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Landmine Marathon: Sovereign Descent

Definitiv eine gehörige Steigerung zum Vorgänger
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 39:33
Release: 16.04.2010
Label: Prosthetic Records

Die Amis sind wieder da: Mit seinem zweiten Album „Rusted Eyes Awake“ konnte der unbarmherzige Fünfer aus Phoenix, Arizona, bei uns immerhin sieben Punkte abgreifen, was nicht zuletzt an dem übermächtigen Organ der Frontbrüllerin Grace Perry lag. Mit „Sovereign Descent“ meldet sich das Quintett nun zurück und es geht scheinbar genauso gnadenlos brutal zu wie auf ihrem letzten Werk.

Auf den ersten Blick hat sich tatsächlich nicht viel geändert: Landmine Marathon huldigen noch immer den großen Death Metal- und Grindcore-Helden wie Bolt Thrower oder den einst übermenschlich schnellen Napalm Death, feuern immer noch aus allen Rohren und überraschen Unwissende noch immer mit der Tatsache, dass hier eine Dame am Mikro ist – wobei man erwähnen muss, dass man auf „Sovereign Descent“ einige Klangnuancen erkennen kann, die tatsächlich an eine Frau erinnern. Änderungen gibt es ausschließlich im Line-Up: Der Vierer wurde um den zweiten Gitarristen Dylan Thomas ergänzt, was auch gleich den satteren Klang der Scheibe erklärt, der sich vor allem in den Gitarrenwänden breitmacht. Keineswegs eine schlechte Entscheidung, ebensowenig wie die, einige Tempowechsel und kurze Gitarrensoli in die Songs einzubauen, um das ganze Straight-In-Your-Face-Geballer etwas aufzulockern.

Tatsächlich trauen sich die Amis dieses Mal was: Nicht nur, dass es ein wahrer Brocken von über sieben Minuten Länge auf die Scheibe geschafft hat, was ja für Grindcore nicht unbedingt typisch ist, schon beim Opener „Exist“ fällt die weniger matschige Produktion, die differenzierteren Instrumentals und vor allem der Gesang auf, der aus den unsäglichen Growl-Tiefen entstiegen ist und nun zwischen nicht allzu tiefen Growls und Screams variiert. Auffallend ist außerdem das eingestreute Gitarrensolo, das nicht nur ausgesprochen gut zum Song passt, sondern sich auch in einem Duell der beiden Gitarristen steigert, das live sicher für einige rotierende Köpfe sorgen wird.

Überraschend melodisch kommt „Foul Revolt“ daher, bis Miss Perry mit stimmbandzerfetzenden Growls einschreitet und den Song wieder in die brutalere Schiene abgleiten lässt. Eine absolute Abrissbirne ist dagegen „Justify The Suffering“: Von Anfang bis Ende wird hier scharf geschossen, sei es mit Doublebass und sehr dominanten Snares oder mit den gnadenlosen Vocals, die eher eingestreut wirken und somit die Instrumentals in den Vordergrund treten lassen. In krassem Gegensatz zu diesen beiden Hämmern steht das fast doomige „Steadfast Hate“, das sich träge dahinwalzt und zu dem bereits erwähnten Sieben-Minuten-Brocken heranwächst. Getragen wird der Song von einer einsamen Gitarrenspur, sporadischen Drums und den verzweifelten Growls der Sängerin. Niederschmetternder kann ein Song kaum sein, dagegen kommen nicht mal die suizidalsten Stücke von Lifelover an. Erst bei der Hälfte steigert sich der Song aus seiner unglaublichen Depressivität zu einem typischen Death/Grindcore-Stück.

Wer gedacht hätte, damit wäre schon Schluss, der irrt ganz gewaltig: Mit „Rise With The Tide“ blasen uns die Jungs und das Mädel nochmal ein ohrenbetäubendes Stück Schall um die Ohren, das mit einer ungewöhnlich experimentellen Gitarrenspur anfängt und mit blutenden Ohren endet. So muss das klingen, so macht die Mischung aus Death Metal und Grindcore Spaß – sauber abgemischt, mit Mut zu kleinen Experimenten und einer gehörigen Portion Spielfreude. Letztere dürfen die Marathon-Läufer übrigens im Sommer auf ihrer Europatour beweisen, die sie auch nach Deutschland führen wird – wer mal wieder seine Nackenmuskeln spüren will, sollte diese Band auf keinen Fall verpassen!

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