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Krys: Black Cat

Nicht neu, aber erfrischend
Wertung: 5/10
Genre: Rock'n'Roll
Spielzeit: 12:41
Release: 11.06.2005
Label: My Kingdom Music

Manche Bands bestechen neben ihrer Musik durch ihre Performance. Manche durch ihr Aussehen. Die Band, die ich in den folgenden Worten näher vorstellen möchte, besticht neben handgemachtem Rock’n’Roll definitiv durch ihre Homepage, die den einen oder anderen Klick Wert ist. Als ich probehalber dem angegebenem Link folgte, dachte ich zunächst, mich vertippt zu haben und stattdessen in einem Kurzfilm geladet zu sein. Zu schaurigem Glockengeheul flog eine Fliege im Burtonstil flankiert von Totenköpfen und Skeletten hin und her und nahm schließlich in der unteren rechten Ecke Platz. Kurzzeitig irritiert bediente ich mich dann doch der Aushängeschilder, die mir stilecht von knochigen Torsos entgegen gehalten wurden und erfuhr so mehr. Die wohl einzige Band, die ihre Mailadresse mit einer “bing!”enden Fliege verlinkte, ich präsentiere Ihnen: Krys.

Außer Fliegen scheint die Band - ihrer neuen EP zufolge - noch Katzen zu lieben und des Weiteren Tim Burton, dem sie ihre zweite CD “Halloween Town” widmetem. Beide Alben ("Halloween Town" und "Hope and Tears") wurden im selben Jahr aufgenommen - das klang vielversprechend, nachdem die Gründung erst 2002 zu datieren war.

Auch 2004 sollte die Bandgeschichte nicht zu kurz davon kommen, so löste man Drummer Ale Djanko ab, der vorher Herr des Taktes war. Auch eine Minitour im Dezember mit Private Line und Bastet war drin. Dann ging es erneut ins Studio und herauskam die vorliegende EP.

Schon der Opener und Namensgeber “Black Cat” zeigt, wo es hier musikalisch langgeht. Krys haben sich dem Rock’n’nRoll verschrieben - gemischt mit einer Prise Glam und Street Rock. Der Mix lässt einen Ohrwurm aus treibenden Gitarren und eingängigem Refain entstehen. Mit einer lasziven Stimme, die man Chris nach seinem Abbild auf der Homepage gar nicht zutraut, singt er den eingängigen Refrain, der von seiner Komplexität an Industrialtexte erinnert - besteht er doch nur aus zwei Wörtern.

Auch ist deutlich zu hören, über wie viel Budget die vier Italiener bei ihrer Studioauswahl verfügten. Klingen die Gitarren noch einigermaßen gut abgenommen, hallt das Schlagzeug, was die Felle halten. Was dem Song aber keinen Abbruch tut. Die Länge dessen indes schon. Mehr als dreieinhalb Minuten dauern - eine Anforderung, die keines der Stücke der EP erfüllen soll. Optimisten würden Krys als definitiv charttauglich beschreiben, ich nenne dreieinhalb Minuten als längstes Stück einfach zu kurz.

Auch im nächsten Song beweisen Krys ihren Sinn für Humor. Mag man sich doch nur zu gerne die vier kräftigen Männer auf der Bühne vorstellen, die gemeinsam ein “Whuu” singen.

Trotz des amüsanten Anfangs überzeugt “Rock’n’Roll Fever” nicht annähernd so wie es der Vorgänger tat. Der unkreative Refrain (“we just do Rock’n’Roll”) nervt schnell und ist auch keine Rechtfertigung für die Einseitigkeit, die sich auch in der Melodie wiederfindet.

Dafür überzeugt “In my Dreams”, unter dessen Titel man sich nun so gar nichts vorstellen kann. Intelligentes Gitarrenspiel trifft auf Chris' sympatische Stimme, ein wenig in den Hintergrund tretende Drums, denen, ihrer fehlenden Kreativität wegen, nicht unbedingt nachzutrauern wäre. “In my Dreams” - der “long”player der Platte - und trotzdem scheint es so, als wüssten Krys nicht wirklich, wie sie diese Zeit ausfüllen sollen. Immer wieder den Refrain spielen? Ein Gitarrenriff einbauen, merken, dass es wohl zu kurz war und plötzlich noch ein zweites bringen? Probiert haben sie alles, viel länger ist es trotzdem nicht geworden.

Mit “Baby Paradise” rundet das Quartett die Platte ab. Oder die 12 Minuten, die sich EP nennen. Nein, ernsthaft, ein tolles Abschiedslied. Ein Mix aus Melancholie, netter Gitarre, einprägsamem Gesang und die dreieinhalb Minutenmarke wurde fast ohne offensichtliche Songstreckerei erreicht. Neben “Black Cat” das stärkste Lied der Platte.

Wie immer wieder bemäkelt, ist die Länge von “Black Cat” ein ganz großes Manko. Krys haben definitiv Potential, auch wenn sie den Rock’n’Roll nicht neu erfinden. Aber ihn erfrischend umsetzten. Wir warten auf das nächste Album - und die erste Deutschlandtour!

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