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Laethora: The Light In Which We All Burn

Für Old School-Death Metal-Verhältnisse ziemlich abwechslungsreich
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:16
Release: 18.06.2010
Label: The End Records / Soulfood Music

Laethora stellen eine weitere Art Supergroup des Death Metal dar: Die schwedische Band setzt sich aus Mitgliedern der Progressive Metaller The Provenance, sowie Dark Tranquillity-Gitarrist Niklas Sundin und Brüllwürfel Jonatan Nordenstam zusammen und scheint auf den ersten Blick eine von geschätzten 6666 Bands zu sein, die auf Old School-Death Metal stehen und diesen technisch auch wirklich erstklassig umsetzen, allerdings eben nicht so richtig was bieten, was man nicht schon etliche Male gehört hätte.

Mit dieser plumpen Aussage würde man der Combo jedoch unrecht tun, denn wenn man genauer hinhört, offenbaren sich viele Details, außerdem gibt es in songschreiberischer Hinsicht keine wirklichen Ausfälle und man ist, im Rahmen des Genres betrachtet, um Abwechslung bemüht.

Interessant ist des Weiteren ohnehin schon die Tatsache, dass ein Mitglied von Dark Tranquillity in der Formation dabei ist; man wird das Gefühl nicht los, dass Sundin bei Laethora eine Spielwiese gefunden hat, auf der er sich in der Form austoben darf, wie er es bei seiner bekannteren Band nicht darf oder kann. Denn bei Laethora geht es definitiv äußerst hart und kompromisslos zur Sache, sodass die Platte für die Old School-Todesblei-Fraktion ein wahres Fest sein dürfte – Dark Tranquillity-Anhänger hingegen seien gleich gewarnt, dass die Mucke mit dem Sound von Mikael Stanne und Co. nicht allzu viel zu tun hat. Hier wird insgesamt eher dem amerikanischen Death Metal gefrönt als der gemäßigteren Göteborg-Schule.

Songs wie der Quasi-Opener „I As Infernal“, der nach dem bedrohlich schleppenden Intro „Ekpyrosis“ aus den Boxen kracht, oder „Uproar“ sind jedenfalls gnadenlose Nackenbrecher, in denen voller Zerstörungswut die Blastbeat-Keule geschwungen wird. Auf der anderen Seite ist wie erwähnt auch immer wieder das Bemühen erkennbar, einigermaßen abwechslungsreich zu bleiben: Es wird bei aller Brutalität nicht nur blind drauflos geknüppelt, sondern es gibt innerhalb dieser Knüppelorgien durchaus Variationen in Sachen Tempo und Dynamik. Das spiegelt sich bereits im Opener mit dem getrageneren, dafür eingängigen Refrain wider, und setzt sich in Gestalt von interessanten Tempo- und Rhythmusverlagerungen zum Beispiel bei „A New Day“ fort, im Oszillieren zwischen Raserei und düsteren Ruhephasen (so in der Mitte von „A.S.K.E.“), und dem Einbauen von leichter ins Ohr gehenden Midtempo-Passagen („The Sightless“).

Auch Thrash-Anleihen, wie das Main-Riff von „World Deluge“ oder der Beginn von „To The Point“ erkennen lassen, haben ihren Weg auf die Scheibe gefunden, während „Humanae“ mit seinem schwarzmetallisch geprägten Beginn, der alsbald von einem Wechsel zwischen Death-Metal-Groove und erhabener Melodik abgelöst wird, vielleicht gar das Highlight der CD darstellt; doch auch „Cast To Ruin“ steht dem mit seinem durchdachten Songaufbau praktisch in nichts nach. Allerdings darf man im Prinzip bei fast allen Tracks von einem wirklich durchdachten Songaufbau sprechen, was beweist, dass wir es hier mit routinierten Musikern zu tun haben, die schon einiges an Erfahrung im Rock’n’Roll-Zirkus gesammelt haben. Mit „Damnable Doctrine“ liegt sogar ein gänzlich in schleppenden Temporegionen verwurzeltes, durch den kriechenden Charakter, der dem Song innewohnt, jedoch umso beklemmenderes Stück vor.

Was dem Ganzen eine besonders brutale Note verleiht, ist neben einer druckvollen und transparenten Produktion das Brachialorgan von Sänger Jonatan Nordenstam, der in puncto Growling wohl auch einem Elch in der Brunftzeit Konkurrenz machen würde. Die Gesangsleistung mag so machem etwas monoton vorkommen, doch muss man sagen, dass die Stimme wirklich bestens zur Musik passt und Nordenstam trotz nicht eben großer Variabilität von Stimmfarbe und Stimmhöhe es irgendwie dennoch schafft, einem mit zunehmender Dauer nicht auf die Nerven zu gehen.

„The Light In Which We All Burn“ ist wirklich ein gut gemachtes Stück Death Metal, das mit Spielfreude eingezockt wurde. Todesblei-Fanatiker kommen voll auf ihre Kosten, doch auch Fans von progressiverer Kost sollten Freude an dem Teil haben, da man durch das gute, dynamische und alle Unterarten des Extrem Metals auslotende Songwriting anspruchsvoller als so manch andere Band des Genres agiert.

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