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Kreator: Enemy of God

Thrash Metal mit Aussage
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 55:50
Release: 10.01.2005
Label: Steamhammer/SPV

Kreator und dabei insbesondere Bandkopf Mille Petrozza, standen in den 90ern vor einem Problem, welches sie mit vielen Bands, die in den 80ern ihre Kultalben veröffentlichten, teilen. Die Fans liebten "das alte Zeug" und standen Neuerungen im geliebten Kreator-Sound äußerst skeptisch gegenüber. Auf der anderen Seite wollte Mille mit seiner Band aber nicht stagnieren, was speziell im Thrash Metal schnell passieren kann. Sein Versuch der Selbstkopie zu entfliehen gipfelte schließlich im Album "Endorama" (1999), was sogar einige Gothic Elemente und mit dem Titeltrack ein Duett mit Lacrimosas Tilo Wolff enthielt. Dieser Entwicklung konnten (oder wollten) viele Fans nicht mehr folgen und kehrten Kreator den Rücken zu.

Im Jahre 2001 wurde der Nachfolger "Violent Revolution" veröffentlicht und die Szene rieb sich verwundert die Augen. Kreator waren plötzlich wieder aggressiv und Mille spuckte wieder Gift und Galle ins Mikro. Allerdings konnte man das ganze nicht als simples "Back to the roots" abtun, da insbesondere der neu hinzugestoßene Finne Samy Yli Sirniö (der vorher nie in einer Thrash Metal Band gespielt hatte) mit seinem Gitarrenspiel Kreator auf ein höheres spielerisches Level hiefte.

Im Frühjahr 2005 war es dann soweit : "Enemy of God" stand in den Plattenläden und man durfte gespannt sein, ob Kreator es schaffen würden "Violent revolution" zu toppen oder ob sie all ihr Pulver schon wieder verschossen hatten. Um es kurz zu machen: "Violent revolution" war zwar eine gute Platte, allerdings hatte man sich schnell satt gehört . "Enemy Of God" toppt den Vorgänger in allen Belangen und zeigt, dass Kreator noch einiges vorhaben. Das Album ist hart, schnell und wird immer wieder von ruhigen Passagen, wie z.B. dem akkustische Anfang von "Dying race apokalypse" aufgelockert. Andererseits ist es irgendwann auch mal gut gewesen, da sich zum Ende hin alles ein wenig wiederholt . Kreator befinden sich zwar immer noch weit weg vom Mittelmaß, aber die wahren "Hits" der Platte stehen am Anfang.

Der Opener und gleichzeitig der Titeltrack zeigt Kreator anno 2005 von ihrer stärksten Seite. "Enemy of God" ist gleichzeitig eingängig und schnell, aber auch abwechslungsreich genug , um sich nicht zu schnell "totzuhören". Hinzu kommt noch Milles Talent, politische Songtexte zu verfassen. Denn "Enemy of God" ist keinesfalls ein stumpfes "Ich bin gegen Gott und so böse" - Lied, sondern behandelt die Thematik der Religionskriege, die heutzutage ja leider häufig im Terrorismus und den entsprechenden Gegenmaßnahmen enden. Der Name kommt daher, dass Bin Laden einst George Bush (und umgekehrt) als "Feind Gottes" bezeichnete.

Direkt danach kommt "Impossible Brutality", wozu auch ein Videoclip gedreht wurde. Der Song ist, abgesehen vom Mittelteil, im Mid-Tempo gehalten, was ihn zu einem Ohrwurm machen kann. Auch hier führt der Titel ein wenig in die Irre, wird doch hier die zunehmende Abstumpfung durch die Medien kritisiert ("All I see is violence , All I see is hate (.......) spectators of a world in ruins, parallysed I'm staring at impossible butality").

Aus den nachfolgenden Songs sticht dann wieder "Voices Of The Dead" heraus , welches aufgrund seines Refrains, der auch auf "Endorama" gut gepasst hätte, eine gute zweite Single abgegeben hätte. Allerdings trübt auch dieses eingängige Stück die aggressive Grundstimmung der Platte keineswegs, da die sehr gelungene Produktion stets dafür sorgt, dass die Gitarren nicht zu sehr "verwässern".

Die nachfolgenden Songs zeichnen sich weiterhin durch ihre gute Qualität aus, können aber nur durch einzelne Songfragmente aufhorchen lassen. Jedoch soll das nicht bedeuten, dass Kreator nur noch Füllwerk in der zweiten Hälfte von "Enemy Of God" platziert haben. Als Beispiel sei der, für Thrash Metal Verhältnisse, fast schon progressive Rausschmeisser "The Ancient Plague" genannt . Es fällt lediglich auf, dass das erste "Sixpack" der Platte den Hörer wesentlich mehr fesselt.

Im schön gestalteten, aufklappbaren Digipack der Platte befindet sich neben der CD auch eine Bonus DVD, welche ein Making-of des Albums, ein Video zu "Impossible Brutality" + Making of und 2 Liveclips ( "Violent Revolution" & "Phobia") enthält. Das Video rechtfertigt den Kauf des Digipacks schon, da es sich angenehm von vielen anderen Metalvideos abhebt. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben, die Medienkritik des Textes umzusetzen . Die Liveclips haben zwar "nur" eine gute Bildqualität, aber dafür gute Kamerafahrten und einen glasklaren Sound. Leider sind die "Making – of’s" ziemlich kurz geraten, aber dennoch ist die DVD eine schöne Zugabe .

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass Kreator wieder ganz oben sind . "Enemy Of God" ist ein starkes Album geworden, welches ich nur jedem Thrash Metal Fan ans Herz legen kann. Dennoch sollte man vorher reinhören, da Kreator es leider nicht schaffen, das hohe Niveau durchgängig zu halten. Wenn jemand vorher noch nie Kreator gehört hat, ist es sowieso Pflicht, da Milles krächziger Gesang wirklich nicht jedermanns Sache ist.

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