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Lacrimosa: Lichtgestalten (EP)

Eine thematische Erweiterung des eigentlichen Albums
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 31:54
Release: 02.12.2005
Label: Hall of Sermon

Das Jahr 2005 war für Lacrimosa insgesamt gesehen ein sehr erfolgreiches, wie aber auch sehr arbeitsintensives Jahr gewesen: Neben dem im Mai erschienenen neuen Album “Lichtgestalt“ machte man sich zugleich noch zu einer passenden und recht ausgedehnten Welt Tournee auf. Wer aber nun denkt, Tilo Wolff und der Rest der Band würden es nun damit für dieses Jahr auf sich beruhen lassen, der irrt gewaltig! „15 Jahre Lacrimosa“, hieß es in diesem Jahr. Ein Grund zum Feiern also! Aus jenem Grund überrascht uns auch Frontmann Tilo Wolff zum Jahresende hin nochmals auf musikalische Art und Weise mit eben jener vorliegenden Weiterführung des erfolgreichen Albums “Lichtgestalt“. Und zwar in Form einer EP mit dem Titel “Lichtgestalten“.

“Lichtgestalten“ wurde laut Aussage von Tilo Wolff geschaffen, um mehr auf die dunklen und schattigen Seiten des Menschseins einzugehen, ihnen eine eigene Bühne zu geben und somit ins „rechte Licht zu rücken“, welches von der ursprünglichen “Lichtgestalt“ verdeckt wird und eben in dessen Schatten sein Dasein zu fristen hat.

Eingeläutet wird diese 6-Track-EP passenderweise mit dem bereits aus den gleichnamigen Album bekannten Titelstück “Lichtgestalt“. Eine wahrlich sehr rockige, wie aber auch eingängige Nummer. Diese bekommt im Anschluss in dem rein elektronischen Snakeskin Remix (Tillo´s musikalisches Nebenprojekt auf rein dunkel-elektronischer Ebene) eine völlig neue und gravierende Facette verliehen. Dieser Snakeskin Remix ist recht hart, Bass-lastig und kommt u.a. komplett ohne die ganzen Gitarrenparts des Originales aus. Ein mutiges, aber durchaus sehr gelungenes Experiment, welches jene “Lichtgestalt“ sogleich in einem ganz anderen Licht präsentiert. Mit “Unerkannt“, “Skintight“ und “Road to pain“ gibt es insgesamt drei ganz neue Stücke von Lacrimosa zu hören, die unterschiedlicher in ihrer Präsentation aber nicht sein könnten: Während “Unerkannt“ faktisch die textliche Weiterentwicklung des Liedes “Nachtschatten“ darstellt (ebenfalls vom “Lichtgestalt“ Album) und demzufolge auch wieder eine sehr schöne, monumentale und träumerische Ballade aus der Feder Tilo Wollfs ist, schlägt “Skintight“ eine ganz andere (musikalische) Richtung ein: Ich weis nicht wieso, aber irgendwie erinnert mich dieses Lied im Refrain sehr an diese typischen 80er-Jahre-Glam-Rock-Nummern. Also so richtig mit viel Bombast und Spektakel drum herum. Aber wirklich zu Lacrimosa passen tut dieser Musikstil nicht. “Skintight“ wirkt allgemein doch recht unausgegoren und Anne Nurmis recht dünne Stimme im Hintergrund, wirkt eher Fehl am Platze.

Das letzte neue Stück heißt “Road to pain“ und ist zugleich der bisher härteste Lacrimosa Song, den die Band zu Tage brachte: Englischsprachiger Gothic Metal vom Feinsten... eigentlich! Wäre da nicht die Tatsache, dass sich “Road to pain“ doch sehr jener Nummer und Klassiker ähnelt, die da lautet “Copycat“ und vom 95er Album “Inferno“ stammt. Wie gesagt, schlecht ist “Road to pain“ wahrlich nicht, aber eben auch nichts wirklich Neues oder gar Revolutionäres.

Letzter und finaler Track auf dieser EP bildet die von der Band Atrocity komplett neu eingespielte Version von “Siehst Du mich im Licht?“, welche bereits als Originalversion auf dem Album “Stille“ (aus dem Jahre 1997) vorhanden ist. Jene neu eingespielte Version ist nicht nur halb so lang wie das Original (4:49 Minuten), sondern als besonderer Leckerbissen wird hier der im Original von Anne Nurmi gesungene Part nun vom Atrocity Frontmann Alex Krull übernommen, was sogleich doch um einiges härter, rauer und direkter klingt.

Zur Aufmachung der EP selber sei folgendes kurz gesagt: Das wunderschön in schwarz/weiß gehaltene Digipack bietet neben dem 12-seitigen Booklet (inkl. aller Liedtexte und bisher unveröffentlichten Lacrimosa Bildern aus der “Lichtgestalt“ – Session) auch eine komplett dazu passende CD in schwarzer Vinyl-Optik. Sehr fein und fast schon edel, muss man sagen.

Fazit: Sicherlich ist die “Lichtgestalten“ EP eine thematische Erweiterung des eigentlichen Albums, welche auch durchaus interessante (musikalische und textliche) Aspekte und Facetten vorweisen kann. Aber ob dies alles Wert ist, wegen im Grunde lediglich drei (wirklich) neuen Songs diese EP zu kaufen, steht jedem selbst frei zu entscheiden. Fans sollten in jedem Fall zugreifen. Neugierige und Interessierte sollten vielleicht stattdessen lieber erstmals auf die regulären Outputs der Band zurückgreifen. Aber dennoch: Auch hier wieder eine musikalische Veröffentlichung von Lacrimosa, die sich durchaus mal wieder sehen (und vor allen hören!) lassen kann...

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