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KoRn: The Path Of Totality

Ein recht gelungenes Experiment
Wertung: 7.5/10
Genre: Metal, Experimental
Spielzeit: 38:07
Release: 02.12.2011
Label: Roadrunner Records

(Ehemalige) Nu-Metal-Kapellen, die auf einmal anfangen, mit Electro und Dubstep zu jonglieren, landen ganz schnell im musikalischen Abseits. Linkin Park beispielsweise hat die Annäherung an Electro-Rock bei ihrem letzten Album so gar nicht gut getan und wenn man dann liest, dass KoRn sich zu ihrer neuen Platte „The Path Of Totality“ mit einigen Dubstep-Produzenten zusammengetan haben, wird einem schon ganz flau im Magen. Zumal der Titel noch dazu so ungut sturköpfig klingt.

Nun hat man ja von KoRn in der nicht allzu weiten Vergangenheit einiges auf den Tisch gepackt bekommen, was dem gemeinen Fan an sich nicht immer geschmeckt hat. „Untitled“, mittlerweile immerhin schon vier Jahre alt, war nicht unbedingt der große Wurf, obwohl die Redaktion 9,5 Punkte vergab; vielen stießen die lahmen und immer gleichen Songs der Platte sauer auf, andere mäkelten wie üblich am Sound der Combo herum. Das letztjährige „KoRn III – Remember Who You Are“ besann sich dann dem Titel gemäß wieder einigermaßen auf die Wurzeln der Kalifornier und ließ leise Hoffnung aufkeimen. Und nun das: Dubstep! Electro! Vermehrter Einsatz von Samples!

Vor der Veröffentlichung konnte bereits die Single „Get Up!“ gehört und auf diversen Downloadportalen käuflich erworben werden, die mit dem Dubstepper Skrillex zusammen entstand; nun suchen sich KoRn normalerweise recht belanglose Songs als Singles heraus (man denke nur an „Coming Undone“ damals, einer der schlechtesten KoRn-Tracks ever), hier haben die Herren aber alles und noch mehr richtig gemacht: In gewohnter Manier steigert sich der Track schleppend bis zum wahrlich großartigen, gänsehäutigen Refrain – so ein starkes Stück hat man von der Truppe schon länger nicht mehr gehört!

Aber auch der Rest der Platte, mag er auch noch so experimentell und für die meisten Metaller-Ohren wahrscheinlich unnötig sein, lässt sich sehr gut hören: „Kill Mercy Within“ beispielsweise dröhnt zwar zu Beginn mit einer Unmenge an scheppernden Samples, entwickelt sich aber merkwürdigerweise zu einem recht typischen KoRn-Track. Obwohl – ein bisschen erinnern die Songs streckenweise an Marilyn Manson, was insofern ganz lustig ist, weil der Gute mit KoRn ja schon in der Vergangenheit öfter mal auf Tour war und auch auf dem von Sänger Jonathan Davis produzierten „Queen Of The Damned“-Soundtrack mitwirkte.

Auch das eröffnende „Chaos In Everything“ erinnert ein bisschen an die schmerzlich unterschätzte „Untouchables“-Phase, zumindest der Refrain hätte so auch schon damals auf der Platte auftauchen können, und auch hier passen die etwas hektischen Samples gut ins Gesamtbild. „Narcisstic Cannibal“ gehört dann neben der Vorabsingle zu den Highlights und auch hier ist Skrillex (neben Kill The Noise) wieder mit von der Partie. Zwar wirkt der Song beim ersten Durchlauf etwas seicht, birgt aber einige Details wie zum Beispiel die geschickten Tempowechsel, die das Stück interessant machen.

Als Ganzes gesehen haben sich all die Schaudermärchen, KoRn würden ein reines Hip-Hop- oder Electro-Album machen, als falsch erwiesen. Wie es meistens mit Gerüchten so ist, war wieder mal nur ein Körnchen Wahrheit enthalten: Ein Körnchen namens Dubstep, das den Sound zumindest auf dieser Platte in den meisten Songs bereichert. Ausfälle gibt es kaum, man hätte aber sicherlich noch ein bisschen besser für die Verschmelzung von Metal und Electro sorgen können. 

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