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Kraaker: Musikk Fra Vettenes Dom

Dieser Black Metal vermittelt echte Schmerzen – in den Ohren
Wertung: 2/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 32:31
Release: 01.05.2010
Label: Final Earthbeat Productions/ Elegy Music

Ja, zugegeben, in letzter Zeit sind das wirklich schon zu viele Alben mit überflüssigen Intros, aber so ohne Vorbereitung mit der Musik loszulegen wie Kraaker es bei ihrem Debütalbum „Musikk Frau Vettenes Dom“ probieren, wirkt wiederum auch nicht ganz elegant. Aber auch vor plötzlichen Abgängen scheuen die norwegischen Kraaker nicht zurück. Dieses Album scheint besonders eigenartig ruppigen Black Metal zu beinhalten.

Sowieso ist hier einiges eigenartig. Da fängt es schon mit dem Bandnamen an: Dieser Name ist keine, wie man vielleicht denken könnte, Anspielung auf die Kraaker-Bewegung. Er entstand angeblich bei dem Versuch des Duos sich selber mit folgenden Worte zu beschreiben: „We’re roaming musicians, like flying sparrows, like grim crows“ Wie daraus nun das Wort „Kraaker“ wurde, sei Interpretationstalenten vorbehalten. Aber Name hin oder her, hier geht es schließlich in erster Linie um die Musik.

Der Sound von „Musikk Fra Vettenes Dom“ hat einen grässlich schrillen Klang, der blechern vor sich hin scheppert, so dass man spätestens nach dem vierten Lied so ein unbestimmtes Klingeln in den Ohren hat. Ignoriert man die sich anbahnenden Kopfschmerzen, stellt man außerdem schnell fest, dass der Sound total dünn ist. Dies liegt in erste Linie wohl an dem fehlenden Drummer der Band. Diesen Platz (denn ohne Drummer geht es eben nicht) nahm für die Aufnahmen zwar Henrik Brun ein, wirklich was davon mitbekommen tut man aber eigentlich nicht.

Die Vocals von Gregorius Grim Knockelkatt (wer denkt sich nur solche Namen aus?) bestehen aus klassischem, heiserem Black-Metal-Krächzen: Nicht mehr und nicht weniger – vor allen Dingen aber nicht mehr, denn so ganz ohne irgendwelchen Akzentuierungen oder sonstigen Experimenten geschieht hier dementsprechend nichts und so wirken die Vocals ziemlich langweilig und lieblos. Im Ganzen vermittelt das Album nicht wirklich ein Gefühl von Black Metal. Die Scheibe wirkt verkrampft, zusammengepresst, ohne wirklich ein Konzept zu verfolgen. Alle Lieder klingen gleich wirr und leider nicht mal ansatzweise authentisch bösartig -  sieht man mal von den Kopfschmerzen ab, die sich passend während des Schlussliedes dann endgültig eingestellt haben.

Das einzige, was annehmbar ist, sind die Riffs vom zweiten ständigen Bandmitglied Skrangelfant. Diese sind in „Frysende Snute“ wirklich eingängig und zeigen sich dort auch recht abwechslungsreich und interessant. Das war es dann aber auch schon wieder mit den vorzeigbaren Beispielen.

Denkt man beim Ende von „Sotet Sorg“, man hat es dann endlich überstanden, setzen Kraaker noch einen drauf und spielen nach dem Schluss noch mal mit einem wirren, aus dem Zusammenhang gerissenen Geschredder auf, bevor das Album dann abrupt doch noch ganz endet und sich der die Scheibe zu drehen aufhört.

Okay, es ist ein Debütalbum. Okay, vielleicht hat man schon zu hohe Erwartungen, bevor man das Album gehört hat, wenn man weiß, dass es aus Norwegen kommt. Aber bitte: Hass, Zerstörungswut – dieses Album kann gerne alles vermitteln, was es mag, aber doch bitte keine Kopfschmerzen! Einen netten Abend mit einer neuen Black-Metal-CD stellt man sich doch etwas anders vor. Kraaker müssen auf jeden Fall noch an ihrem Stil arbeiten: Ein roter Faden, mehr Drums und mehr Feingefühl für den Sound würden da schon Wunder wirken. „Musikk Fra Vettenes Dom“ zählt wirklich nicht zu ihren Glanzstücken. Aber nach einem aktuellen Kommentar von Skrangelfant zu diesem Album, sehen sie das wohl auch selber so.

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