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Kurgan: ...And Green Grasses Are Freezing Slowly

Eher ein Haufen Schutt als ein Hügelgrab
Wertung: 3/10
Genre: Folk / Black Metal
Spielzeit: 37:41
Release: 17.10.2008
Label: Gardarika Musikk

Kurgan bedeutet ins Deutsche übersetzt soviel wie Hügelgrab. Diesen Namen wählten fünf Ukrainer für ihre Band, als sie diese im August des Jahres 2004 gründeten. Anfangs lag das Hauptaugenmerk ihrer musikalischen Ausrichtung auf einer düsteren Schiene des Pagan Black Metal, bis man sich dann später auf die eher melodische Schiene dieses Genres verlegte.  
„...And Green Grasses Are Freezing Slowly” bezeichnet das Debut der Ukrainer, auf dem sie Black Metal im Midtempo spielen, der gelegentlich auch mal in schnellere Parts abrutscht. Besondere Akzente setzen hier und da die eingesetzte Flöte oder auch folkoristische Cleanvocals.  

Ruhig und viel versprechend, mit Flüstern, einer Flöte, einer Gitarre und dezent eingesetzten Drums werden wir bei dem Opener “And Filth Has Come On The Earth” in das Thema eingeführt, bevor es in einen schwarzmetallisch rasenden Part übergeht. Danach schraubt man das Tempo wieder bis hin zu gemächlichem Midtempo zurück. Abwechslungsreich ja, aber irgendwie hat man das Gefühl, als käme das Material nicht komplett aus einem Guss, da es zu sehr aneinander geklöppelt wirkt. 

Das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente beim folgenden Song “Zimerzla” klingt hölzern; vom Aufbau des Songs erscheint es einem nicht wirklich besser, als ob man es nur mit einer mittelmäßigen Band im Demo-Status zu tun hätte. Erschreckend, wie man die Drums in “Battle Of The Volots” abgemischt hat. Da ist gar kein Druck hinter. Das Highlight soll hier der Flötenpart darstellen, doch zu mehr als einem halbherzigen „okay“ kann man sich nicht erweichen.  

Ob der vollmundige Songtitel “God Of The Tempest And Storms” dem Dargebotenen gerecht werden kann? Stampfend geht es im Midtempo voran. Doch in dem Moment, als für mehr Tempo auf das Gaspedal getreten wird, gerät auch dieses Stück leider in Richtung des Prädikats „na ja“. Reißt nicht wirklich vom Hocker. 

Doch was ist das? Die Flötenklänge vom folgenden Song „Rain From Svarga” nebst Donnergrollen lassen vage Gedanken an den großartigen norwegischen Sorgsvart aufkommen. Hier gelingt es den Jungs auch, das Thema gekonnt in einen Black Metal-Part münden zu lassen. Man fragt sich, warum die Jungs hier eine gute Leistung abliefern und auf diesem Album ansonsten lediglich nur herum dümpeln. In diesem Song lassen sie der Flöte viel mehr Raum als sie es auf jedem anderen Stück der Scheibe tun. Und durch das auch am Ende wieder eingespielte Donnergrollen erhält der Song eine gute atmosphärische Tiefe. 

Darf man hoffen, dass die Jungs jetzt in der zweiten Albumhälfte richtig aufdrehen? Das Instrumental “Mirobogs Stories” brilliert durch einen schönen Aufbau, durch Gitarrenklänge, auch wenn dieses Stück fast schon ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen wird. So wirkt dies auf seine Spielzeit bezogen dann doch zu eintönig und zudem kommt der schale Beigeschmack des Zeitschindens in einem hoch, denn das komplette Album hat ja eh nur eine Spielzeit von knapp über 37 Minuten. 

Wohl zu früh gefreut, oder? Nun, die Gitarrenarbeit eingangs „Scythian Eagle“ hat durchaus schöne Momente. Doch diese schönen Augenblicke haben ein jähes Ende mit Einsetzen des Black Metal-Parts. Denn der ist zu nichtssagend. So wird die Band keinen Maulwurf aus dem Hügelgrab hervorlocken. 

Folkloristische Gesänge prägen den Beginn des Stückes „Carpathian Spirits“, bevor es sofort im Anschluss in schwarzmetallische Gefilde geht. Auch hier fällt am ehesten wieder das blechern klingende Schlagzeug negativ auf. Eine harmonische Gitarre und gegrowlt gesprochene Worte erklingen zu Beginn von „Bewitching Mysteries Of Winter Forest”, bevor der Song im gemächlichen Midtempo fortgeführt wird und wieder durch nichts glänzt als durch seine Durchschnittlichkeit. Unspektakulär und langweilig. 

Letzte Chance, doch noch mit einem zweiten Song einen guten Eindruck zu hinterlassen: „Pride“ präsentiert zumindest eingangs ein recht nettes Schwarzmetall-Riff samt der im Material dieser Scheibe viel zu stiefmütterlich links liegen gelassenen Flöte. Doch im weiteren Verlauf stellt sich wieder dieses Gefühl des auf-Durchzug-schaltens ein, da das Material keinen letzten Glanzpunkt setzen kann. 

In Sachen Produktion sollte man dringend Nachhilfestunden nehmen, denn selbst auf einer guten Anlage klingt der Gesamtsound der CD ziemlich verwaschen. Zudem sind die Vocals viel zu weit in den Hintergrund gemischt und die Drums klingen blechern. So sollte keine Band klingen, die ein Label im Rücken hat. 

Fazit: Im Hause Kurgan gibt es in vielen Belangen noch einiges nachzubessern. Denn ansonsten wird man zukünftig wohl wenig mehr von der Band wahrnehmen als ein aufgeschüttetes Hügelgrab aus Erde oder Steinen.

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