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Lamb Of God: Resolution

Ein grandioses Album jagt das nächste
Wertung: 8.5/10
Genre: Groove Metal, Modern Metal
Spielzeit: 56:46
Release: 20.01.2012
Label: Roadrunner Records

Lamb Of God, die Führer in Sachen Groove und Härte aus Virginia, haben 2009 ihre letzte Platte "Wrath" herausgebracht und erneut die gesamte Szene vom Talent der fünf Amis überzeugt. Danach ging es rund für die Band, Headliner-Konzerte und Tourneen um den gesamten Globus und immer noch sind sie nicht zu stoppen. Manch einer hat sich in der Zwischenzeit vielleicht gefragt, ob die Band nach fünf fantastischen Alben immer noch in der Lage ist, neue Ideen und groovige Riffs zu finden. "Resolution" ist die Antwort: Ja, und wie die Jungs das sind. Kein Anzeichen von Müdigkeit oder Unkreativität. Immer noch Lamb of God, zwar in neuerem Gewand, aber immer noch der bandeigene Stil und die üblichen Trademarks.

Der Opener "Straight For The Sun" ist eine ultraharte Doom-Metal-Nummer und wirkt direkt wie ein Statement der Band: Sie sind wieder da! Vor allem Frontröhre Randy Blythe macht das deutlich mit einer wieder einmal sich selbst übertreffenden Gesangseinlage. Es geht einem doch immer mehr die Frage durch den Kopf, wie er mit seinen mittlerweile 40 Jahren imstande ist, seine markante Stimme nicht zu verlieren, sondern von Aufnahme zu Aufnahme besser und wütender zu klingen. Kurz nachdem der Track endet und die Gitarren ausklingen, legt Chris Adler ein kleines aber feines Drumsolo hin und "Desolation" folgt auf dem Fuße mit flottem Tempo, starken Riffs und Grooves. "Ghost Walking" wurde ja bereits im Voraus veröffenlicht und ist ein einigängiger und flotter Song, aber nicht der beste der Platte. 

Den nächsten Höhepunkt gibt es mit "The Undertow", der einfach durch ultrastarke Riffs mit Headbang-Potenzial glänzt und den Hörer mit einem bluesigen Gitarrensolo gegen Ende überrollt. Auch der Rest der Platte bleibt auf einer konstanten Höhe mit Highlights wie der relaxten Akustik-Nummer "Barbarossa", den groovigen Überfliegern "Terminally Unique" und "To The End" und dem punkigen "Cheated" (erinnert an "Contracter von der letzten Scheibe), die sich alle in ein hervoragendes Album einreihen.

Nachdem Lamb Of God für mich immer das Nonplusultra in Sachen Sound und Produktion darstellten, macht "Resolution" da leider einen kleinen Schritt zurück und zeigt sich nicht ganz so im perfekten und makellosen Klanggewand wie die Vorgänger. Der Sound ist immer noch besser als ein Großteil der restlichen Veröffentlichungen zur Zeit, aber "Wrath" klang eben noch eine ganze Ecke ausgereifter, um nicht zu sagen perfekt, und hat Maßstäbe gesetzt. Auch konnten die Vorgänger immer mit ihren Artworks überzeugen, das von der neuen Scheibe ist allerdings ehrlich gesagt recht langweilig und ausdruckslos geraten. Dafür sind aber die Lyrics immer noch so komplex, verschlüsselt und verschleiert sowie tiefgründig und besinnlich, wie man es von der Band kennt.

Der letzte Song des Albums ist "King Me", der mit einem kompletten Orchester vielleicht nicht direkt Anklang finden wird, in der Euphorie des Albums aber herrlich einfließt und mit seiner aufwärtsgerichteten Songstruktur ein absolut bombastisches Finale bietet. Der Track gehört definitiv zu den besten der Platte und beweist wieder die Vielseitigkeit des neuen Albums. Sei es das sehr grüblerisch-melancholische Intro mit Randys affektiert gesprochenen Worten, die hohe Opernstimme im Hintergrund, das bereits erwähnte eingebrachte Orchester oder die hammerharten Stakkato-Riffs. So beendet man ein Album!

Lamb Of God klingen an manchen Stellen ungewohnt neuartig. Das heißt nicht unbedingt, dass sie moderner oder kommerzieller klingen, aber etwas hat sich geändert mit der neuen Veröffentlichung, irgendetwas klingt anders. Es wirkt so, als wäre der groovige "Pure American Metal", den die Band stets verfochten hat, einerseits erweitert worden durch mehr hymnische und melodische Einwürfe und einen eher kommerziell gerichteten Stil, andererseits ist die Band auch einfach experimentierfreudiger geworden. Das beste Beispiel dafür ist "The Number Six": Der Song weist die üblichen groovigen und thrashigen Trademarks der Band auf, der Refrain ist aber sehr melodisch und geht eher in Richtung "core"; in der Mitte des Tracks hingegen gibt es es eine sehr virtuose und düstere Blues-Bridge, die man so noch nie von der Band gehört hat. Aber das trifft wie gesagt auch nur auf manche Stellen zu. Im Großen und Ganzen kommt jeder hier auf seine Kosten. Es gibt neu eingebrachte Elemente, doch die Band ist keinesfalls vom Weg abgekommen und die bekannten Trademarks sind nach wie vor auszumachen.

Dass womöglich kein Album der Band je an die Meisterleistung auf "Ashes Of The Wake" herankommen wird, ist klar, und auch ist "Resolution" nicht so überwältigend wie der Vorgänger (welcher aber auch ein absolutes Brett war), doch die neue Scheibe trumpft mit einigen großartigen Tracks und knallharten Riffs, der gnadenlosen Gesangsleistung von Randy Blythe und einigen innovativen Experimenten auf. Erstaunlich ist auch die Länge. Mit beinahe einer Stunde Lamb Of God dürfte der Durst nach neuem Material wohl endgültig befriedigt sein, zumal nur ausgereifte Tracks und keine Füller auf der Platte sind. Die Truppe hat ihr Talent, ein großartiges Album nach dem nächsten rauszubringen, also immer noch im Blut.

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