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Lake Cisco: Ataraxia

Talentierter Rock, der von Progressive träumt
Wertung: 8.5/10
Genre: Indie / Rock
Spielzeit: 19:58
Release: 10.10.2009
Label: Eigenproduktion

Spritzig und kreativ! So zeigen sich die Jungs von Lake Cisco auf ihrer aktuellen EP „Ataraxia“. Die mittlerweile zweite EP der Band aus Bonn folgte so schnell auf ihr EP-Debüt, dass man den Eindruck hat, die aktuelle Besetzung, die es so erst seit 2009 gibt, habe sich wirklich gefunden. Das Zusammenspiel scheint zu stimmen und das vermitteln sie auch in ihrer Musik, die sich bei „Ataraxia“ musikalisch hauptsächlich zwischen Rock und Indie bewegt.

Lake Cisco zeichnen sich durch eine sparsame, aber klare Linie aus. Sie verstehen sich darauf, mit wenig viel zu erreichen. Ihre EP ist neben abwechslungsreichen Melodien vor allem von einem absoluten Rhythmusgefühl geprägt. Wer wundert sich da, dass auf dieser EP teils sehr jazzige Elemente verarbeitet werden, in denen die Musik einen ziemlich gelassenen, aber groovigen Eindruck macht. Nicht nur dadurch sind die Lieder sehr eingängig und trotz ihrer eher bescheiden, ruhigen Art überraschend mitreißend.
Überraschend interessant ist auch der Gesang von Gitarrist und Sänger Florian Sczesny. Diese meist eher verletzlich wirkende Stimme zeichnet sich durch sehr viel Feingefühl und Vielseitigkeit aus, die er hörbar auslebt. Diese Art des Gesangs passt dadurch wunderbar zu der leichtfüßig gespielten Musik der Band. Zusammen wirken sie sehr ausgewogen und aufeinander abgestimmt.

Diese Schiene fahren Lake Cisco sehr gut. Es wäre jedoch auch wünschenswert gewesen, wenn sie gewagt hätten sich bei dem ein oder anderen Lied auch mal von diesem Pfad zu begeben. So gut die Lieder auch in sich klingen, richtige Höhepunkte gibt es bei dieser EP nicht. Durch ihre gleich bleibende Art neigt sie daher leider schnell dazu „ausgeschöpft“ zu klingen.  

Sanfte Gemüter werden sich aber trotzdem sehr von dieser EP angesprochen fühlen, da sie wie perfekt auf diese Zielgruppe zugeschrieben wirkt. Neben einer verträumten Art, wird vor allem ein Gefühl von Ruhe und sommerlicher Frische vermittelt, wobei aber immer eine gewisse surreale Atmosphäre mit in die Lieder eingeht. Wer Lake Cisco zum ersten Mal hört, dem wird eine gewisse Ähnlichkeit zu Incubus nicht entgehen. Die Songs sind genauso verspielt, gehen gut ins Ohr und glänzen mit rockiger Sympathie. Im Weiteren klingt diese EP auch genauso professionell mit dem Unterschied, dass die CD bei Lake Cisco komplett in Eigenregie erstellt wurde. Ein weiterer Beweis dafür, dass die vier Maränen-Fans aus Nordrhein-Westfalen es musikalisch ziemlich drauf haben und ihre Musik passend einzusetzen wissen.

Aber auch Entwicklung ist bei dieser jungen Band zu spüren. Mit ihrer Musik scheinen sie sich vorsichtig dem Progressive anzunähern. Erste Ansätze in diese Richtung sind jedenfalls bei "Ataraxia" zu vernehmen. Wenn diese Band wirklich diesen Weg einschlagen sollte, so wäre dies wahrscheinlich eine gute Möglichkeit, sich von der breiten Masse an Indie-Rock-Bands abzuheben, was ihnen bei "Ataraxia" trotz allen Talents noch nicht ganz gelingt. Alles in allem eine Band, deren Musik sich anzuhören lohnt und von der wir wahrscheinlich nicht das letzte Mal etwas gehört haben werden.

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