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Last Beautiful June: Schemes

Am Sound muss noch immer wesentlich gefeilt werden
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 36:48
Release: 07.04.2012
Label: Eigenproduktion

Last Beautiful June haben in der The-Pit.de-Redaktion bereits vor gut drei Jahren ihre Sechs-Track-Demo „Welcome To The Crisis“ abgeladen – der Rundling konnte Redax-Nico nicht recht überzeugen, letztlich ließ sich die Gute zu fünf Punkten hinreißen, wobei hier als besonderes Manko der schlechte Sound und die schwachen Screams und Growls aufgezeigt wurden, völlig abgesehen davon, dass die Jungs um Sänger Thomas sich recht mutig als Death/Thrash Metal bezeichneten, letztens Endes aber eher in Richtung Metalcore tendierten.

Anno 2012 hauen die Jungs aus Sachsen und Thüringen mit „Schemes“ einen Nachfolger heraus, der laut eigenen Angaben zumindest einen wesentlich verbesserten Sound präsentieren soll. Jetzt kann man das sehen, wie man will: Besser als „Welcome To The Crisis“ ist die Produktion tatsächlich, das dumpfe Knarzen und Knirschen des Vorgängers ist weitestgehend verschwunden, trotzdem hat man auch bei der neuen Platte das Gefühl, als hätte man Watte in den Ohren. Besonders beim klaren Gesang, wie zum Beispiel in „Sentenced To Life“ ist man genötigt, die Lautstärke ein Stückchen runterzudrehen, weil man sonst ein ganz penetrantes Summen in den Ohren hat – egal ob via Kopfhörer, PC-Boxen oder heimische Stereoanlage.

Da geraten dann wie im eigentlich nicht schlechten „…Like Daggers In System“ die Gitarren schon mal deutlich lauter als der Gesang, was natürlich zusammen etwas komisch klingt, dafür haben die Shouts aber an Kraft gewonnen, wenn man mal den direkten Vergleich mit der Vorgängerplatte wagt. Allerdings sind sie auch wesentlich rarer gesät als noch zu „Crisis“-Zeiten – auf „Schemes“ nimmt der Klargesang eine bedeutende Rolle ein, was an sich nicht übel ist, weil er nicht schlecht klingt. Und mit dem schönen Gitarrenstück „Cartharsis“ beweisen die Herren dann auch, dass sie durchaus ein Händchen für Instrumentals haben.

„Moments Pt. 2“ ist dann so ein typisches LBJ-Stück, das zwar mit einer guten Kombination aus klaren und aggressiven Vocals und Gitarrensoli daherkommt, der Sound kommt dem Song aber leider so gar nicht zugute – die flirrenden Gitarren klingen dumpf und Jahrmarkt-mäßig und die Shouts versumpfen gemeinsam mit dem Schlagzeug. Zwar ist wie gesagt das nervige Hintergrundschubbern ausgemerzt worden, das die letzte Scheibe überschattet hat, aber so richtig gut ist der Sound auch 2012 noch immer nicht. „Power To Be“ gehört da noch eher zu den Anspieltipps, auch wenn der klare Gesang hier etwas schlecht abgemischt erscheint. Dafür kann man sich aber an wunderbar fiesen Shouts erfreuen.

Umgekehrt haben Last Beautiful June aber mit „Moments Pt. 1“ noch ein sehr schönes Stück in petto, bei dem man das Geschrei gar nicht erst vermisst. Im Gegenteil: Beim klaren Gesang bekommt man hier nicht nur eine megafette Gänsehaut, sondern auch direkt einen dicken Kloß im Hals und erste Tränchen in den Augen. Der immer noch leicht dumpfe Sound passt hier irgendwie ganz gut und spätestens nach dem zweiten Hören gehört der Song definitiv an die Spitze der Scheibe, ja, sogar des ganzen bisherigen Schaffens der Band. Genial, wie gegen Ende dann noch die Screams eingestreut werden – super Song.

Insgesamt hat „Schemes“ ein paar Lichtblicke (allen voran „Moments Pt. 1“, das man sich tatsächlich immer wieder und wieder anhören kann), allerdings tröpfelt der Großteil der Songs so ein bisschen im Durchschnitt herum. Man merkt aber deutlich, dass hier Talent schlummert – hoffentlich sparen die Jungs schon mal fürs nächste Release und gönnen sich eine etwas bessere Produktion. Der erste Schritt ist zwar schon gemacht, aber ein bisschen Sound muss noch nachgelegt werden.

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