Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lavatch: Mental Deterioration

Nicht für jeden der passende Deckel
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore, Punk, Rock
Spielzeit: 33:57
Release: 31.03.2014
Label: Mudcore Records

Ich muss schon sagen: Hört man sich die neue und dritte Lavatch-Scheibe “Mental Deterioration“ zum ersten Mal an, schwirrt einem danach schon ein bisschen der Kopf. Kann an der Hitze liegen oder am etwas kruden Mix der Kölner aus Punk, Rock und Hardcore oder an der Kombination aus beidem, aber man braucht schon wesentlich mehr Durchläufe als diesen einen, um überhaupt mit einer ernst zu nehmenden Rezension beginnen zu können.

Scheppernd, keifend und prügelnd suchen sich die vier Herren (mittlerweile fünf, aber netterweise wird im Booklet auf das Fehlen von Bassist Andrew hingewiesen) ihren Weg durch Lautsprecher, Gehörgänge und Gehirnwindungen, die danach wirrer aussehen als vorher. Da muss man sich erstmal ordnen – und fängt wahrscheinlich bei Sänger Marco an, der ordentlich Dampf ablässt und sich dabei glücklicherweise nicht im Ton vergreift.

Dass hier aber nur Geschrubbe vorherrscht, beweisen solche Tracks wie „The Expandable Pawn“, das mit einem sehr stimmungsvollen Instrumentalintro Sicherheit vorgaukelt, bevor der Hörer wieder die volle Breitseite abbekommt. Aus tiefster Seele kommt das gebrüllte „You can’t hold us back, you can’t hold us down“, hier kommt dann auch deftig-heftig der Hardcore-Anteil durch, die Gitarren bekommen dafür in der zweiten Hälfte einen wesentlich düstereren Anstrich, was dem Sound der Kölner aber genauso gut steht wie das straighte Drauflos-Geschredder.

Auffälligster Track der Scheibe dürfte das finale „Emerald City“ sein, das sogar mit recht poppig anmutenden Gitarren beginnt, dem Bass ausnahmsweise etwas Dominanz einräumt und erst zögernd mit stolpernden Hardcore-Punk-Drums loslegt. Völlig unerwartet stoppt das Ganze plötzlich, Marco verlegt sich auf Sprechgesang und es kommt allen Ernstes ein Instrument ins Spiel, das verdächtig nach Cowbell klingt. Das gibt massig Pluspunkte, nicht nur, weil die Idee saugut ist, sondern weil hier nichts ins Lächerliche gezogen, sondern das überraschende Intermezzo wunderbar in den Song eingefügt wird, der danach natürlich wie gehabt losprügelt.

Generell ist es etwas schwierig, sich verschiedene Songs herauszupicken, weil von Anfang bis Ende in der knappen halben Stunde Laufzeit einfach wahnsinnig viel passiert. Dafür scheuen sich Lavatch aber auch nicht, wie beim recht rasanten „The Tide Is Turning“ auch mal das Tempo rauszunehmen und sich schleppend weiterzukämpfen.

„In Skills We Trust“, das können die Herren sich tatsächlich leisten, denn abgesehen vom Titel liefert dieser Song noch einige sehr metallische Gitarrenspuren, die sicherlich auch den Leuten zusagen werden, die mit dem Gesamteindruck sonst nicht so wahnsinnig viel anfangen können. Im Gegensatz dazu wälzt sich „Rise From The Dead“ stellenweise fast schon ein bisschen im Crustcore, ballert drum- und gitarrentechnisch ordentlich drauflos und klettert damit selbst für Albummaßstäbe auf ungeahnte Tempohöhen – nur um dann breakdownmäßig abzusinken und verschwitzte Leiber zurückzulassen.

Man muss es mögen, was die Kölner hier fabrizieren, ganz klar. Ich mag es. Und da bin ich sicher nicht die einzige.

0
comments powered by Disqus

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei