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Krisiun: The Great Execution

Avantgarde Death Metal?
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 61:57
Release: 28.10.2011
Label: Century Media

Lange ist es her, als Krisiun noch mit den damals selbst noch praktisch unbekannten Vader auf Clubtour waren, um ihr damals aktuelles Album „Black Force Domain“ zu bewerben. Die Band wurde zu der Zeit zum Gros der extremen Death-Metal-Szene zugeordnet - es gab keine rohere und brutalere Band als die Brasilianer. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auf den diesjährigen Metalfestivals hat die Gruppe abermals unter Beweis gestellt, dass sie den Titel nicht umsonst trägt.

Nun bringen die Südamerikaner ihr neues Album auf den Markt und kündigen an, einen neuen, vielseitigeren Sound zu praktizieren, der, Achtung!, bei zwei Liedern sogar mit Akustikgitarren veredelt wurde. Jetzt mag sich der eine oder andere fragen, ob die Musiker noch alle Quader auf der Pyramide haben. Wie soll das denn funktionieren? Extremer Death Metal und akustische Musik?

Immer ruhig Blut. Es funktioniert. Erstens gibt es während der ersten paar Songs erst einmal Krisiun pur, wie man die Band gewohnt ist. Die Songs steigern sich von einem Hochgeschwindigkeitsrausch in den nächsten und zwischendrin rollen die mächtigen Groovewellen wie Erdrutsche durch die Lieder. Infernalische Soli werden natürlich auch wie gehabt in großer Zahl wieder verbaut. Man ist versucht zu sagen, dass diese noch verrückter sind als früher, doch dürfte das technisch kaum möglich sein.

Richtig interessant wird es dann ab „The Extremist“. Auffallend ist hier der Midtempo-Part in der Songmitte. Der Song darf für Krisiun-Verhältnisse durchaus als schleppend bezeichnet werden. Aber nur der Mittelteil, zum Ende hin erreicht das Stück wieder das gewohnte Tempo. Der Knaller kommt allerdings beim Stück „The Sword Of Orion“. Dieser Song beginnt schon recht langsam und hält über lange Zeit einen trabenden Rhythmus, doch nach sechs Minuten und 40 Sekunden tauchen dann das erste Mal klassische Gitarren auf, welche von Marcello Caminha gespielt werden und sich in unerwarteter Weise perfekt in den brutalen Sound der Brasilianer integrieren. Noch skurriler wird die Sache bei „Violentia Gladiatore“ - dort spielt der Gitarrero einen irrwitzigen Gitarrenlauf mit der Akustikgitarre mit, der dadurch eine neue Dimension erfährt und völlig abgedreht wirkt.

Einen weiteren Gastmusiker fährt das Trio bei „Extinção em Massa“ auf. Der Sänger der brasilianischen Hardcore-Punk-Band Ratos de Porão steuert bei dem Titel seine Stimme bei. Dieser Versuch ist etwas unglücklicher gelaufen, als der mit der Klampfe vorher, weil Krisiun so nur noch schwer zu identifizieren sind.

Das Album wurde übrigens nur unter Zuhilfenahme von analogem Equipment im Stage One Studio bei Andy Classen in Deutschland aufgenommen. Diese Arbeitsweise ermöglicht einen möglichst erdigen Sound, der auf der Scheibe auch zu hören ist.

Alles in allem ist „The Great Execution“ tatsächlich ein Album, das für alle Anhänger des extremen Metals fast ein Muss ist. Die zweite Hälfte der Scheibe kann durchaus auch von Experimentierfreudigen einmal angetestet werden. Es lohnt sich.

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