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Korzus: Legion

Ein Must-have für jeden Thrash-Metal-Jünger
Wertung: 9.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:20
Release: 24.10.2014
Label: AFM Records

Die brasilianischen Urgesteine Korzus sind wieder da. Relativ lange war es (zumindest hier in Europa) ruhig geworden um die Band. Live konnte der Trupp zuletzt 2011 überzeugen, als sie mit Ektomorf auf Tour waren. Nun haben die Thrasher ein neues Album auf den Markt gebracht, das hier in Augenschein genommen werden soll.

Wenn man mit der Combo schon mal Bekanntschaft gemacht hat, dann weiß man, dass man nichts anderes erwarten kann als kompromisslosen Thrash Metal der härteren und vor allem schnelleren Gangart. Korzus spielen keinen Bay-Area Thrash, aber ganz grob kann man sich daran orientieren, wenn man noch gar nichts mit den Jungs zu tun hatte. Na ja, Jungs ist ein bisschen der falsche Ausdruck, denn die Gruppe existiert bereits seit 1983 und hat somit den Thrash Metal aufsteigen, fallen, wiederauferstehen, usw. gesehen. Warum das wichtig ist? Weil man jedes Jahr merkt, dass diese Band gereift ist.

Selten landet eine Scheibe im Player, die von Beginn an so gut durchdacht klingt. Auf „Legion“ klingt jedes Stück nach viel harter Arbeit. Aus technischer Sicht und aus dem Blickwinkel des Songwriters betrachtet. Hier wirkt nichts zufällig, keine Note, keine Anschlagdynamik, keine Triole, nichts. Alles scheint ganz genau seinen Platz gefunden zu haben. Dabei wirkt das Album aber nicht programmiert, sondern organisch, gewachsen. Man merkt hier einfach die Erfahrung der Musiker und der Umstand, dass jeder ein Meister an seinem Instrument ist, tut sein Übriges.

Man kann die Scheibe ohne Probleme mehrmals am Stück hören, hier wird nichts langweilig. Ganz im Gegenteil: Je öfter der Silberling rotiert, je mehr Details entdeckt das interessierte Ohr. Denn auch wenn das Album insgesamt schon sehr fett klingt, hat es immer noch für ein paar Glanzlichter gereicht. Vor allem die Songs „Six Seconds“ und der Titeltrack stechen deutlich heraus. Der erstgenannte Titel ist ein wahnsinniger Nackenbrecher, der Tote wachschütteln kann, garantiert. Wer von sich behauptet, dass er/sie auf Metal steht und bei dem Lied ruhig bleiben kann, der hat was falsch gemacht. Ähnlich verhält es sich beim Titelsong, wenn auch aus anderen Gründen. „Legion“ ist ein siebeneinhalb Minuten langes Kunstwerk. Die Einleitung besteht aus einem akustischen Gitarrenintro, welches von einem Stampfer gefolgt wird. Ein großer Teil des Songs spielt sich nun im Midtempo ab und zum Schluss wird es dann wieder melodisch-akustisch.

Wer auch nur annähernd auf Thrash Metal steht, der sollte zumindest einmal in die Platte reinhören. Garantiert wird man hier keine Enttäuschung erfahren. Old-School-Thrasher kommen an der Platte absolut nicht vorbei.

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