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Koroded: Dantalion

Ein würdiges Album-Comeback sieht anders aus
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore / Deathcore
Spielzeit: 43:33
Release: 27.09.2013
Label: Noizgate Records/Rough Trade

Ihre großartige Live-Reputation ist bereits seit mehreren Jahren über die niederrheinischen Landesgrenzen bekannt. Und dennoch ist den Jungs von Koroded der ganz große Sprung stets verwehrt geblieben. Als die Band vor einigen Jahren schließlich die Bremse zog und sich vorläufig aus dem Business zurückzog, war die Enttäuschung dennoch groß - bis zu den gefeierten Reunion-Gigs anno 2010. Seither lassen Jan Röder und seine Mannen jedoch auf neues Material warten, haben die vergangenen drei Jahre jedoch intensiv genutzt, um das Material für "Dantalion" reifen zu lassen. Leider folgt aber schnell die Ernüchterung: Denn das Potenzial, dass das Quintett aus Düren immer mitgebracht hat, scheint im Rahmen der zwischenzeitlichen Auflösungserscheinugen rapide verpufft zu sein.

Der womöglich größte Kritikpunkt zur neuen Scheibe ist die kompositorische Ziellosigkeit, der die neuen Songs unterliegen. Koroded waren schon immer dafür bekannt, im brachialeren Sektor des Metalcore-Genres eigene Wege zu beschreiten, nur führten sie meistens auch zu einem Ziel. Dies ist auf "Dantalion" jedoch nicht erkennbar. Es wirkt beliebig, was die Truppe hier fabriziert, vor allem bei den Gitarren-Arrangements, die doch sehr zu wünschen übrig lassen. Oft genug verlässt sich der Fünfer auf ausladende Stakkatos, bringt dann aber nicht den konsequenten Breakdown, um den jeweiligen Song vorwärts zu bringen. "Ira" und "Wake Me Up" gehören zu den Nummern, die darunter am meisten leiden, aber auch das abschließende "Leng Tch'e" hat hier deutlichen Verschleiß zu vermelden. Auffällig ist ferner, dass Koroded einige Death-Metal-Elemente in ihren Sound einflechten. "Walking Dead" beispielsweise ist der vielleicht brutalste Song, den die Band bislang aufgenommen hat, jedoch fehlt es auch dieser Nummer an Charakter und Ausstrahlung. Wieder einmal greift hier die Beliebigkeit, die "Dantalion" häufig ins Abseits drängt.

Bei aller Kritik darf man aber auch nicht übersehen, dass die Hälfte des Materials mehr als brauchbar ist. Besonders wenn die Herrschaften sich an melodische Parts heranwagen und Röder mit seiner clean-Stimme das i-Tüpfelchen setzt, ist mit Koroded zu rechnen. Dementsprechend verdienen "Kill Buddha" und "Fifteen And One" auch lautstarken Applaus. Leider aber ist die qualitative Zuverlässigkeit des neuen Albums ziemlich dürftig. Man will nicht direkt vom Tiefpunkt im Bandkatalog reden, aber ein würdiges Album-Comeback, das muss auch ich als langjähriger Fan eingestehen, sieht definitiv anders aus als dieser neue Silberteller.

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