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L\'Arc-en-Ciel: Kiss

Kitschinstitution aus Nippon
Wertung: 1.5/10
Genre: J-Pop/Rock
Spielzeit: 53:12
Release: 18.04.2008
Label: Gan Shin Records

Folgendes Szenario: Kosmopolitisch wie wir nun mal sind, wird der Eurovision Song Contest zu einem Worldvision Song Contest umfunktioniert und alle Länder dieser Erde dürfen ihre hochgejubelten, musikalischen Abfallprodukte zur allgemeinen Belustigung einem sechs Milliarden Leute umfassenden Publikum vorstellen. Deutschland würde wahrscheinlich auch weiterhin solch hochkarätige Acts wie die No Angels, Gracia oder Guildo Horn zum Worldvision Song Contest schicken.

Die Frischlinge Japan dagegen hätten unter Garantie L'Arc-en-Ciel aufgestellt, womit wir beim neuesten Output dieser Kitschinstitution aus Nippon wären. Die Japaner mit dem französischen Namen veröffentlichen dieser Tage ihr Album „Kiss“ in Europa und versuchen, den überschwänglichen Erfolg, den sie in Asien genießen durften, hierher zu übertragen. Ich hoffe inständig, dass Deutschland nicht auch noch musikalische Nieten importieren muss, davon haben wir hier weitaus genug!

Ich weiß nicht, ob es am Klang der japanischen Sprache liegt oder einfach nur an dem vor Pathos triefenden Organ des Sängers, aber der Gesang ist das größte Übel und macht jegliches Hören diese Scheibe unerträglich. Es ist nicht einmal so, dass er die Töne nicht treffen würde, aber es hört sich zu keinem Zeitpunkt ästhetisch an. Zur Musik passen tut es auch nur in etwa der Hälfte der Fälle, also genau dann, wenn ebenjene gleichsam kitschig und nervtötend daherkommt. Die anderen 50% der Instrumentalfähigkeiten des Quartetts ließen sich noh ertragen und wirken selten sogar regelrecht angenehm rockig.

L'Arc-en-Ciel haben in Japan Kultstatus. 15 veröffentlichte Alben mit Charteinstiegen nicht unter zwei, restlos ausverkaufte Touren in Locations, die bis zu 50.000 Leute fassen, Touren durch die USA, China und Korea mit jeweils mindestens 10.000 Zuschauern pro Abend – die Statistiken sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Asien scheint eine solch Kitsch-Pop-Rock-Band noch gefehlt zu haben, die Welt sollte dieser aber eigentlich schon überdrüssig sein.

Für die Europa-Veröffentlichung von „Kiss“ legte man noch ein mit englischen Texten versehenes Booklet bei, um neue Hörerkreise zu erschließen. Da mir dieses leider nicht vorliegt, könnte ich nur zu den sowieso schon englischen Passagen in den Songs etwas sagen, und diese zeugen wirklich nicht von großer lyrischer Finesse.

Die Songs selbst unterscheiden sich untereinander schon enorm, das muss man den Musikern lassen. Nichtsdestotrotz gehen alle Songs sofort ins Ohr, ob man will oder nicht. Ich will's jedenfalls nicht! „Seventh Heaven“ klingt nach Electro-Pop/Rock, „My Heart Draws A Dream“ hat eher den Schnulzencharakter, „Spiral“ beginnt schön funkig, „Alone En La Vida“ ist melancholisch angehaucht, „Umibe“ klingt nach einer Goth Rock-Ballade, „Link (Kiss Mix)“ ist nervigster J-Pop und „Hurry Xmas“ stellt den größten Fauxpas des ganzen Albums dar.

Wer also Queen auf japanisch in unspektakulär, nervig und weniger rockig antesten mag, der höre sich doch bitte das Album „Kiss“ von L'Arc-en-Ciel an. Allen anderen empfehle ich das strikte Fernbleiben von diesem Tonträger. Und derjenige CD-Laden-Mitarbeiter, der dieses Album des Titels wegen bei den amerikanischen Schminke-Hard Rockern einordnet, gehört kastriert!

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