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Led Zeppelin: Led Zeppelin III

Akustischer und experimenteller als die beiden Vorgänger
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 43:04
Release: 05.10.1970
Label: Atlantic Records

Der dritte Streich von Led Zeppelin ist um einiges folkiger orientiert als die beiden Vorgänger, was wohl auch an der Umgebung liegt, in der ein Großteil des Songmaterials entstand. Man hatte sich aufs Land, in eine walisische Bauernhütte namens „Bron-Yr-Aur“ zurückgezogen, um dort nach der letzten anstrengenden Tour auszuspannen und offenbar wirkte sich dies auf die Musik aus.

Zwar startet auch „Led Zeppelin III“ mit einem Riff-lastigen Rocker, wie schon das Debüt und das Zweitlingswerk – und „Immigrant Song“ ist noch ein gutes Stück simpler als „Good Times, Bad Times“ oder „Whole Lotta Love“, fordert allerdings ordentlich zum Headbangen auf –, aber bereits der zweite Track „Friends“ birgt mit seinen Akustikgitarren und dem orientalischen Streicherarrangement eine gänzlich andere Atmosphäre. Hier zeigt sich auch erstmals deutlich, wie später noch öfters der Fall – besonders auch bei Jimmys und Roberts Solokarriere –, Led Zeppelins Faible für orientalische Musik.

Etwas rockiger geht es dann wieder bei „Celebration Day“ zu, bevor sich mit dem dramatischen „Since I’ve Been Loving You“ einer besten Zep-Songs überhaupt ankündigt. Eine bluesige, sich steigernde Ballade, mit Gänsehaut verursachenden Orgelklängen von Jones ausgestattet, und von Robert Plant technisch exzellent, emotional und voller Dramatik vorgetragen. 

„Out On The Tiles“ weiß dann nicht so wirklich zu begeistern und rockt bei weitem nicht so mitreißend wie „Immigrant Song“ oder „Celebration Day“, während das folgende „Gallows Pole“, ein traditioneller Folk Song, mit seinem spannenden Aufbau und dem facettenreichen Arrangement mehr als nur zu gefallen weiß. Der Song ist mit der Mandoline und den vereinzelten Streichereinlagen richtig tanzbar, verströmt Western-Flair und steigert sich immer mehr an Tempo bis hin zur Raserei.

Dagegen handelt es sich bei dem sehnsüchtig klingenden „Tangerine“ um eine traurige, aber sehr schöne Ballade, bei der Pages Pedal-Steel-Gitarre das Salz in der Suppe ist. Mit diesem Stück, das noch aus Jimmys Yardbirds-Zeit stammt, ist dann auch endgültig der Akustikteil des Albums eingeläutet, denn es folgen das ebenso träumerische wie traumhafte „That’s The Way“, das sich für mich nach Frühling anhört, der mit einfacher Bassdrum unterlegte, aber von Akustikgitarren getragene Mitklatsch-Song „Bron-Y-Aur Stomp“, und zuletzt das etwas seltsame „Hats Off To (Roy) Harper“, bei dem Jimmy Page seine Akustikgitarre mit einem Bottleneck bearbeitet und Robert Plants Gesang auf merkwürdige Art verfremdet wurde.

Auch wenn ich mit diesem Track und mit „Out On The Tiles“ auch nach Jahren immer noch nicht viel anfangen kann, ist „Led Zeppelin III“ zumindest das wohl vielseitigste Album der Band bis zu diesem Zeitpunkt. Die Gruppe versuchte neue Wege zu gehen, experimentierte munter herum und musste sich dafür dem Spott der Presse gegenüber sehen, die höhnte, es sähe so aus, als mutierten Led Zeppelin zu einem Crosby, Stills, Nash & Young-Abklatsch. 

Letzten Endes wurden die Briten durch den Erfolg allerdings einmal mehr bestätigt und heute kann man nur den Hut ziehen angesichts dieser Wandlungsfähigkeit. Wie wenig später auch Deep Purple mit „Fireball“ legten Led Zep ein experimentelles, vielleicht leicht progressiv angehauchtes, in jedem Fall interessantes Album vor, auf dem es eine Menge zu entdecken gibt.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann