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Lacrimosa: Lichtgestalt

Ein Meisterwerk selbiger Klasse wie die Vorgänger
Wertung: 6/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 69:58
Release: 02.05.2005
Label: Hall of Sermon

Da meldet sie sich zurück, die Nummer 1 im musikalischen Bereich der schwarzen Kunst. Sehr eigenwillig war die Musik von Thilo Wolff und Anne Nurmi schon immer. Man denke allein an das 2003 erschienene Album Echos, welches seine Hörer durch eine 13-minütige orchestrale Einleitung auf den Rest der CD vorbereitet. Um sich solche eher untypischen - aber unglaublich eindrucksvollen – Besonderheiten erlauben zu können und sich dabei keinem fremden Willen beugen zu müssen, hatte man CDs sogar extra mit eigenem Label produziert.

Nun steht das 9. Studioalbum Lacrimosas mit Namen Lichtgestalt im Plattenladen und man durfte äußerst gespannt sein, was man sich diesmal einfallen lassen hat. Auch diesmal führt der erste Track "Sapphire" den Hörer bedacht und langsam in die Klangwelten des Albums ein. Verträumt und nachdenklich beginnend, gestaltet sich der Song jedoch bald als der wohl abwechslungsreichste des Albums. Druckvolle, schwere Gitarrenriffs werden teils durch Gekreische ergänzt und verschwinden plötzlich genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind, um erneut den betörenden Vocals in orchestraler, akustischer Begleitung Platz zu machen. Mit "Kelch der Liebe" präsentiert sich ein ebenfalls abwechslungsreicher Song, indem besonders die Streichereinsätze sehr positiv ins Gewicht fallen. Der für das Album namensgebende Track "Lichtgestalt" besticht durch relativ fröhliche Grundstimmung und anmutigen Rhythmus, ergänzt durch lebendigen Gesang.

Der immer wieder auftretende weibliche Gesang dient meist zur Unterlegung, tritt aber in "My Last Goodbye" erstmals vordergründig auf, passt sich jedoch sehr warm der musikalischen Unterlegung an und verschmilzt quasi mit ihr. Zwar ist abwechselnd auch die männliche Stimme zu hören, jedoch bilden den Höhepunkt eher die instrumentalen Phasen, was keine Seltenheit des Albums darstellt.

Wie der Titel schon ein wenig andeutet, gibt es mit "The Party Is Over" einen ruhigen Song ohne wirkliche Spannungen zu hören. Dies ist im zweiten Teil der CD öfters zu beobachten: Kann man doch wundervoll in den Liedern versinken, so fehlt manchmal doch die letzte Auflösung der vorher aufgebauten Stimmungen, was den Hörer oft etwas irritiert zurücklassen dürfte.

Es sei gesagt, dass die musikalische Vielfalt, welche an den Tag gelegt wird, eine enorme Spannweite bietet, die - wenn überhaupt - nur mit wenigen Werken anderer Musiker vergleichbar ist. Trotz der teilweisen Verflachung ist immer spürbar, dass sich Thilo Wolff hier mit jeder Textzeile und jeder einzelner Note Gedanken über Charakter, Wirkung und Ausdruck gemacht hat. Passagen, die Symphonien gleichen, und beeindruckende Choräle beweisen dies.

Für Fans von Lacrimosa ist diese Platte wahrscheinlich ein Meisterwerk selbiger Klasse wie die Vorgänger. Wer dagegen nichts mit dem eigenwilligen Stil anfangen kann, wird auch durch diese CD keinen Lichtblick erhaschen können. Aber da die Hoffnung sprichwörtlich zuletzt stirbt, lohnt es sich sicher auch für diese Sparte, sich dieses Werk mindestens als Hörprobe zu Gemüte zu führen.

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