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L'Âme Immortelle: Best of Indie Years

Ein Muss, zumindest für jeden, der sich noch nicht so sehr mit der Vergangenheit dieser Band beschäftigt hat
Wertung: 9.5/10
Genre: Dark Electro
Spielzeit: 67:5
Release: 02.05.2008
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

2008 wird vermutlich das Herz eine jeden L’Âme Immortelle-Fans höher schlagen, nein, sogar im Blastbeat schlagen. Nach den erschreckenden Trennungsgerüchten des letzten Jahres kam im Januar das neue Album „Namenlos“ auf den Markt und bot einfach alles – traumhafte Akustik-Stücke á la dem Titeltrack „Namenlos“, rockigere Songs wie „Requiem“ oder „Bleib“ und ultimative, harte Electro-Knaller wie „1000 Voices“ oder „Es Tut Mir Leid“. Besonders erfreulich war, dass sich die Band nach dem Ausrutscher-Album „Auf Deinen Schwingen“, das zwar auch einwandfrei gute Musik war, aber zu harmlos und gradlinig gehalten, auf die anfänglichen Electro-Zeiten zurückbesonnen hat.

Doch die Freuden der Fans sollen kein Ende nehmen, so erscheint im Juni das famose Album von Nachtmahr, dem Nebenprojekt von Thomas Rainer. Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, wird im Juli ein Nachfolge-Album zu „Namenlos“ erscheinen: „Durch Fremde Hand“ – die Songs des letzten Abums „Namenlos“ wurden ausnahmslos von anderen Künstlern reinterpretiert und überdies werden noch einige neue Songs geboten.

Nachdem 2007 bereits eine Best Of-Compilation aus den rockigeren Zeiten erschienen ist, gibt es 2008 auch noch eine weitere Best Of – dieses Mal jedoch aus den frühen Zeiten, als die Band noch dem Gothic Electro zuzuordnen war. Hoffen wir, dass L’Âme Immortelle nicht so schnell zurück zu den Gitarren greifen.

Denn die Electro-Songs sind noch um einiges stärker als die rockigen Stücke, auch wenn sie einige Jährchen mehr auf dem Buckel haben. Mit dem Intro-Song „Lieder Die Wie Wunden Bluten“ beginnt eine ergreifende Reise durch die guten alten Zeiten.

Doch es werden nicht einfach die alten Alben zerrupft, sondern man findet hier richtig rare Stücke wie „Silver Rain“, das bisher nur auf einer längst ausverkauften Single erschienen ist – ein treibender Electro-Song mit orchestralen Elementen, die Sonjas helle Stimme sehr gut unterstreichen.

Thomas kann zwar ebenso gut singen – wenn nicht sogar noch besser: mir persönlich gefällt seine Stimme noch besser als die Sonjas, aber diese Geschmacksfrage sei mal dahin gestellt – doch bei „Will You?“ hat er seine klagende Stimme größtenteils stark verzerrt, was zusammen mit den epischen Flächensounds und dem bombastischen Schlagzeug ein einzigartiges Gänsehaut-Feeling hervorruft.

Als nächstes folgt „Love Is Lost“, ein treibender sowie groovender Electro-Song, der schließlich in einem furiosen Finale zwischen Thomas’ verzerrter Stimme und Sonjas engelsgleichem Gesang endet. Der Piano-Remix von Anthoni Jones, der sich auf der Bonus-CD des Albums „Namenlos“ befindet, steht der ohnehin schon faszinierenden Original-Version übrigens in nichts nach!

Der deutsche Song „Ich gab Dir Alles“ wird von sanften, harmonischen Piano-Klängen und Sonjas Gesang eröffnet und erstmals hört man auch Thomas Stimme ohne Verzerrung – doch das ändert sich im Refrain, der so wunderbar ist, dass er den Hörer um den Verstand bringt, wenn man nicht lauthals mitsingen kann.

An sich ist es eine Schande, einzelne Songs rauszupicken, denn jeder Song dieser CD ist eine Perle. „Another Day“ ist langsamer und komplett von Sonjas glockenheller Stimme eingesungen, verziert mit Streichern und Piano-Klängen. „Epitaph“, das vor nicht allzu langer Zeit noch die Clubs unsicher gemacht hat, erinnert fast schon an die neuen Electro-Klänge L’Âme Immortelles, da Thomas hier auch beinahe klar singt, das Instrumentale jedoch elektronischer Natur ist.

Das zweistimmige „Leaving“ erinnert an „Ich Gab Dir Alles“, ist aber dennoch total anders, monotoner und trauriger. Sonjas Stimme steigert sich hier enorm, während Thomas dem Song die nötige Härte verleiht. Mit den beiden – ebenfalls total schönen - Songs „Letting Go“ und „Betrayal“ aus den Zeiten von „Als Die Liebe Starb“ (Album) endet dann die CD langsam.

Nun sitzt man paralysiert vor der Stereoanlage und wünscht sich mehr, sucht die alten CD’s raus und fängt an, für das kommende Album zu sparen.

Hier handelt es sich um eines der besten Best Of-Alben der letzten Jahre, eine faszinierende Reise durch die frühen Tage der Band, auf der man an emotionalen sowie harten und sanften Stellen vorbeikommt. Oder, besser gesagt, man kommt daran nicht vorbei!

Ein Muss, zumindest für jeden, der sich noch nicht so sehr mit der Vergangenheit dieser Band beschäftigt hat.

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