Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lay Siege: hopeisnowhere

Es mangelt an Stimmung
Wertung: 7/10
Genre: Post-Hardcore, Metalcore, Sludge
Spielzeit: 41:15
Release: 23.03.2015
Label: Lifeforce Records

Großbritannien hat mittlerweile eine recht ansehnliche Armada an (Metal-)Corebands hervorgebracht, angefangen bei den großartigen Bury Tomorrow über die wesentlich atmosphärischeren Devil Sold His Soul bis hin zu den mittlerweile schon von den Medien mit Handkuss übernommenen, meiner Meinung nach aber völlig überschätzten Bring Me The Horizon – das United Kingdom kann sich mittlerweile sehen lassen auf der Map of Metalcore. Lay Siege reihen sich ein in diese Aufzählung, stammen die Herren doch aus Northampton und damit aus den englischen Midlands, wobei man hier vor seinem inneren Auge direkt grünes Panoramaidyll vorbeiziehen sieht.

Besonders idyllisch geht es auf dem Erstlings-Full-Length der Band allerdings nicht zu, würzen die Briten doch ihren Post-Hardcore-/Metalcore-Mischling mit einem ordentlichen Schuss Sludge, der sich vor allem in der Gitarrenarbeit niederschlägt. Dabei erfinden Lay Siege jetzt nicht unbedingt das Rad neu; zwar liest sich die Kombination im ersten Moment recht exotisch, bei genauerem Anhören hört man auch den Spaß am Spiel heraus, wirklich frischen Input gibt es aber nur stellenweise.

Bereits im Vorfeld wurde die Single „Hollow Hands“ vorgestellt, die mit deutlichem Hardcore-Schlag daherkommt, lediglich die tief gestimmten Gitarren lassen vor allem in den Strophen den Sludge-Anteil erahnen – übrigens stellen Lay Siege hier ihren neuen Sänger Carl Brown vor, der auf dem 2012er Minialbum „Obolus“ noch nicht zu hören war. Da mir die alten Songs unbekannt sind, kann ich keinen Vergleich ziehen, aber wie eine schlechte Wahl klingt der neue Mann am Mikro keineswegs. Kräftig brüllt er sich einen Weg durch einen überraschend sphärischen Refrain, der dann letztlich wieder ein bisschen die Brücke zu den Kollegen von Devil Sold His Soul schlägt, auch wenn die eine ganze Spur filigraner zu Werke gehen.

Dass Lay Siege auch mal ganz anschmiegsam sein können, bestätigen dann die zarten Instrumentalparts in „The Illusion Of Choice“, das ansonsten recht knackig und aggressiv durch die Boxen kommt, was nicht zuletzt Carls überzeugender Vorstellung geschuldet ist. Nebenbei haben die Herren auch ein Händchen für einen guten Einstieg, „Irebot“ eignet sich nämlich perfekt für diesen Job – drückende Gitarren leiten die Platte ein, bevor Carl mit ordentlich Schmackes einsetzt und von knalligen Drums untermauert wird.

Songs wie „Black Cloud“ schleppen sich dann düster dahin, an sich technisch einwandfrei, der letzte Funke fehlt aber. Das ist übrigens ein generelles Problem auf „hopeisnowhere“ – technisch kann man nicht meckern, live versprühen die Songs sicherlich noch mal einen ganz anderen Spirit, aber auf Platte ist bald beim Großteil der Tracks die Luft raus. Das mag auch mit daran liegen, dass Lay Siege wenig Wiedererkennungswert besitzen, denn trotz des leichten Sludge-Einschlags bewegen sich die Jungs nun mal hauptsächlich im Metalcore und Post-Hardcore, wo neue Ideen bei der Menge an aktiven Bands allmählich Mangelware werden.

„hopeisnowhere“ ist eine gute Platte geworden, zu viel mehr kann man sich aber auch nach fünf Durchgängen nicht hinreißen lassen. Die Instrumentalfraktion ebenso wie der Sänger machen ihre Sache super, aber es fehlt einfach an einer gewissen Stimmung, die auf den Hörer überspringen sollte.

comments powered by Disqus