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KoRn: Untitled

Ein wahrer Hörgenuss
Wertung: 9.5/10
Genre: Nu Metal, Crossover
Spielzeit: 49:43
Release: 27.07.2007
Label: Virgin Records

Korn sind wieder da! Und wie! Nach zwei nur ordentlichen und streckenweise zurecht kritisierten Veröffentlichungen in Form von „Take A Look In The Mirror“ und „See You On The Other Side“ ist das achte, unbetitelte Album der Band eine echte Überraschung, mit der ich in dieser Art beim besten Willen nicht gerechnet hätte. Was jeden Korn – Fan wohl brennend interessieren dürfte, ist die musikalische Grundausrichtung des Albums, nachdem „See You On The Other Side“ doch mit allerhand soundtechnischen Experimenten ausgestattet war, die man von der Band um Frontmann Jonathan Davis so bislang nicht kannte. Auch das neue Album zeigt derartige Experimente, mit dem Unterschied, dass das Songwriting eine ganze Ecke akzentuierter ausgefallen ist und die Band es geschafft hat, die vornehmlich elektronischen Spielereien wesentlich besser in ihre Songs zu integrieren, um so einen besseren Fluss in diesen zu ermöglichen.

Das rund 50 – minütige Fest wird zunächst von einem sehr düsteren, orchestralen Intro eröffnet, das gleich von Anfang an für Gänsehautatmosphäre sorgt. Besonders gegen Ende steigt die Spannung, indem man vereinzelt die typischen Schreie von Jonathan vernehmen kann. Normalerweise würde nach einem solchen Intro wohl jeder eine echte Abrissbirne von Song erwarten, doch falsch gedacht. „Starting Over“ gehört zu den eher gemächlichen Songs der Band und weist besonders in den Strophen, dank der wie immer tollen Gesangsleistung und der dezenten Elektronik, einen herrlich psychedelischen Charakter auf. Der Refrain hingegen ist sehr bodenständig gehalten und geht ziemlich schnell ziemlich gut ins Ohr. Ein starker Einstand!

Und großartig geht es mit „Bitch We Got A Problem“ weiter, das instrumental mit deutlichen Nine Inch Nails – Elementen aus den Boxen dröhnt. Die Laut – Leise – Dynamik ist zwar nicht ganz unanstrengend, gibt dem Song aber eine sehr „durchgeknallte“ Note, die einfach Spaß macht. Im Vergleich dazu zeigt die erste Single „Evolution“ Korn von einer eher traditionelleren Seite. Der Song ist demzufolge weniger experimentell, aber dafür gibt es einen sensationellen Ohrwurm – Refrain zu vernehmen. Wenn das kein Hit wird, dann weiß ich auch nicht weiter, denn „Evolution“ ist ein Song, den man problemlos in einem Atemzug mit Klassikern wie „Freak On A Leash“ oder „Falling Away From Me“ nennen kann.

Mit tollem Rhythmus und bandtypisch tief – pumpenden Bässen begeistert „Hold On“ von der ersten Sekunde an. Ein Song, der wohl jedem Fan der Band gefallen wird, da er sehr energiegeladen wirkt, aber auch viel Platz für Melodien einräumt. Bei „Kiss“ nehmen Korn nun die Geschwindigkeit heraus und präsentieren einen sehr ruhigen und zerbrechlichen Song, der einen wunderschönen Refrain besitzt. Eine solch beklemmende Stimmung auf einem Korn – Album habe ich zuletzt beim „Untouchables“ - Übersong „Alone I Break“ verspürt. Und glücklicherweise bleiben Korn mit „Do What They Say“ dieser Stimmung treu, so dass auch dieser ein eher leiser Song ist, der aber auch mit ein paar aggressiveren Passagen auftrumpft. Zwar ist „Do What They Say“ vielleicht der schwächste Song des Albums, da er streckenweise etwas sehr vorhersehbar wirkt, doch richtig gut ist auch dieses Stück.

Etwas härter geht es dann wieder bei „Ever Be“ zur Sache, dass vor allem im Mittelteil eine gesunde Portion Härte an den Tag legt und auch sonst mit tollen Elektroniksounds brilliert. Hinzu kommt ein sehr amtlicher Mitgröhlrefrain. Bei „Love and Luxury“ herrscht das Konfuse. Irgendwie hat hier nichts Hand und Fuß, doch gerade dieses unbeschreiblich Abgedrehte macht diesen Song so genial. Besonders hörenswert ist der lustige, sehr hoch gesungene Refrain. „Innocent Bystander“ ist dann eine waschechte Dampfwalze mit grandiosem Refrain und starkem Stakkato – Riffing. Vor allem Freunde eher metallischer Klänge kommen hier voll auf ihre Kosten. Dasgleiche gilt auch für „Killing“, wobei der Song im Vergleich zu „Innocent Bystander“ mit hypnotischeren Vocals und songdienlichen Samples angereichert ist. Wer nun noch einen vollkommen Korn – typischen Song sucht, der ist mit „Hushabye“ bestens beraten. Sehr gelungen ist der Kontrast zwischen den lieblichen, ruhigeren Strophen und dem brodelnden Refrain.

Das große Finale des Albums stellt „I Will Protect You“ dar, welches von eher schief klingenden Dudelsäcken eingeläutet wird. „I Will Protect You“ weist alle Elemente des Albums auf und würde sich mit Sicherheit sehr passend als kommende Single anbieten. Ein mehr als würdiger Abschluss...

Fazit: Das achte, unbetitelte Album ist ein wahrer Hörgenuss und für mich das beste Album, welches Korn seit „Issues“ aufgenommen haben. Auch wenn manch ein Fan sich vielleicht noch ein wenig mehr Aggressivität gewünscht hätte, so muss man einfach sagen, dass der aktuelle Sound der Band unheimlich gut steht, denn was sie hier abliefern, ist ganz großes Kino. Für mich eine der größten Überraschungen des Jahres! Absolute Kaufempfehlung!

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