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Lacrimosa: Musikkurzfilme

Für alte Hasen nicht wirklich viel Neues
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 87:0
Release: 02.12.2005
Label: Hall of Sermon

Mit der Veröffentlichung der hier vorliegenden DVD “Musikkurzfilme“ endet der Zyklus zu Lacrimosas 15jährigen Bestehen. Denn nach jenen rein audiovisuellen Veröffentlichungen “Lichtgestalt“ (Album) und “Lichtgestalten“ (EP) kommen nun auch die Freunde visueller Musikfilmkunst auf ihre Kosten: “Musikkurzfilme“ ist Retrospektive, Gegenwart und Zukunft zugleich. So bekommen wir insgesamt 10 Videoclips aus der Schaffensphase von Lacrimosa aus den Jahre 1993 (“Satura“) bis 2005 (“Lichtgestalt“) zu sehen, welche eine Gesamtlänge von insgesamt 56 Minuten aufweisen. Zusätzlich gibt es noch 30 Minuten an Bonusmaterial, wie z.B. diverse Making of´s , Impressionen und Trailer.

Die Bildqualität aller Videoclips wurde für die Veröffentlichung dieser DVD nochmals neu abgetastet und überarbeitet. Somit erstrahlen jene “Musikkurzfilme“ in wirklich guter bis sehr guter Bildqualität und kann ebenso überzeugen, wie die saubere und rauschfreie Tonabmischung in wahlweise Dolby Digital 5.1. oder Stereoton.

Zu den Videoclips sei gesagt, das sie m.u. sehr schwanken was die inhaltliche Qualität und deren visuell-plastische Umsetzung betrifft. So z.B. erleben wir beim ältesten Videoclip (“Satura“ / 1993) eine wahrhaft massige Anhäufung an Klischees, Pathos und Theatralik, welche es aber dennoch versteht, die in atmosphärischen Bildern getauchte Grundstimmung dieses „Seelen- und Weltschmerz-Klassikers“ zu transportieren und wiederzugeben. Hingegen dürfte der Clip zu “Stolzes Herz“ (1996) wohl für breites Grinsen im Gesicht sorgen: Tilo Wolff mit zentnerschwerem Make-up im Gesicht, dunkler Sonnenbrille auf den Augen und extrem tragisch-gekünstelten Tanzeinlagen. Dies wirkt einerseits in der heutigen Zeit betrachtet nicht nur extrem übertrieben und aufgesetzt; sondern es beißt sich auch noch hervorragend mit den sehr gelungenen SM- und Fetisch Zwischenschnitten (in welchen man u.a. Lacriomsa Frontfrau Anne Nurmi in sehr erotischen Lack- und Lederoutfits betrachten darf).

“Siehst Du mich im Licht?“ (1997) ist der erste Videoclip, der schon deutlich professioneller wirkt und man zudem merkt, dass hier wirklich versucht wurde, dem Textinhalt des Liedes gerecht zu werden: Schöne Tanzeinlagen wechseln sich mit düsteren Impressionen ab, wie man sie nicht selten in Heavy Metal Clips der damals noch frühen 90er Jahre sehen konnte. Richtig viel nackte Haut und noch mehr sexuelle Aspekte bekommt man wieder beim kürzesten Videoclip dieser DVD (3:08 Minuten) mit dem Titel “Alleine zu zweit“ (1999). Die bisher beste und professionellste Arbeit hingeben, sieht man aber immer noch beim aktuellen Lacrimosa Titel “Lichtgestalt“ zu sehen, welcher durchaus Qualitäten hätte, in diversen und hiesigen Musikkanälen gespielt zu werden, da er optisch zwar sehr beeindruckend ist, aber auf der anderen Seite fast wieder zu brav und glattgebügelt wirkt. Aber dennoch: Ein optischer Genuss und Leckerbissen, der uns hier serviert wird...

Zum Bonusmaterial sei gesagt, dass es zwar sehr nett ist, aber nicht wirklich informativ. So entpuppen sich die „Making of´s“ zu “Schakal“, “Copycat“, “Stolzes Herz“, “Not every pain hurts“ und “Siehst Du mich im Licht?“ eher als knappe und recht belanglose Blicke hinter die Kulissen. Lediglich das aktuelle „Making of“ zu “Lichtgestalten“ bietet mit einem aktuellen Interview von Tilo Wolff noch einige recht interessante Blicke zur Entstehung des Clips und seiner emotionalen Aussage...

Zum Schluss gibt es noch einen knapp 5minütigen Trailer zu bestaunen, der uns einen Vorgeschmack auf den im Jahre 2006 erscheinenden “Lacrimosa Film“ bietet: Im Grunde wohl eher ein „Tourneefilm“, der wunderbar dokumentiert, dass Lacrimosa zwar zu den Größen der hiesigen Gothic-Szene gehören, aber es immer noch keinen Vergleich zu dem darstellt, was bei den mexikanischen Lacrimosa Fans abgeht: Nämlich Geheule, Gedränge und Geschrei wie bei einem Boygroup Konzert! So etwas wäre hier wohl kaum vorstellbar... Aber durchaus in jedem Falle mal sehr interessant zu beobachten. ;)

Fazit: Für alte Hasen wird diese DVD-Compilation nicht wirklich viel Neues bieten und wäre von daher nur interessant, wenn man sämtliche Clips der Band mal in digitaler Form im Regal stehen haben möchte. Für jüngere Fans und Neueinsteiger hingegen aber sicherlich ein gefundenes Fressen und Retro-Kultobjekt zugleich.

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