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Krakow: Diin

Mit eigener Note und viel Potential
Wertung: 7/10
Genre: Post-Metal, Sludge, Doom Metal
Spielzeit: 53:07
Release: 28.09.2012
Label: Dark Essence Records

Inzwischen scheinen viele Bands den Post-Stempel fast schon als Schimpfwort zu empfinden und versuchen sich von dem immer unübersichtlicher werdenden Sammelbegriff abzugrenzen, der völlig unterschiedliche Bands in dieselbe Schublade zwängt. Die Norweger Krakow jedoch benutzen diesen Begriff gänzlich ungeniert zur Selbstbeschreibung und markieren dadurch immerhin ohne Umschweife, dass eine wirkliche Einordnung ihrer Musik schwerfällt und vermutlich auch gar nicht nötig ist, denn „Diin“ wildert in vielen Lagern.

Wuchtiges Sludge-Riffing trifft auf einen in nordische Dunkelheit getränkten Doom-Einschlag, während die Post-Rock-Elemente vor allem in den ausladenden Songstrukturen und der typischen Laut-Leise-Dynamik zutage treten. Obwohl so eine abwechslungsreiche Gestaltung des Albumverlaufes gewissermaßen schon vorprogrammiert ist, entsteht zwischenzeitlich der Eindruck, als würden Krakow den roten Faden aus den Augen verlieren und so einige Fremdkörper im Gesamtbild platzieren – nichtsdestotrotz hält die Truppe aber stets ein gewisses Qualitätsniveau, so dass auch mit diesen Schwankungen mehr als genug starke Momente auf dem Album vertreten sind.

„Hymn To The Winds“ gibt zu Beginn mit Black-Metal-artigen Harmonien und einem stampfenden Rhythmus die finstere Grundausrichtung vor, während variabler Gesang zwischen Growls, durchdringendem Gebrüll und Klargesang ausgedehnten Instrumentalpassagen entgegensteht. Trotz des Abwechslungsreichtums der stimmlichen Performance findet sich hier auch eine Schwäche der Songs, denn gelegentlich ist die Qualität hier etwas inkonsistent – in melodischen Tracks wie „Future Past“ ist der Gesang über größere Strecken ein wenig nichtssagend, wohingegen die spacigen mehrstimmigen Arrangements in dem stark an neuere Mastodon erinnernden „Omen“ definitiv punkten können.

Ebenfalls gekonnt umgesetzt sind die mal mehr, mal weniger spürbaren Post-Rock-Einflüsse, die vor allem in dem langsam wachsenden „Termination Of Origin“ samt heftigem Klimax offensichtlich werden, aber auch in dem mehr als zwölfminütigen Stück „Mound“ einen wichtigen Anteil ausmachen. Dieses stellt das große Epos auf dem Album dar und kontrastiert walzende, sludgige Parts mit einem schönen Akustik-Zwischenspiel, bevor schließlich ein mächtiges Riff und wüste Growls zu einem würdigen Finale verschmelzen. Obwohl Krakow in solchen Momenten fraglos ihre Klasse beweisen, scheinen Teile des Albums etwas zusammengewürfelt, wie es unter anderem bei bereits genanntem „Future Past“ oder dem rasenden „Possessed“ der Fall ist, wobei die Songs für sich gesehen zweifellos solide sind.

So bleibt „Diin“ als ein Album mit vielen vielversprechenden Ansätzen und einer gelungenen, düsteren Atmosphäre in Erinnerung, selbst wenn die Spannungskurve zwischenzeitlich einige kleinere Einbrüche zu verkraften hat. Phasenweise haben Krakow sogar Melodien und Riffs parat, die locker mit den großen Namen in diesem Bereich mithalten können, so dass sich unschwer sagen lässt, dass hier in Zukunft noch einiges zu holen ist. Wer also eine Mischung aus Post-Metal, Sludge und Doom für potentiell interessant hält, sollte dem neuen Werk der Norweger mindestens einen Probedurchlauf geben, denn durch ihren insgesamt recht eigenständigen Sound beugt die Truppe Verwechslungsgefahr problemlos vor und meidet Austauschbarkeit.

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