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Korzus: Discipline Of Hate

Thrash-Feuerwerk aus Brasilien
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:26
Release: 11.06.2010
Label: AFM Records

In der Fußballweltmeisterschaft mag Brasilien dieses Jahr ungeahnt früh und ruhmlos nach Hause geschickt worden sein, doch mit dem Release eines neuen Tonträgers der Thrash-Urgesteine Korzus könnte es dennoch ein gutes Jahr in der Geschichte des südamerikanischen Staats werden. Da die lebenden Legenden in ihrer fast schon dreißigjährigen Bandgeschichte immer sparsam mit Veröffentlichungen gewesen sind, ist „Discipline Of Hate“ ohnehin schon etwas Besonderes, so ist das vorausgegangene Album „Ties Of Blood“ bereits sechs Jahre alt und dürfte im Regal des ein oder anderen Metalheads schon Staub angesetzt haben. Korzus haben während dieser Zeit mal wieder die Besetzung "optimiert" und nun mit Antônio Aráujo einen Mann an der Gitarre neu dabei, der es zumindest laut eigenen Angaben richtig drauf haben soll.
Die Mission von „Discipline Of Hate“ ist klar: Endlich sollen auch die Europäer ihre Nackenwirbel zum Klang der Südamerikaner schädigen, hierfür hat man sich mit AFM Records dafür schlagkräftige Unterstützung aus Deutschland geholt. Die Zeiten, die Korzus als Importware fristeten sind also endgültig vorbei.

Was hat Discipline Of Hate aber wirklich zu bieten? Nach einminütigem Düster-Intro wird das Thrasher-Herz mit immenser Riffgewalt zum Erhöhen der Schlagzahl animiert. Frontschreihals Marcello Pompeu gibt daraufhin sofort den Ton an und ermuntert seinerseits zum Mitgrölen und zeigt auch auf den folgenden Stücken, dass er zu den vielseitigeren Vokalisten im Thrash Metal zählt. Killer-Riffs kommen wie aus der Hüfte geschossen, unermüdliche Drums sorgen für perfekt getimete Tempowechsel und immer im passenden Moment macht Marcello mal eine Gesangspause, um einem Gitarrensolo Platz zu machen. Es greift alles ineinander wie bei einem Uhrwerk, was einem sofort klar macht: Hier sind Altmeister am Werk. Eins der absoluten Highlights tut sich in Gestalt des Songs „My Enemy“ auf. Wehe dem, der hier nicht sofort mit dem Headbangen anfängt und bei den gedoppelten Leads andächtig dem Metalgott dankt.

Bei Songs wie „Never Die“ und „Slavery“ fällt es schwer, bessere Beispiele für puren Thrash Metal zu finden. Klar, die Brasilianer lassen ihre Liebe zu den Bay-Area-Legenden Slayer, Exodus und Testament mehr als deutlich durchscheinen, bringen aber auch gekonnt ihre eigene Note mit ein und klingen zu keiner Zeit wie ein Abklatsch. Der wohl herausragendste Song auf dem Album, das mit düsteren Melodien gespickte „Under His Command“, braucht sich also in keinem Fall vor den großen Brüdern aus den USA verstecken.

Das im zermalmenden Mid-Tempo gehaltene „You Reap What You Sow“  bringt noch einmal etwas Abwechslung, bevor der letzte Titel mit dem illustren Namen „Hell“ den Langspieler mit feinsten Slayer-Melodien ausklingen lässt, auf die selbst Kerry King stolz wäre. Leider schon viel zu früh, denn die Brasilianer knüppeln ihre Songs mit im Durchschnitt kaum mehr als drei Minuten durch und lassen somit auch keinen Platz für ausgefeilteres Songwriting, wie man es beispielsweise von den Kollegen von Exodus kennt. Das bleibt allerdings der einzige Wermutstropfen bei einer ansonsten äußerst gelungenen Leistung.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass „Discipline Of Hate“ zwar nicht viel Neues bietet, aber dennoch ein brachiales Thrash Metal-Feuerwerk abbrennt, das den großen Namen aus den USA in nichts nachsteht und hoffentlich den Namen Korzus in unseren Breitengraden die verdiente Anerkennung beschert. Die schwache Leistung ihrer Fußballspieler machen die Brasilianer also locker wett, dafür gibt es acht Punkte und einen Halben.

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