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Kriminal Minds: Resistance Against

In den Fußstapfen von Hocico
Wertung: 7/10
Genre: Dark Electro
Spielzeit: 77:23
Release: 19.02.2010
Label: Out Of Line

Kaum ein anderes Land hat in den letzten Jahren dermaßen viele erfolgreiche Dark Electro-Acts hervorgebracht wie die in Nordamerika gelegene Bundesrepublik Mexiko. Neben eingefleischten Szenegrößen wie Amduscia oder Hocico hat auch der tiefste Underground hochkarätige Projekte vorzuweisen – beispielsweise D.E.Life, Sodomy Down The Cross, Acid Trauma oder Maniaka Expansión um nur einen Bruchteil zu nennen. Doch selbstverständlich hat Mexiko nicht nur altbekannte und noch unentdeckte Talente zu bieten, sondern auch bereits entdeckte Projekte, die noch am Anfang einer großen Karriere stehen, aber geradewegs auf dem Weg zum Dark Electro-Olymp sind: Wie etwa C-Lekktor, die erst 2008 ihr Debüt-Album veröffentlichten, oder eben Kriminal Minds, deren Debüt erst 2010 erscheint.

„Resistance Against…“ heißt das offizielle Debüt-Album, dessen Veröffentlichung erst mehr als eine Dekade nach Gründung des Projektes erfolgt  - doch man hört den Tracks an, dass Lux-O, Orteg und Komplex reichlich Zeit hatten um an den Songs zu tüfteln. Durch das gesamte Album hinweg ist eine treibende Tanzbarkeit gewährleistet, die wie beispielsweise beim Opener „Do You Want This?“ durch clevere Noise-Sequenzen entsteht, oder aber klassisch durch den Beat in Kombination mit einer schiebenden Bassspur – zu finden bei Song Nummero Zwei, „Line Discipline“ – oder gar durch Old School EBM-Einflüsse wie den klaren Gesang des Tracks „I Can’t See You“ hervorgerufen wird. Kamen also gerade noch klare Vocals zum Einsatz, so hauen die Mexikaner beim darauffolgenden Track gleich doppelt so stark auf die Bassdrum und das Gehör: Der Song „Keep It Up“ hat fast nichts mehr mit Dark oder Harsh Electro gemein, sondern entstammt eindeutig technoiden Noise-Gefilden. Genretypische Samples treffen auf wummernde Bässe, die keinen Platz für den geringsten Anflug von Melodie lassen, was eigentlich sehr schade ist, denn in der Regel schaffen Kriminal Minds es sehr gut, mittels bedrohlicher Harmonie-Bögen und melodischen Synthesizer-Sequenzen eine äußerst düstere Atmosphäre zu erschaffen.

Besonders stark fallen die melodischen Einflüsse bei dem recht ruhigen Stück „La Razon De Tu Extenzia“ auf, welches vermutlich noch am ehesten als die Ballade des Albums angesehen werden kann. Im Gegensatz dazu steht der treibende Song „Lies“, der zwar mit atmosphärischen Flächensounds aufwarten kann, aber hinsichtlich des Melodieanteils den beiden besseren Liedern „Sex And Misery“ sowie „The Weakness Inside You“ etwas nachsteht. Beendet wird das Album dann mit einem weiteren, stumpfen Techno-Stampfer namens „Shock Proof Beat“ – doch das ist nur das vermeintliche Ende des Albums, denn auf der CD findet sich im Anschluss an diesen Track gewissermaßen eine Mini-EP – denn es geht weiter mit einem „Intro“, auf welches vier Remixe namhafter Acts folgen. Für Mix und Mastering war Racso Agroyam in den eigenen Liquido Labs verantwortlich und garantiert somit einen satten Klang, der pumpende Bässe, düstere Vocals und peitschende Synths perfekt in Einklang bringt.

Stellenweise vermisst man die wirklich fesselnden Melodien oder den Abwechslungsreichtum in den einzelnen Beats, die sich zwar regelmäßig weiter ausbauen und entwickeln, aber in den Grundzügen immer das gleiche Pattern beibehalten – dennoch überzeugt das Album mit einigen markanten Passagen, die für Genreliebhaber durchaus von Interesse sein können.

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