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Led Zeppelin: Led Zeppelin II

Klare Steigerung zum tollen Debüt
Wertung: 10/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 41:28
Release: 22.10.1969
Label: Atlantic Records

Die zweite Zeppelin-Scheibe – in Fan-Kreisen auch „Brown Bomber“ genannt –, die noch im gleichen Jahr erschien wie die erste, zeigt bereits eine deutliche Weiterentwicklung der Band; irgendwie klingt das Ganze strukturierter und durchdachter.

Das Main-Riff des Openers „Whole Lotta Love“ ist zwar simpel, aber umso effektiver und sicherlich neben „Smoke On The Water“ von Deep Purple eines der bekanntesten Gitarrenriffs der Rockgeschichte. Live wurde der Song gerne mal mit einem Blues-Medley angereichert und beim Zwischenpart, in dem Robert Plant einen Orgasmus imitiert, brachte Page auf der Bühne gerne sein Theremin zum klingen.

„What Is And What Should Never Be“ besticht durch Jimmys wunderbare Slide-Gitarre, eine geniale Bassline und überhaupt eine grandiose Dynamik. Textlich verarbeitet Plant hier eine Affäre mit der jüngeren Schwester seiner Frau – interessant, wenn man sich ansieht, dass sich mit der wunderschönen, mit warmen Orgelklängen verzierten Ballade „Thank You“ eine Liebeserklärung an seine Ehefrau Maureen auf demselben Album findet.

Letzteres leitet dann zu „Heartbreaker“ über, dessen Main-Riff wie „Whole Lotta Love“ einen äußerst hohen Bekanntheitsgrad in der Welt des Rock’n’Roll genießt und ebenfalls ein recht beliebter Live-Song der Zeps war.

Das kurze, aber einprägsame „Livin’ Lovin’ Maid (She’s Just A Woman)“ handelt von einem Groupie, das der Band irgendwann auf die Nerven fiel und bildete die B-Seite zur Single von „Whole Lotta Love“, das weitestgehend von Akustikgitarren dominierte „Ramble On“ mit seinem von Tolkien inspirierten Text zeigt die Band von ihrer Hippie-Seite und offenbart die folkige Ader Led Zeppelins, und das Schlagzeugstück „Moby Dick“ ist mit seinen vier Minuten nur die rudimentäre Version von dem, was John Bonham so manches Mal auf der Bühne abgehen ließ. Live konnten seine Soli durchaus mal 40 Minuten dauern und hin und wieder kam es sogar vor, dass er sich, wenn er anfing, wie ein Irrsinniger mit bloßen Händen auf Becken, Toms und Snare einzukloppen, die Hände blutig schlug. 

„Bring It On Home“, bei dem Robert Plant die Mundharmonika auspackt und „The Lemon Song“, wo er die alte Sexualmetapher „squeeze my lemon, until the juice runs down my leg“ zum Besten gibt, sind dann zwei weitere Verneigungen Led Zeppelins vor den alten Blueshelden, ähnlich wie auf dem Debüt „You Shook Me“ und „I Can’t Quit You Baby“.

„Led Zeppelin II“ ist einer der großen Klassiker der Rockgeschichte, der die Band endgültig auf den Thron des Rock’n’Roll hievte; allein durch „Whole Lotta Love“ wurde sie schon jetzt unsterblich. Auf dem Debüt war wegen des Verschmelzens vieler verschiedener Elemente ein eigener Stil bereits klar erkennbar, die hier dargebotenen Arrangements, das reifere Songwriting und auch der noch bessere Sound zeigen jedoch wie erwähnt eine eindeutige Weiterentwicklung, die dem tollen Erstlingswerk noch einen draufsetzt. Robert Plant singt wie ein junger Gott und musste im Prinzip schon im zarten Alter von 21 Jahren den Titel als beste weiße Bluesrock-Stimme verliehen bekommen. 

Das Ganze ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass das meiste Material auf Tour komponiert und aufgenommen wurde.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann