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Led Zeppelin: Houses Of The Holy

Kaum schlechter als der übermächtige Vorgänger
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 40:54
Release: 28.03.1973
Label: Atlantic Records

Ein noch höheres Niveau als bei dem übermächtigen, genialen, unbetitelten vierten Album, ist praktisch nicht mehr möglich, aber Led Zeppelin haben es trotzdem irgendwie geschafft, dieses Level zumindest zu halten.

Allein „The Song Remains The Same“ ist ein kleines Meisterwerk für sich. Jimmy Page träumte schon lange von einem Stück, bei dem mehrere Gitarrenspuren stimmig übereinander gelegt werden, von denen aber trotzdem jede einzeln für sich steht. Genauso klingt der Opener von „Houses Of The Holy“: ein fulminantes, Fanfaren-artiges Gitarrenfest, mitreißend, temporeich und erneut mit einem östlichen Touch versehen. Überflüssig zu erwähnen, dass der Track sofort zu einem weiteren Live-Standard der Band wurde.

Dem gegenüber steht „The Rain Song“, eine herzzerreißende Ballade, die durch das Mellotron noch an Wärme gewinnt und eine schwelgerische, romantische Atmosphäre verbreitet. Sehr schön, wie Jones’ filigranes Klavierspiel den Ausbruch im letzten Teil untermalt.  

Bei dem Ohrwurm „Over The Hills And Far Away“ wird dann erneut auf superbe Art das Zusammenspiel von folkigen Akustikpassagen und eingängigen Riffs zelebriert, mit dem ordentlich groovenden „Dancing Days“ steht eine dem Titel entsprechend sehr tänzerische Nummer zu Buche, und der letzte Song „The Ocean“, zu dessen Text Robert Plant von der Menschenmenge, die er bei den Shows von der Bühne aus sah und die ihm wie ein Ozean vorkam, inspiriert wurde, macht von der ersten bis zur letzten Sekunde Laune. 

Doch auch auf ihrem fünften Output scheuen sich Led Zeppelin nicht davor, zu experimentieren, ohne sich dabei allerdings jedesmal zu ernst zu nehmen: „The Crunge“ geht in die Funkrichtung, hat einige spacige Synthesizerklänge am Start und beinhaltet einen belanglosen, aber eben nicht wirklich ernst zu nehmenden Text, der dadurch entstanden sein soll, dass Plant und Bonham irgendwann auf dem Weg zum Studio anfingen, prollig zu reden, was sich schließlich in gewisser Weise auf die Lyrics dieses Songs niederschlug. 

Auch bei „D’yer Mak’er“ arbeitet man mit Einflüssen, die bisher noch nicht verwendet wurden, in diesem Fall Raggae. Die Presse fiel zwar gerade über dieses Stück fürchterlich her und nannte es eine u. a. „Blödelpop-Nummer“, nur wurde auch hier nicht berücksichtigt, dass das Ganze nicht bierernst zu nehmen ist. Hörenswert ist der Song jedenfalls.

Das eigentlich Highlight der Platte markiert aber wohl das genau siebenminütige „No Quarter“. Ein völlig untypischer Song mit Synthesizer-Bass und schaurig-verfremdeten, beklemmenden Vocals. Der Track verbreitet eine unwiderstehlich mystische und kalte Atmosphäre, passend zu Textpassagen wie „the winds of Thor are blowing cold“ oder „walking side by side with death/the devil mocks their every step“. Dieses mit einem geheimnisvoll klingenden Pianosolo ausgestattete, düstere Epos wurde live gerne auf 15 bis 20 Minuten ausgedehnt und stellt definitiv einen der bedeutungsvollsten Zeppelin-Songs überhaupt dar.

Insgesamt können Jimmy Page und Co. auch mit dem fünften Album vollends überzeugen, was von den damaligen Medien fast schon naturgemäß anders gesehen wurde, die einen heutigen Klassiker wieder einmal in der Luft zerrissen. 

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann