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Kvelertak: Splid

Auch mit neuem Sänger eine Band auf absurd hohem Niveau
Wertung: 9/10
Genre: Hardcore Punk‘n‘Roll, Metal
Spielzeit: 58:13
Release: 14.02.2020
Label: Rise Records

Kvelertak kümmern sich gut um ihre Fans und hatten Anfang des Jahres ein ganz besonderes Geschenk parat: Pünktlich zum Pärchen-Kommerztag hauten die Norweger ihre neue Platte „Splid“ raus, die erste mit dem neuen Drummer Håvard Takle und, was noch deutlich mehr hervorgehoben wurde, der erste Output mit dem neuen Vocalisten Ivar Nikolaisen, der in die metergroßen Fußstapfen des charismatischen Vorgängers Erlend Hjelvik zu treten hatte. Beschnuppert hatte sich die Band ja bereits 2010, als Ivar Gastvocals für „Blodtørst“ beisteuern durfte.

Am Stil freilich wollten die Herren aus Stavanger nicht allzu viel ändern, viel zu gut funktioniert die größtenteils in norwegischer Sprache durch die Boxen donnernde Mischung aus Hardcore, Punk, diversen Metaleinflüssen und Rock‘n‘Roll, die mit drei (!) Gitarristen natürlich besonders breitbeinig daherkommt vor allem auch live immer wahnsinnig gut zündet. Auf „Splid“ gibt es nun aber auch mal englische Titel zu sehen und zu hören („Discord“), außerdem haben die Nordlichter sich zwei namhafte Features eingeladen – dazu aber gleich mehr.

First things first: Wo Erlends Stimme noch deutlich riefer und rauer daherkam, bringt der neue Sänger Ivar die nötige punkige Rotzigkeit und Hysterie mit in die Songs – da haben Kvelertak gottlob einen sehr guten Fang gemacht, der auch eingefleischten Fans den Wechsel etwas leichter gemacht haben dürfte. Ivar muss sich auch vor den Gästen nicht verstecken, die für „Splid“ geladen wurden: „Discord“ lebt von der schwungvollen Melodie und hat sich mit Converge-Basser Nate Newton einen erstaunlich guten Sänger eingeladen und das genial-rockige „Crack Of Doom“ nötigt mit Unterstützung von Mastodons Troy Sanders dann geradezu zum Tanzen und Nackenschwingen.

Schnell und rotzig können die Norweger einfach am besten, das haben uns schon The Cumshots gelehrt; „Uglas Hegemoni“ ist ein weiterer – man möchte fast schon sagen Partysong, der direkt in die Beine geht und wieder die Spielfreude durch die Boxen drückt, die Kvelertak auch bei ihren Liveshows über dem schwitzenden Publikum auskippen. „Fanden Ta Dette Hull!“ stinkt da tatsächlich ein bisschen ab, auch „Tevling“ wird mit dem Klargesang in den Strophen erst mal als etwas gewöhnungsbedürftiger empfunden, die fiesen Schreie im Refrain bilden aber einen einschneidenden Kontrast. Ein Titel wie „Stevnemote Med Satan“ bietet dann natürlich wieder den gewohnt mitreißenden Punk‘n‘Roll – da muss man auch noch mal konstatieren, wie gut sich der neue Sänger in das Gesamtbild einfügt.

„Delirium Tremens“ mit seinen düster-verstörenden Gitarren und dem sirrenden Bass, der sich sofort ins Hirn vorarbeitet, hätte dann kaum passender betitelt sein können und kann kurz vor Schluss nochmals ordentlich Punkte für „Splid“ einfahren. Unfassbar auch, wie die Truppe eine geradezu fröhliche Melodie in ein solches Monster von einem Song einbauen kann, was natürlich den Track als Ganzes nur noch verstörender macht. Unbedingt erwähnenswert ist auch das schwarzmetallisch angehauchte Finale namens "Ved Bredden Av Nihil", das als Song alleine schon die volle Punktzahl verdient hätte.

Kvelertak bleiben ihrer Linie größtenteils auch auf ihrem vierten Full-Length-Album zum Glück treu und bieten auf fast einer Stunde eine heftige Mischung, die dem Hörer schon in den heimischen vier Wänden den Schweiß auf die Stirn zu treiben vermag. Kvelertak sind heavy, düster und machen Spaß – eine Mischung, die man außerhalb Norwegens in der Form nicht so häufig finden kann.

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