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Kråke: Conquering Death

Sehr starkes Debüt
Wertung: 8.5/10
Genre: Symphonic Black Metal
Spielzeit: 55:28
Release: 29.06.2012
Label: Indie Recordings

Kråke stammen aus dem tiefsten Norwegen und legen mit „Conquering Death“ nun ihr Debütalbum vor. Die grundsätzliche Idee zum aktuellen Album reicht dabei bis ins Jahr 2007 zurück. Damals starteten zwei Brüder, die innerhalb der Band nur unter ihren Pseudonymen Dreugh and Beist firmieren, mit den Arbeiten am hier vorliegenden Release. Das Album wurde dabei im Alleingang von Dreugh im bandeigenen Tonstudio geschrieben, aufgenommen und abgemischt. Einzig die Texte stammen aus der Feder von Sänger Beist.

Musikalisch ist die Ausrichtung der inzwischen zum Quintett aufgestockten Band nicht schwer zu erraten, liefern doch die Pseudonyme und das Herkunftsland eindeutige Hinweise. Dementsprechend tief ist die Musik auf „Conquering Death“ im Black Metal verwurzelt. Allerdings sind hier weniger die Urväter der Szene das Vorbild, sondern viel eher die moderneren Vertreter des symphonischen Black Metal. An vielen Stellen hat man das Gefühl, eines der Alben von Dimmu Borgir aus der Phase zwischen „Enthrone Darkness Triumphant“ und „Puritanical Euphoric Misanthropia “ zu hören, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Immerhin war dies eine der stärksten Phasen der norwegischen Genre-Vorreiter.

Das Album beginnt aber erst einmal eher atmosphärisch mit dem Intro „A Murder Of Crows“. Angeführt von dezenten Akustikgitarren und sphärischen Keyboard-Flächen, schwingt sich der Song langsam auf und gipfelt schließlich nahtlos im folgenden „And A Colder Breed“. Und schon hier zeigen die Norweger ihre gesamten Stärken: Majestätische Keyboards und Orchestrationen treffen auf das druckvolle Fundament, das die übrige Band bildet, und die sehr guten Growls von Frontmann Breist. Dabei schaffen es Kråke immer, die Balance zwischen den melodiösen Keyboards und der nötigen Härte zu halten, sodass trotz aller Schönheit beim Hörer nie Zweifel aufkommen, eine Black-Metal-Band vor sich zu haben.

Im gleichen Stil geht es dann auf der gesamten Spielzeit weiter. Dabei regiert mal mehr der klassische Black Metal, wie im Falle des düsteren „The Great Leviathan“, an anderer Stelle setzt das Quintett mehr auf epische Melodien und Midtempo („Snowfall“). Auch im Bereich der Songstrukturen können die Norweger punkten. Geschickt vermeiden sie es, die typischen Strophe-Refrain-Muster zu benutzen, sondern bauen stattdessen auf einen großteils überraschenden und progressiven Aufbau. Trotzdem sind die Songs keinesfalls sperrig. Zwar zündet nicht alles sofort, aber bereits nach wenigen Hördurchläufen erschließen sich die gesamten Qualitäten des Albums.

Im Bereich der Produktion kann „Conquering Death“ ebenfalls überzeugen. Besonders erstaunlich ist dies angesichts der Tatsache, dass die Band das gesamte Album in Eigenregie produzierte. Gerade eine große Dichte an Keyboards und Orchester-Samples, wie man sie auf dem Release findet, kann auch leicht im Soundbrei enden. Aber auch diese Klippe umschifft das Quintett, denn trotz des dichten Sounds sind alle Instrumente gut zu differenzieren und auch insgesamt betrachtet kann die Produktion problemlos mit jeder professionellen Aufnahme mithalten.

Bei allen positiven Eindrücken bleibt natürlich die Frage nach Kritikpunkten. Hier kann man eigentlich nur eine einzige Sache anführen und zwar die Eigenständigkeit der Norweger. Die fehlt auf dem Debüt-Album nämlich noch in großen Teilen, zu oft hört man noch den Einfluss der Vorbilder Dimmu Borgir heraus. Allerdings schaffen es Kråke, dieses Manko mit der hohen Qualität des Songmaterials zu überdecken. Trotz der deutlich hörbaren Einflüsse hat man nämlich nie das Gefühl, hier einer simplen Helden-Verehrung beizuwohnen.

Und so ist „Conquering Death“ ein sehr gutes Album geworden. Wer nach dem Kriterium der Eigenständigkeit geht, wird mit dem Debüt sicher nicht glücklich werden. Ist man als Fan des Genres aber auf der Suche nach einer Platte, die wirklich starke Songs bietet und auch nach mehreren Durchläufen noch immer Hörspaß verbreitet, dann kommt man an diesem Album nicht vorbei. Daher eine definitive Kaufempfehlung, symphonischen Black Metal hat man in diesem Jahr noch nicht besser gehört.

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