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Larceny: Into Darkness

Solide, aber nicht der große Überflieger
Wertung: 6,5/10
Genre: Melodic Death Metal/ Thrash Metal/ Black Metal
Spielzeit: 47:18
Release: 30.04.2015
Label: SAOL

Wollen wir doch gleich mal mit offenen Karten spielen: Larceny sind hier auf The-Pit.de mit dem Vorgänger-Album „My Fall“ abgewatscht worden, zu unausgegoren waren Sound und Songwriting. Seitdem hat sich eine Menge getan, denn Frontfrau Anna ist mittlerweile nicht mehr mit an Bord, Gitarrist Oli Gaupp, der ja am Anfang nur wenige Vokalparts übernahm, sich aber immer mehr ins Spiel brachte, ist nun komplett für die gesangliche Umsetzung der Texte zuständig.

Zu sehr wollen wir hier auch nicht drauf herum reiten, warum denn „Into Darkness“ das zweite Album sein soll – zählt denn das in Eigenregie veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt nichts mehr? Egal, ist ja nur eine kleine Randnotiz. Deutlicher aber ist auf dem neuen „Longplayer“ zu verzeichnen, dass die Baden-Württemberger gleich vier Songs neu eingespielt haben, wovon allemal „I Will Rise“ von 2010 sinnig ist, die anderen drei Nummern sind eine Form von Augenwischerei, um die Platte auf CD-Länge aufzublähen – also Jungs, eine EP mit ein paar richtigen Fetzern hätte es dann auch getan, um als Lebenszeichen durchzugehen.

Im Grunde wehren sich die Jungs mit allem, was sie haben, um bloß nicht einen einzigen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Die Grundzutaten sind eindeutig Thrash Metal, häufig mit einer Prise Black Metal angereichert, im nächsten Moment schleifen sie wie im deutschsprachigen „Limbus“ mit feiner Melodeath-Melodie an den Vorurteilen und gehen damit ganz sicher genauso ein mehr als schweres Kalkül wie Kadavrik ein.

Die Süddeutschen bringen einiges an guten Ideen ein, scheitern aber auch an den eigenen Ansprüchen. So setzen sie beispielsweise in „Hold The Last Light“ mit den Keys einen süßlichen Kontrast in der doch ansonsten rasenden Nummer, bleiben im Hochprügelrausch allerdings recht stumpf – dabei überrascht Oli wiederum mit einer sehr eingängigen Melodie. Mit „Detour To Hell“ legen sie auch recht gefällig mit einer ordentlichen Thrash-Note, wenn auch vielleicht eine Spur zu unspektakulär los, das seltsame Keyboard-Glucksen im Hintergrund ist allerdings vollkommen fehlplatziert und nagt am Rest der guten Idee.

Und auch bei „Into Darkness“ versauen sie sich das ansonsten gute Ergebnis doch wieder selbst – eine schöne Melodie, Tasten-Conny sorgt sogar für schwelgerische Momente und darf im letzten Drittel auch für mehrere Takte das Zepter komplett hochhalten, doch auch hier sorgt das monotone Riffing für einen abschwächenden Eindruck. So könnte man immer weiter fortfahren. Mit „Afterlife“ haben sie dann sogar einen richtigen Knaller in der Hinterhand, kombinieren Black-Metal-Einflüsse mit thrashigen Gitarren und klopfen mit dem Refrain sogar mit schöner Regelmäßigkeit an den Toren zur ersten Liga an.

Die letzten vier Nummern sind ja schon allesamt, wenn auch in einer (leicht) anderen Version, veröffentlicht worden. „I Will Rise“ vom seinerzeitigen Debüt 2010 ist nun erstmals von Oli im Alleingang eingesungen und wartet mit reichlich Power-Metal-Feeling auf, „Gunpowder Night“ dagegen hat eine Menge an Neothrash-Odem intus und spielt mit hymnischen, schleppenden und auch galoppierenden Rhythmen, wobei die Klavierpassagen dem Song einen schönen Ruhepol verschaffen. „My Fall“ wiederum kommt als zackig-aggressive Nummer mit schon poppigen Melodiebögen bei heiserem Krächzgesang daher.

Das Fazit kann deswegen wie oben im Teaser schon angedeutet nur lauten: Solide, aber nicht der große Überflieger. Die Entwicklung ist zu spüren, die Umsetzung am Ende dann doch nicht konsequent genug, sodass sie einfach nur mehr Mut zum eigentlichen Stil haben sollten, um noch ein wenig die Stufen nach oben zu klettern.

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