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Last One Dying: The Hour Of Lead

Solides Debütalbum
Wertung: 7/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 47:33
Release: 04.09.2009
Label: Good Old Boys Records

Metalcore-Bands gibt es wie Sand am Meer. Wie dieser Trend in den letzten Jahren von zig Plattenfirmen ausgeschlachtet wurde, ist schon reichlich nervig und kann dem Verfasser dieser Zeilen nur noch ein müdes Gähnen entlocken.

Mit dem Kölner Quintett Last One Dying haben wir nun eine weitere Gruppierung dieses Genres vorliegen, die mit „The Hour Of Lead“ ihr Debütalbum vorlegt, nachdem man 2006 bereits mit der EP „Anthems Of The Lost“ erstmals auf sich aufmerksam machen konnte. Natürlich werden sich jetzt viele nicht zu Unrecht die Frage stellen, ob die Welt tatsächlich eine weitere Metalcore-Kapelle braucht, doch sollte man nicht zu vorschnell urteilen und jeder Band eine Chance geben, bevor man sich erlaubt, seinen Senf abzugeben. 
Obwohl Metalcore nicht zu meinen Lieblingsgenres gehört, muss ich zugeben, dass Last One Dying mit Sicherheit eine der besseren Combos dieses Genres darstellen, da hier nicht wie bei so vielen Kollegen üblich in absolut unkreativer Manier die ewig gleiche Rhythmik verwendet und dieselben Riffs überstrapaziert werden, sondern zumindest über weite Strecken tatsächlich so etwas wie Songwriting, eingängige Melodien und überlegt ausgearbeitete Gitarrenparts auszumachen sind. 

Der Opener und Titeltrack, der nach dem kurzen Intro erklingt, weiß mit hübschen Gitarrenmelodien, abwechslungsreichem Riffing und einem sich schnell in den Gehörgängen festsetzenden, clean gesungenen Chorus durchaus zu überzeugen. Das folgende „Darkness On My Trail“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, kann das Niveau allerdings nicht wirklich halten: Obgleich auch hier ein recht überzeugender Chorus zu hören ist, erscheint das Riffing in der Strophe einfach zu standardmäßig. Hier wird dann nämlich doch genau das Problem deutlich, das ich mit Metalcore so häufig habe: Dieser typische Schrammel-Rhythmus auf tiefer gestimmten Gitarren in der ewig gleichen Lage. Mal ganz abgesehen vom Gesang, was sich nicht gegen Frontmann Hades richtet, der für Core-Verhältnisse eigentlich sogar relativ abwechslungsreich ins Mikro kreischt, aber von dieser Art der Vocals, dieser Mischung aus Bellen und Schreien, werde ich wohl nie ein Freund werden. Aber das ist eine persönliche Sache und hat wie gesagt nichts mit Last One Dying im Speziellen zu tun.
 
Beim folgenden „Anthem Of The Lost“, das wiederum einen äußerst mitsingkompatiblen Chorus beinhaltet, wird dann auch der letzte Zweifler begriffen haben, dass die Jungs definitiv was von Songwriting verstehen, und das sich anschließende „Annabel Lee“ überzeugt mit sehr treibendem Riffing und schönen melodischen Gitarrenparts.
Nach dem unspektakulären, kurzen Stück „Legacy“ wird dann bei „All This Time“ erstmals ein wenig der Fuß vom Gaspedal genommen, während es bei „Hate Me“ dem Titel entsprechend wieder ordentlich zur Sache geht. Mit Mantas (Ex-Venom) konnte für diesen Track zudem ein Gastgitarrist gewonnen werden, mit dem man auf einem Metalcore-Album sicherlich nicht unbedingt gerechnet hätte, und der diesen überzeugenden Song mit einem hörenswerten Solo aufwertet.

„Far Away“ kommt zunächst mit leichter Thrash-Schlagseite daher, auch hier wird allerdings cleaner Gesang beim Chorus verwendet; „Exclude Me From Your Prayer“ und „My Own Machine“ enthalten sicherlich einige recht gut durchdachte Gitarrenläufe, aber so langsam wird mir bei den Songs letztlich doch zu häufig mit denselben Rezepten gekocht, die Abwechslung fehlt Gut, dass beim folgenden Song „Until We Meet Again“ das Tempo wieder etwas heruntergeschraubt wird – der Chorus hat geradezu etwas Hymnisches, nicht schlecht gemacht. Abgeschlossen wird „The Hour Of Lead“ mit „Into The Deep“, das besonders durch den kurzen perkussiven Part gegen Ende auffällt, sonst aber weitestgehend Standard bleibt.

Fazit: Ich bin sicherlich nicht unbedingt die richtige Person für Höchstwertungen von Metalcore-Alben, zu oft habe ich das Gefühl, dass hier ewig die gleichen Stilmittel verwendet werden (gebrüllte beziehungsweise gekreischte Strophe/clean gesungener Refrain, sich wenig unterscheidende Gitarrenmelodien, Standard-Schrammel-Riffing), doch fairerweise muss man sagen, dass Last One Dying klar bemüht sind, sich mit genrefremden Elementen und dem Versuch, durch langsamere und ruhigere Parts Dynamik in ihren Sound zu integrieren, von der Konkurrenz abzuheben. Das Songwriting bewegt sich insgesamt durchaus auf akzeptablem Niveau und die Produktion ist für ein Debütalbum völlig okay. Daher muss ich aus objektiver Sicht knapp noch sieben Punkte geben und denke, dass Metalcore-Fans mit dieser Scheibe bestimmt nicht allzu viel falsch machen können.

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