Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lasershark: A____ Guide On How To Fuck Things Up

Diese Band belehrt den Hörer eines Besseren
Wertung: 8,5/10
Genre: Hardcore, Punk, Metal
Spielzeit: 31:24
Release: 16.04.2021
Label: Midsummer Records

Lasershark sind eine Band, die man musikalisch erst mal verpacken muss. Die brachial-chaotische Mischung aus Hardcore, Punk und Metal, die teils rabiaten Texte, die sich deutlich gegen Nazis und Kleingeisterei stellen – gleichzeitig geizen die Münsteraner nicht mit absurd-krudem Humor. Eine in sich nicht unsympathische Konstellation, zumal Lasershark auf der Habenseite einen monströsen Posten zu verzeichnen haben: Sänger Benny.

Natürlich sind sämtliche Lasershark-Mitglieder bereits alte Hasen im Geschäft und haben sich ihre Sporen in diversen Bands verdient, qualitative Einbußen sind auf „A____ Guide On How To Fuck Things Up“ also diesbezüglich nicht zu erwarten. Wer aber, wie die Schreiberin dieser Zeilen, eher auf Vocals fixiert ist, der findet im Fronter einen Quell an Shouts, Screams, Growls und ja, der Mann traut sich sogar an eine Art Klargesang ran, die ebenfalls zu überzeugen weiß.

Aber der Reihe nach: Eröffnet wird der muntere Reigen nämlich mit dem metallisch glänzenden „Refused Are Fuckin‘ Snitches“, das wie ein träges Monstrum durch die Boxen walzt bevor ordentlich Fahrt aufgenommen wird und Benny sich nahezu heiser schreit. Ein schöner Einstand, da kann man nicht meckern.

Die besagte Kleingeisterei wird dann im grandios betitelten „Defined By Kleingartenverein“ abgefrühstückt, hier natürlich entsprechend mit deutlicherer Punknote, die allein schon durch Bennys räudiges Organ auch gerne mal an der Crust-Schiene kratzt. Eingestreut werden immer wieder auch recht klassisch anmutende Metalriffs und Gangshouts, die vermutlich jeden Kleingärtner nahe an den Herzinfarkt führen würden. Direkt im Anschluss gibt es mit dem bereits vorab über die verschiedenen Kanäle verbreiteten „A Skeleton Walks Into A Bar“ noch mal einen ordentlichen Schlag in die Magengrube, versehen mit heiserem, nahe am Lungenriss ausgeführten Geschrei und düsteren Gitarrenriffs und damit glasklar ein Anwärter für die Top drei des Albums.

Ebenfalls vorab wurde „We Are The Pestilence“ veröffentlicht, in Anbetracht der äußeren Umstände eher eine Veröffentlichung, deren Titel zum Augenrollen animierte, aber nichtsdestoweniger ein starker, zorniger Song, der das nötige apokalyptische Feeling mitbringt und auch sicherlich zum Mitgrölen einlädt. Vor allem zum Schluss hin halten Lasershark durch geschickt eingesetzte Instrumentalparts die Spannung aufrecht – cleveres Songwriting, das man einer Band mit diesem Namen tatsächlich nicht zutrauen würde. Dass der erste Eindruck in diesem Fall trügt, hat die Truppe aber mittlerweile schon ausreichend bewiesen.

„Honeycombs Full Of Shit“ markiert dann sicherlich einen Ausreißer, wird hier doch nicht nur der eingangs erwähnte, raue Klargesang praktiziert, sondern man geht auch – zumindest zu Beginn – deutlich gemäßigter vor; natürlich ein Umstand, der sich bald auflöst, dennoch sticht der Track durch seine rockigere Ausrichtung hervor. Keinesfalls unerwähnt bleiben sollte der zäh fließende finale Track „Come Out Swimming, Bernd“, was erst mal nach einer netten Aufforderung für einen sonnigen Urlaubstag klingt, beim Studieren der Lyrics aber ins Gegenteil umgemünzt wird, geht es doch hier um das Aushängeschild der Partei, die Deutschland wieder in Dreißiger zurückschießen will. Womit dann auch spätestens klar wäre, dass die Lasersharks sich sehr deutlich gegen demokratiefeindliches und rechtes Gedankengut zu positionieren wissen. Daumen hoch dafür!

Ich geb‘s zu, allein der Albumtitel, das Cover und auch die diversen Schnipsel in den sozialen Medien hatten es mir etwas verleidet, mich dieser Band zu widmen. Ich hätte falscher nicht liegen können! Lasershark sind ein Haufen Verrückter, die es irgendwie geschafft haben, eine zornige, bunte, laute Platte zusammenzuschustern, die absolut zu begeistern weiß. Ich entschuldige mich hiermit und hoffe auf einen baldigen Nachfolger zu „A____ Guide On How To Fuck Things Up“!

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen