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Lanfear: This Harmonic Consonance

Konsequenten Lanfear-Verweigerern dürften so langsam die Argumente ausgehen
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal/ Prog
Spielzeit: 49:41
Release: 24.02.2012
Label: Pure Legend Records

Es hört sich schnell nach Mosern an, wenn man einfach nur erwähnt, wie ignorant die Szene in Deutschland doch sein kann. Die baden-württembergische Truppe Lanfear gehört genau zu den nationalen Vertretern, der schon längst einen Platz an der Rittertafel der deutschen Power-Metal-Bands gebührt, doch wie so oft zählt der Prophet in Übersee mehr als hierzulande – man siehe nur die Bestätigung für das Prog-Power-Festival in Atlanta in den USA (Vanden Plas können nur gutes davon berichten) und null Teilnahmen im Heimatland. Aber bleiben wir bei Lanfear: Dass die Band durchaus ironisch mit ihrer Unbekanntheit umgehen kann, bestätigt schon eine Visite auf ihrer Homepage (Stichwort 100% underrated metal).

Nächstes Jahr feiern Lanfear dann auch schon ihr 20-jähriges Jubiläum, hauen nun mit „This Harmonic Consonance“ ihr insgesamt sechstes Studioalbum heraus (Vorsicht, nicht verwirren lassen, wurde doch seinerzeit das Debüt „Towers“ ein Jahr später als „Towers Of February“ mit geändertem Artwork erneut in den Umlauf gebracht) und holzen auf dermaßen hohem Niveau, dass es ein wahre Freude ist; sie schaffen es einfach immer wieder, ihrem Power Metal eine leichte Prog-Kante zu verpassen und einige sanfte Keyboard-Parts einzustreuen, ohne käsig zu klingen.

Neben den zahlreichen musikalischen Höhepunkten ragt ein besonderes Detail sogar noch etwas hervor: Frontmann Nuno Miguel de Barros Fernandes. Ganz gleich, ob seine Stimme mit einigen high pitched screams für einen wohligen Gänsehautfaktor sorgt, gleich, ob er mehr die gröbere Keule („Camera Silens“) auspackt – ständig stattet seine Stimme den Songs noch das letzten bisschen Seele bei, sozusagen mit sensiblen Fingerspitzen in der Kehle, irgendwo stimmlich zwischen Nevermores Warrel, Queensrÿches Geoff, Fates Warnings Ray und trotzdem noch selbstständig genug.

Doch wohin geht die Band-Reise anno 2012 insgesamt? Ganz klar nach oben, denn was sie auf dem 2008er Werk so famos begonnen haben, wird nun eine Nuance leichter und interessanter umgesetzt. Sei es der mit einigen Double-Bass-Parts und leicht thrashigen Schreddereinheiten angefütterte Opener „Colours Of Chaos“ und dem chilligen Zwischenpart, der mit soudtechnischen Spielereien eingeleitete Nachfolger „By-Product Nation“ oder das epische „Ideopathic Descreation“, welches sogar Fates Warning richtig gut zu Gesicht stehen würde - allesamt Songs, die knallen und in der ausgelutschten Power-Metal-Szene für frischen Wind sorgen.

Die Schwärmerei geht mit dem Double-Bass-Hammer „Camera Silens“ weiter, vor allem passen die hier unterlegten Keyboardparts sehr angenehm ins Konzept. Wie variabel Lanfear ihre durchweg hochklassigen Songs gestalten können, zeigen sie auch mit „Spectrophobia“ auf , da denkt man zeitweise sogar an die alten Alice In Chains, gekreuzt mit Fates Warning, oder aber das schleppend-doomige „The Reverend“ mit Gefühl für ein ganzes Album.

Nachdem schon der Vorgänger in der „Hall of Fame“ der The-Pit.de-Redaktion einen oberen Platz einnehmen konnte, legen die Süddeutschen Lanfear mit „This Harmonic Consonance“ locker nach und gar noch oben einen drauf. Konsequenten Lanfear-Verweigerern dürften so langsam die Argumente ausgehen, dieses Album nicht in die heimische Sammlung zu stellen – zu verlockend riffen sich die leicht proggigen Power-Metal-Songs ins Oberstübchen und werden auch nach dem x-ten Durchlauf kein bisschen langweilig. Somit sind sie Anwärter auf das Power-Metal-Album des Jahres – und wir sind noch im ersten Quartal. Fans von Nevermore dürften hier genauso glücklich werden wie AnhängerInnen des letzten Brainstorm-Albums, bis hin zu Queensrÿche-Jüngerinnen.

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