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Krokus: Dirty Dynamite

Guter Boogie-Hard’n’Roll kommt nicht nur aus Down Under
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock/Heavy Metal
Spielzeit: 45:07
Release: 22.02.2013
Label: Sony Music

Eigentlich müsste doch nach fast 40 Jahren Krokus jedem Metal- und Hard-Rock-affinen Fan bekannt sein, eine Band, die in ihrer Hochphase Anfang der Achtziger wohl auch die größten experimentellen Rockstarerlebnisse einfahren durfte und dort auch vor so manchem Haifischbecken kapitulieren musste. Und genau da passt es dann sehr gut, dass sich die Band nach einem ausdauernden Geophyten benannt hat, einer Blumenart, die auch noch passenderweise zu den früh blühenden Gewächsen in unseren Breitengraden zählt. Und so bringt auch das neue und mittlerweile siebzehnte Studioalbum einen ersten fröhlichen Boogie-Farbtupfer ins frühe 2013.

Schon immer bekannten sich die Schweizer Eidgenossen auch dazu, dass sie der frühen AC/DC-Phase mit und rund um Bon Scott sehr viel abgewinnen können, was nicht nur durch Mark Storaces Organ auf den Punkt gebracht wird, sondern sicherlich auch durch Mandy Meyers Rückkehr wieder zu einer etwas traditionelleren Ausrichtung führte. Erst sich kurz anknurren lassen, dann aber regiert der pure Boogie, Hard Rock und Rock’n’Roll, der fortan aus jeder nur erdenklichen Digitalspur authentisch wie pures Adrenalin herausspritzt, und vielleicht hört nicht nur der Rezensent hier bei „Hallelujah Rock’n’Roll“ immer wieder den musikalischen Kniefall vor „Rock’n’Roll Ain’t Noise Pollution“.

Eines steht zumindest schon nach einem ersten Durchlauf fest: Krokus spielen genau das, was sie am besten können – der Rockrhythmus geht wie gewohnt gleich ins Tanzbein, die Headbangerfront wird sich die bis auf elf raufgetunte Luftgitarre umschnallen, auch wenn hier die große Innovation natürlich vollkommen fremd ist. „Sie rockten zu Zeiten von…“, so Krokus-Urgestein Chris von Rohr im Interview, was sie mit einer gefühlvollen, voll unter die Haut gehenden Beatles-Coverversion von „Help!“ dann auch prächtig im hardrockig-balladesken Gewand umsetzen, besonders, weil sie auch hier auf die Gastsänger Mark Fox (Shakra) und Tommy Heart (Fair Warning) setzen und so dem Song eine noch tiefergehende Inbrunst verpassen.

Aber auch so haben Krokus immer wieder passende Näschen für wahrhafte Ohrwürmer, die immer wieder an ein paar Klassiker erinnern, diese aber nicht kopieren. So könnte man neben dem offensichtlichen Wechselstrom/Gleichstrom-Einfluss auch in den ersten Sekunden bei „Go Baby Go“ an die Langbärte von ZZ Top denken, der Titeltrack „Dirty Dynamite“ erinnert zumindest den Verfasser hier eher an Rose Tattoo als an den von Chris von Rohr angegebenen Georgia Satellites – egal, denn unterm Strich kommt der häufig mit Slide-Gitarren tanzbare Boogierock immer wieder gut auf den Punkt, was vor allem durch die schön transparente und erdige Produktion in besonders schönem Mischpultlicht erstrahlt.

Krokus machen es schwer, sich einen wirklichen Favoriten herauszupicken – da wäre das dem Rock’n’Roller aus der Seele sprechende „Let The Good Times Roll“ (einfach die Essenz aus dem Down-Under-Rhythmus, hier wird klar, warum auch Bands wie '77 oder Black Blitz live immer wieder so gut ankommen), das mit zarten Pianoklängen angereicherte „Rattlesnake Rumble“ oder der heftige, basslastige Groover „Better Than Sex“ – geilamente.

Und so treten Krokus mit „Dirty Dynamite“ den Nachweis an, dass guter Boogie Hard’n’Roll nicht nur aus Down Under kommt, zumindest hat die nun vorliegende 17. Studioscheibe ausreichend Wumms in den Rillen, um die Band in ihrem zweiten Leben noch wieder ein Stück vorwärts zu bringen.

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