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Kylesa: Ultraviolet

Kann nicht ansatzweise mit dem Vorgänger konkurrieren
Wertung: 5.5/10
Genre: Sludge Metal
Spielzeit: 38:52
Release: 24.05.2013
Label: Season Of Mist

Beim sechsten Album sind Kylesa mit „Ultraviolet“ mittlerweile angelangt und seit dem 2010er Output „Spiral Shadows“ hat sich einiges geändert. So ist der langjährige Bassist Corey Barhorst mittlerweile nicht mehr dabei und auch in Sachen Schlagzeug gibt es eine Veränderung zu verzeichnen: Carl McGinley verdrischt immer noch die Felle, doch an der zweiten Schießbude sitzt nun nicht mehr Tyler Newberry, sondern Eric Hernandez, der bereits zuvor schon eine Zeitlang für die Gruppe trommelte – dass die Amis mit zwei Drum-Sets agieren, dürfte ja allgemein bekannt sein.

Die einzigen Konstanten in der Band sind demnach Laura Pleasants, die auf der neuen Scheibe einen deutlich höheren Anteil an Vocals beisteuert, und Phillip Cope, der wieder einmal die Produktion übernommen hat. Letztere tönt insgesamt noch dreckiger und dumpfer als auf dem Vorgänger, was zu der Aussage im Vorfeld passt, die Platte sei sowohl textlich als auch musikalisch düsterer als der Vorgänger. Zwar braten die Gitarren in gewohnter Manier stark im Vordergrund, während der Gesang im Vergleich eine eher untergeordnete Rolle spielt, dennoch ist der arg schwammig-schlammige Sound nicht nur für Neueinsteiger etwas gewöhnungsbedürftig. Hinzu kommt noch, dass sich der Opener „Exhale“ als Totalausfall entpuppt – das Riffing ist völlig austauschbar und der Gesang weder Fisch noch Fleisch; die Shouts können nicht überzeugen und die Gesangsmelodie, die in „Grounded“ nochmals auftauchen soll, wirkt an dieser Stelle vollkommen deplatziert. Keine Ahnung, was sich die Combo bei diesem absoluten Oberstinker gedacht hat.

Mit den Gesangslinien ist es aber über die gesamte Platte betrachtet eh so eine Sache: Ist ja nett, dass Laura diesmal mehr Vocals zum Besten geben darf, denn ihre Stimme ist so wunderbar natürlich und ungekünstelt, doch wenig vom Dargebotenen kann tatsächlich mitreißen oder bleibt hängen. Dass beim nicht immer leicht zu erfassenden Kylesa-Universum mehrere Durchläufe vonnöten sind, ist völlig klar, doch wenn man Miss Pleasants schon mehr Raum für Klargesang bietet, sollte schon ein bisschen mehr dabei herumkommen.

„Steady Breakdown“ sticht schon hervor, kann aber nicht mit dem Titeltrack der letzten Platte mithalten (das war aber auch wirklich ein Überhit!), das schleppende „Long Gone“ bietet in der Strophe eine ganz nette (und traurige) Melodie mit etwas Wiedererkennungswert, „Unspoken“ holt als zweiter Track für den komplett misslungenen Eröffner ein wenig die Kohlen aus dem Feuer, und auch das finale, melancholisch-verträumte „Drifting“ ist recht hübsch. Dennoch fehlt es insgesamt an zündenden songschreiberischen Ideen, denn auch nach fünf, sechs Rotationen gibt es außer den genannten keinen Song, der irgendwie so richtig aus der Lethargie reißen könnte bzw. großartig erwähnenswert wäre.

Irgendwie wirkt die Angelegenheit in der Gesamtsumme gesehen nicht fertig und zum Teil gar uninspiriert – was soll beispielsweise dieser völlig unnötige, hingerotzte Zweiminüter „What Does It Take“? Füllmaterial deluxe! In diesem Kontext betrachtet mutet es äußerst befremdlich an, dass Kylesa laut eigener Aussage über zwei Jahre verteilt an dem Album gearbeitet haben, ganz im Gegensatz zu den vorigen Platten. Von einem Schnellschuss zu sprechen, wäre zwar dennoch unfair, dazu sind die Arrangements – wenigstens streckenweise – doch zu anspruchsvoll geraten: Die Gitarren überlagern sich hier und da ganz nett, und die Effekte sind teilweise nicht schlecht eingesetzt, wenn sie in der ohnehin schon dröhnenden Produktion andererseits auch nicht immer richtig Akzente zu setzen vermögen. Trotzdem kann „Ultraviolet“ leider keineswegs überzeugen, zumal als weiterer Kritikpunkt hinzukommt, dass man viel zu selten heraushört, dass hier zwei Drummer am Werke sind, auch das wurde auf „Spiral Shadow“ besser umgesetzt. Die vier oben genannten Stücke retten die Scheibe jedoch vor dem völligen Absturz.

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