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Krypteria: Bloodangel's Cry

Wertung: 9/10
Genre: Bombast Rock, Gothic Metal
Spielzeit: 60:20
Release: 19.01.2007
Label: EMI Music

Bombastisch. Kraftvoll. Facettenreich: Drei Worte, ein Album! Nach der im Sommer 2006 erschienenen EP “Evolution Principle“ liefern Krypteria mit ihrem neuen Longplayer “Bloodangel´s Cry“ gleich mal eines der ersten, wirklichen Glanzstücke des Jahres 2007 ab!

“Bloodangel´s Cry“ vereint in sich eindrucksvoll die besten Versatzstücke aus modernem Rock, diversen Metal-Spielwiesen (Riffing, Shreddering), klassisch-gregorianischen Chorälen und sanftem Gothic-Flair. Intoniert wird das Ganze eindrucksvoll von der bezaubernden Frontfrau Ji-In (gesprochen: Dschien), die mit ihrer variablen Gesangsstimme einen wahren emotionalen Gewinn für das ehemalige Musical-Projekt Krypteria darstellt.

Rein inhaltlich basiert die Grundidee zu “Bloodangel´s Cry“ lose auf dem Johann Wolfgang von Goethe - Klassiker “Faust“. Verpackt wurde dieses zeitlose Sittengemälde um Lug, Trug, Schein und Habgier durch traditionelle Themenfelder der heutigen Dekade. Somit steht zwar einerseits jeder Song auf “Bloodangel´s Cry“ für sich allein, aber alle Songs zusammen fungieren aber zugleich auch als kollektive Einheit um menschliche Sehnsüchte, seelische Leidenswege, sowie heilvolle Träume in einer friedlichen und sternklaren Nacht.

Sicherlich wird sich aber der ein oder andere Besitzer der “Evolution Principle“ - EP jetzt auch wundern, wenn er sich einmal genauer die 12 Tracks umfassende Playlist auf “Bloodangel´s Cry“ betrachtet... Und richtig: Die drei Songs “Sweet Revenge“, “Lost“ und “The Promise“ stammen allesamt von der eben genannten EP! Ist das jetzt „Betrug oder Abzocke?“ wird sich jetzt zu Recht mancher Käufer der EP fragen. Allerdings ist es in diesem Falle weder das Eine, noch das Andere. Die Auflösung: Im Zuge von Krypteria´s musikalischer Weiterentwicklung in rockigere und kraftvollere Gefilde hat sich die Band dazu entschlossen, eben auch diese drei Titel einer „Generalüberholung“ zu unterziehen und ihnen somit mehr Druck und Power zu verleihen. Und was soll man letztendlich sagen? Jeder dieser Songs wirkt nun deutlich frischer, voluminöser und Bass-betonter. Hier lassen sich letztendlich wirklich keine Spuren mehr von sogenannten „Popattitüden“ ausmachen!

Sicherlich liegt bei aller Härte und Weiterentwicklung nach wie vor ein großes Augenmerk auf elegische und schöne Melodiebögen mit Ohrwurmcharakter. Mein absoluter Liebling ist hierbei die fast 7minütige Bombast- und Power-Rock Ballade “The Night All Angels Cry“. Es ist wirklich schon ziemlich lange Zeit her, dass ich einen so einfühlsamen - wie aber zugleich auch sehr treibenden - Song gehört habe. Schon allein das gefühlvolle Piano-Intro ist eine gesonderte Erwähnung wert. Letztendlich gipfelt “The Night All Angels Cry“ in einen extrem gänsehautintensiven Frauenchor, der Ji-In in ihrer Gesangsdarbietung eindrucksvoll unterstützt. Sehr beeindruckend ist aber auch das knackige Gitarrensolo zum Ende des Songs usw. usw... Ich könnte wirklich noch seitenlang über dieses bildschöne Klangwerk schreiben, das schon allein den Kauf dieses Albums rechtfertigen würde (aber im Umkehrschluss betrachtet den anderen Songs gegenüber nicht fair wäre).

Weitere Lichtblicke des jüngsten Werkes wären z.B. noch der Power Metal-lastige Opener “All Systems go“, die Uptempo-Revue “Scream“ und das eindrucksvoll verspielte “Time to bring the Pain“. Aber auch das chorale (und fast schon Musical-hafte) “Out of Tears“ ist eines der besonderen Highlights auf “Bloodangel´s Cry“. “I can´t Breathe“ beginnt mit einem neo-klassischen Basslauf, nur um sich dann schwungvoll in eine glasklare Rocknummer á la Doro Pesch zu verwandeln. Hervorzuheben ist aber auch der monumentale, 10minütige Abschlusstitel “At the Gates of Retribution“, in dem wie bei einer Retrospektive nochmals alle Grundthematiken der vorhergegangenen Songs aufgegriffen und zusammengefasst werden.

Dann fällt auch schon der finale Vorhang und eine wirklich eindrucksvolle Inszenierung liegt hinter uns...

“Bloodangel´s Cry“ hat eigentlich alles, was ein imposantes Bombast-Rock Album braucht. Vor allem ist es aber auch gut durchdacht und hat immer sein festes Grundkonzept im Auge, was eine komplett in sich geschlossene Atmosphäre zur Folge hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie gelungen das neue Klangkonzept von Krypteria aufgegangen ist (und das, ohne dabei „billig abzukupfern“ oder auf „marktanalytische Trends“ zu vertrauen). Ein gehörige Portion Mut wurde hier zu Tage gebracht, die absolut gerechtfertigt mit dem Erscheinen von “Bloodangel´s Cry“ belohnt werden wird... „Da capo, Maestro!“

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