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Led Zeppelin: Led Zeppelin IV

Eins der größten Meisterwerke der Rockgeschichte
Wertung: 10/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 42:37
Release: 08.11.1971
Label: Atlantic Records

Was soll man zu einem der größten Meisterwerke in der Geschichte der Rockmusik noch großartig schreiben? Das unbetitelte vierte Album von Led Zeppelin ist ihr Magnum Opus. Diese Platte ist die Essenz der Experimente auf dem dritten Album und des harten Bluesrock auf den beiden ersten – plus ein paar neue Ideen. Die Band sprühte vor Kreativität und hatte eine LP aufgenommen, die eine so enorme stilistische Vielfalt bietet wie andere Combos sie in ihrer ganzen Karriere nicht auf die Reihe kriegen – und trotzdem klingt alles durchdacht, schlüssig und nachvollziehbar. 

„Black Dog“, das erste Stück, beinhaltet wieder mal eins dieser grandiosen Heavy-Riffs, die nicht mehr aus dem Ohr wollen, und das schmissige, fetzige „Rock And Roll“ macht seinem Namen alle Ehre – hier wird von der ersten bis zur letzten Note gerockt. Aus diesem Grund war der Song wohl auch öfters mal der Set-Opener bei Zeppelin-Shows, denn damit konnte man den Zuschauern gleich mächtig einheizen.

Mit dem folgenden „The Battle Of Evermore“, welches Robert Plant mit der 1978 verstorbenen Sandy Denny zusammen einsang, hat die Band ein absolutes Ass im Ärmel und überrascht mit einer folkigen, aber trotzdem sehr epischen Akustikballade. Einfach nur genial, wie sich die Stimmen immer höher schrauben und diese Klänge, die Jimmy Page und John Paul Jones da ihrer Gitarre bzw. Mandoline entlocken – fabelhaft!

Zu „Stairway To Heaven“ muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren: Für mich immer noch der beste Song, der je geschrieben wurde; die göttlichste Traumreise in der Musikhistorie, der geilste Songaufbau, den es je gegeben hat, das beste Gitarrensolo aller Zeiten und dazu ein märchenhaft-metaphorischer, kryptischer Text, der zu der Aura dieses Übersongs bestens passt. Manche mögen sich an diesem Stück ja bereits überhört haben – weswegen es in vielen Musikläden in den USA sogar mal verbannt wurde –, aber auf Beerdigungen läuft es immer noch in aller Welt und wenn man sich darin fallen lässt, ist es immer noch pure Gänsehaut!

Die zweite Seite beginnt mit „Misty Mountain Hop“, bei dem die Band wieder mehr in die rockige Ecke geht. Das markige Main-Riff, das auf eine psychedelische Blumenkinder-Atmosphäre trifft, zeigt dem ganzen Pseudo-Hippie-Gedudel à la Mamas & Papas, was eine Harke ist.

Bei „Four Sticks“ offenbart sich wie schon bei „Friends“ auf dem Vorgängeralbum die Vorliebe Led Zeppelins für orientalische Klänge. Bemerkenswert schlüssig wurden diese Passagen zwischen ein simples Heavy-Riffing eingebettet und auch der Sythie-Part fügt sich glänzend ein. 

Es folgt mit „Going To California“ eine der wohl schönsten Akustikballaden, die es gibt. Herrlich melancholische Gesangslinien und sanfte Gitarren- und Mandolinenklänge treiben einem die Tränen in die Augen und sorgen für eine wehmütige, aber gleichzeitig unheimlich friedliche Stimmung. Wundervoll!

„When The Levee Breaks“ ist dann der Rausschmeißer des Albums. Plants jaulende Mundharmonika, Bonhams krachendes Schlagzeug, Jones’ hypnotische Bassline und Pages Silde-Gitarre – all das fügt sich zu einem kraftvollen, dreckigen Blues, der alles gnadenlos plattwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Der perfekte Abschluss für dieses an Facettenreichtum wirklich nicht zu überbietendem Album. Led Zeppelin hatten sich selbst ein Denkmal gesetzt und natürlich ist es bezeichnend, dass gerade dieses Album keinen wirklichen Titel trägt (Page wollte dies so, weil er meinte, die Musik solle für sich sprechen, Namen bedeuteten nichts – 23 Platinauszeichnungen in den USA gaben ihm recht), und dass vom vierten Meisterwerk der Briten besonders viele Songs zu Live-Standards avancierten. „Stairway To Heaven“ wurde von nun an bei jeder Show gespielt, „Going To California“ gehörte mit „That’s The Way“ zum festen Repertoire des Akustikteils und „Black Dog“ und „Rock And Roll“ durften eigentlich auch bei keinem Konzert fehlen.

Kurzum: Led Zeppelins bestes und berühmtestes Album (und das nicht ausschließlich wegen „Stairway“), das in keinem gut sortierten Plattenschrank oder CD-Regal fehlen darf.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann