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Led Zeppelin: Coda

In der Qualität schwankende Zusammenstellung von Outtakes
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Rock, Bluesrock, Folk Rock
Spielzeit: 33:03
Release: 19.11.1982
Label: Swan Song Records

Als richtiges Album kann das 1982 erschienene „Coda“ eigentlich nicht bezeichnet werden, vielmehr handelt es sich um eine kleine Compilation verschiedener, bisher unveröffentlichter Songs aus unterschiedlichen Phasen der Band. Das meiste Material besteht aus Outtakes voriger Sessions – dementsprechend ist der Sound der Stücke sehr verschieden und es gibt keine wirklich nachvollziehbare Linie, die sich durch die Platte zieht. Auch die Qualität des Songwritings ist recht unterschiedlich, neben einigen sehr gelungenen, hörenswerten Stücken ist auch einiges dabei, das noch unfertig und unausgegoren klingt. Aber der Reihe nach:

„We’re Gonna Groove“ ist eine recht frühe Aufnahme vom 9. Januar 1970 (Jimmy Pages 26. Geburtstag) aus der Londoner Royal Albert Hall. Dieses ordentlich Dampf machende Cover von Ben E. King wurde von der Band in ihrer Frühphase oft auf Konzerten gespielt, jedoch nie auf einer Platte untergebracht. Die vorliegende Version wurde live aufgenommen, im Studio aber durch ein paar Gitarren-Overdubs aufgepeppt.

„Poor Tom“ stammt aus den Sessions zu „Led Zeppelin III“, was dem folkigen Flair des Songs deutlich anzuhören ist. Ein netter Track mit entspanntem Shuffle-Groove und lockeren Mundharmonikaklängen.

Das nachfolgende „I Can’t Quit You“ gehört ebenfalls zu den gelungenen Nummern auf „Coda“. Eine starke Performance dieses unkaputtbaren Willie-Dixon-Klassikers, besonders vor dem Hintergrund, dass sie bei einem Soundcheck festgehalten wurde.

„Walter’s Walk“ dagegen markiert den ersten klaren Schwachpunkt des Albums. Der Song wurde 1972 während der „Houses Of The Holy“-Sessions aufgenommen und klingt irgendwie unausgegoren und im Gesamtsound dumpf und zerrissen. 
Roberts Vocals hören sich allerdings ziemlich anders an als auf Led Zeppelins fünftem Studioalbum und kommen eher seinem Gesangsstil auf „Pictures At Eleven“ (dem ersten Soloalbum des Zep-Frontmanns, das ebenfalls 1982 erschien) nahe, weswegen manche darauf spekuliert haben, dass die Gesangsparts von „Walter’s Walk“ aus den frühen Achtzigern stammen und möglicherweise erst während der Zusammenstellung von „Coda“ aufgenommen wurden.

Bei „Ozone Baby“ und „Darlene“ handelt es sich um zwei Outtakes aus den Recordings zu „In Through The Out Door“, die unterschiedlicher in ihrer Qualität nicht sein könnten. Während „Ozone Baby“ durch das penetrante „she’s my love, my own true love“ schnell zu nerven beginnt, macht das rock’n’rollige, verspielte „Darlene“ mit Jones’ filigranen Pianoläufen und dem rockigen, energetischen Abgeh-Part am Ende unheimlich viel Spaß und ist vielleicht das beste Stück auf „Coda“. Ein echtes Juwel, das es durchaus verdient gehabt hätte, auf „In Through The Out Door“ zu landen.

Das Schlagzeug-Stück „Bonzo’s Montreux“ muss dann wohl als reines Experiment betrachtet werden. Ganz lustig gemacht mit den elektronischen Verfremdungen, den Steel-Drum-Sounds und den Spannungspausen, aber wirklich essentiell ist der Track nicht.

„Wearing And Tearing“ schließlich ist bereits der letzte Song des nur etwas über eine halbe Stunde dauernden „Coda“ und der dritte Outtake aus den „In Through The Out Door“-Sessions. Ein recht treibendes Stück mit eingängigem Refrain, insgesamt aber trotz guter Ansätze auch ein wenig unausgegoren.

Fazit: Wie erwähnt lässt sich die Platte nicht so gut beurteilen, da hier vieles eben nur Stückwerk ist, was aber in der Natur der Sache liegt, wenn man Songs aus verschiedenen Phasen auf ein Album packt. Zumindest hätte die Angelegenheit etwas länger sein dürfen, denn 33 Minuten sind fast schon ein Witz. Page behauptete zwar, es sei schwer gewesen, ausreichend Material zu finden, aber so richtig glauben kann man das nicht, denn die spätere 10-CD-Box „The Complete Studio Recordings“ enthält eine Sonderedition von „Coda“, auf der mit dem Gitarreninstrumental „White Summer“, der B-Seite „Hey Hey What Can I Do“, dem von einer Slide-Gitarre geprägten „Travelling Riverside Blues“ und der Ballade „Baby Come On Home“, vier weitere Tracks zu finden sind. Eine solche Veröffentlichungspolitik riecht gewaltig nach Abzocke, denn meines Wissens kann man diese erweiterte Version des Albums nicht einzeln kaufen, es gibt sie nur innerhalb der Box. Wahlweise auch die vier Bonussongs auf anderen Compilations verteilt.

Punktabzug jedenfalls für die schwächeren Stücke und die kurze Spielzeit.

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