicht gesehen hatte. 

Irgendwie schien dieses Quartett eine Einheit zu bilden, die sich perfekt ergänzte und die bereit war, die Musikwelt im Sturm zu erobern. Jimmy Pages erste zwei Anschläge der Gitarre beim Opener „Good Times, Bad Times“ sind bereits ein Paukenschlag, der die Marschroute festlegt: Bluesrock auf einem ganz neuen Niveau – die Band definierte das Genre auf dem selbstbetitelten Debüt mit ihrem lauten Sound und ihrem einzigartigen Stil neu; niemand hatte bis dato auch nur annähernd so heavy geklungen. Man kann sich vorstellen, dass amerikanische Jugendliche, die auf der Suche nach neuen musikalischen Extremen waren, hellauf begeistert waren.

Mit dem energiegeladenen „Communication Breakdown“ und dem Riff-betonten „How Many More Times“ sind auf dem Debüt zwei Klassiker zu finden, die durchaus für den Wahrheitsgehalt der viel verbreiteten Ansicht sprechen könnten, dass Led Zeppelin die Initatoren des Headbanging waren. 

Die Coverversionen von „You Shook Me“ und „I Can’t Quit You Baby“, bei denen die Musiker in den Solopassagen ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen können, zeigen dagegen, wie stark die Wurzeln der Band im Blues liegen. Kritiker meinen ja ohnehin, die Gruppe hätte sich beim Songmaterial der alten Meister des Blues in mehreren Fällen ziemlich dreist bedient, aber wirklich geklaut ist auf dieser Scheibe vor allem das düstere, unheilschwangere „Dazed And Confused“, bei dem zwar der Name Jimmy Page druntersteht, das aber eigentlich von einem Folksänger namens Jake Holmes komponiert wurde. Er verklagte die Band allerdings nie und „Dazed And Confused“ würde noch jahrelang auf Led Zeppelins Setlist stehen.

Bei „Babe I’m Gonna Leave You“ präsentieren Jimmy Page und Co. einen beeindruckenden Wechsel zwischen traurigen, sanften Akustikparts und heftigen, gandenlosen Hard-Rock-Sequenzen, die wie verzweifelte Ausbrüche daherkommen, in „Your Time Is Gonna Come“ kann John Paul Jones an der Orgel gänzen, und das kurze, sich gut einfügende Instrumental „Black Mountain Side“ beweist, dass die Briten auch ruhiger können.

All das zusammen – die Blues-, Rock- und Folkelemente, die nie dagewesene Härte, die trotzdem immer noch Platz für akustische Klänge ließ – ergibt eines der wegweisendsten Alben der Rockgeschichte. Sicherlich klangen Led Zeppelin bereits auf ihrem zweiten Album strukturierter und sollten sich in Zukunft noch deutlich vielseitiger präsentieren, aber der Jungfernflug des Luftschiffs hört sich dafür noch wunderbar roh an und ist voller Energie eingespielt. Dass die Band hungrig war, ist schon hier erkennbar und sowohl für die eigene Entwicklung, als auch für die Entwicklung der Rockmusik im allgemeinen war dieses Album ein Meilenstein. Die Scheibe ist dank der druckvollen Produktion, die Jimmy Page hier und auch auf allen späteren Alben selbst besorgte, absolut zeitlos.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann