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Larrikins: Am Ende war der Mensch

Authentisches und abwechslungsreiches Rockalbum
Wertung: 8/10
Genre: Rock
Spielzeit: 55
Release: 25.03.2016
Label: Rügencore Records

Obwohl die Larrikins seit mittlerweile fast fünfzehn Jahren gemeinsam musizieren, werden die vier Herren aus dem mecklenburgischen Goldberg sicher noch einigen unbekannt sein und laufen wohl bisher eher unter der Rubrik Geheimtipp. Dass man sich nach zwei DIY-Veröffentlichungen mit Dirk Burke als Produzenten Verstärkung ins Haus holte, deutet aber immerhin darauf hin, dass der nächste Schritt vielleicht doch etwas größer ausfallen soll.

Mit „Am Ende war der Mensch“ legen die Mecklenburger also ihr drittes Album vor, welches folgerichtig mit „Nummer Drei“ gestartet wird und dies entpuppt sich sogleich als absoluter Angriff auf die Stimmbänder. Egal ob man will oder nicht, man wird sofort gefangen und kann sich dieser Mitgrölhymne eigentlich nur durch Abschalten entziehen. Aber so sehr der Opener auch mitnimmt, unüberhörbar ist natürlich auch der nonverbale Chorus, den man eben auch noch nach dem zehnten Bier vor sich hin brabbeln kann, und damit beschleicht etwas die Sorge, dass es sich um eine weitere der mittlerweile pilzartig aus dem Boden sprießenden Deutsch-Rock-Bands handelt. Auch wenn man deren Musik keinesfalls verdammen muss: Der Pool ist dermaßen voll und aufgebläht, dass man wirklich nicht die gefühlt zehntausendste Band mit ihrem „Ohohoho“-Gesang braucht.

Allerdings wird man von dieser Befürchtung schnell entbunden und die Larrikins zeigen auf, wie man sich von der beschriebenen Klientel abheben kann. An erster Stelle seien hier natürlich die Texte genannt, die sich meist im gesellschafts-und sozialkritischen Bereich bewegen, welche sehr authentisch wirken und aus denen vor allem eine große Menschlichkeit spricht, ohne dabei zu pathetisch zu werden. So zum Beispiel das gelungene „Wären alle Menschen glücklich“, welches nicht den erhobenen Zeigefinger darstellt, sondern die Sichtweise der Band auf ihre Umwelt.

Zum anderen agiert man überraschend vielseitig und beweist eine große Stilbreite. Neben den rockigen und energiegeschwängerten Titeln findet man auch ruhige Nummern, wie das pianogetragene „Alles auf Anfang“, welches mit einem sehr griffigen Refrain überzeugt oder das stimmungsvolle „Glashaus“, was ebenso ins Blut geht. Dementgegen steht das eindringliche und krachende „Wut“, bei dem ein ordentliches Riffgeschwader über die Scheibe fegt, was die Lyrics umso besser unterlegt. „Wer weiß noch“ groovt hingegen nicht nur anständig, sondern kann auch mit einem guten Schuss Ska aufwarten. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auf „Am Ende war der Mensch“ dementsprechend mitnichten beschweren. Da aber die einzelnen Stile nie wirklich in einem Titel verbunden werden oder sich eine Beziehung aus diesen ergibt, hat man hin und wieder das Gefühl, dass zu viel gewollt ist und es sich eher um eine Ansammlung von Singles handelt, denn um ein Album.

Insgesamt kann man aber der Scheibe ihre Qualität nicht absprechen. Ganz im Gegenteil, mit „Am Ende war des Mensch“ legen die Larrikins ein sehr gut gelungenes Rockalbum vor, dem man auch gerne seinen ab und an etwas ungeschliffenen Sound nachsieht. Zumal man durchaus das Gefühl hat, dass es die Authentizität weiter anhebt und die gewisse anhaftende Ruppigkeit weiter unterstützt. Selbst wenn sich die Goldberger noch auf dem Weg befinden – die gelungenen Texte, die von Sänger Felix gut interpretiert werden, und eben die extreme Vielseitigkeit der Band, geben der Scheibe genug mit, um sie deutlich über den Durchschnitt zu heben.

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