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Korea: The Delirium Suite

Entrückt, sphärisch, genial
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternativ Rock, Melodic Rock
Spielzeit: 47:01
Release: 12.11.2010
Label: ViciSolum Productions

Wenn man mal als Musikfan einen kurzen Blick nach Schweden wirft, hat es fast den Anschein, als würde jeder zweite Einwohner in einer unglaublich genialen Band spielen. Nicht nur schwarzmetallische Finsterbands findet man in dem kleinen Land mit den vielen Elchen, auch sphärisch angehauchte Combos gibt es dort zur Genüge. Neben depressiv-suizidalen Ergüssen à la Lifelover darf sich nun mit Korea eine weitere Band auf die Liste gesellen. Zwar hat das Quartett schon 2008 ihr erstes Album „For The Present Purpose“ rausgehauen, trotzdem krebsen die Jungs noch im Untergrund herum.

Mit „The Delirium Suite“ wird jetzt der Nachfolger nachgelegt – und was für einer! Mit einer Mischung aus treibenden Melodien und schwebenden Gitarren, die teils ein wenig an die ebenfalls schwedischen Katatonia erinnern, und einem Sänger, der Verzweiflung, Verwirrung und Wut großartig herüberzubringen weiß, bietet die Platte einige schöne Momente. Dabei entfernt man sich von gängigen Metal-Klischees der Szene, stattdessen setzt man eher auf melödiösen, teils fragilen, teils aber gerade durch diese Zerbrechlichkeit sehr brachial anmutenden Alternative Rock. Fans von typisch schwedischen Kapellen können hier also direkt aufhören zu lesen und sich sinnvolleren Tätigkeiten widmen.

Musikverrückte, die ihre Freude an großen Melodien und treibenden Gitarren haben, finden auf „The Delirium Suite“ aber genug Futter. Übrigens ist der Titel mehr als passend gewählt: Durch die sphärischen, fast entrückten Einschlüsse mutet die Scheibe durchaus wie der Soundtrack zu einer völlig komatösen Nacht an. Direkt der Opener „Cataclysm“ wuchtet sich anfangs schleppend vorwärts, bevor Michael Ehrnsténs erstaunlich hohe, aber variable Stimme ins Bild drängt. Richtigen Ohrwurmcharakter bietet dann der Refrain, ohne dabei zu radiotauglich oder gefällig zu wirken.

Mit „Street Spirit (Fade Out)“ haben sich die Jungs einen Radiohead-Song vorgenommen, der mit Michaels leicht verzerrter Stimme und einer großartigen Gitarrenspur eingeleitet wird. Überhaupt leistet Saitenhexer Mikael Hörnlund durchweg grandiose Arbeit und hebt die Songs in andere Sphären. Das brilliante „Take The Blame“ schließt sich direkt an – gut, dass der Track mit knapp viereinhalb Minuten der längste des Albums ist! Da weiß man beim absolut hymnenhaften Refrain überhaupt nicht, ob man seine Gänsehaut streicheln oder in Tränen ausbrechen soll – eigentlich kann man sich hier nur im Takt der Musik wiegen und selig grinsen. Ein Anwärter auf die Top 10 der besten Songs der vergangenen Monate!

Ähnlich genial ist das mit einer metallisch angehauchten Intro-Gitarre ausgestattete „Bloodline“, obwohl oder gerade weil der Track in seinen instrumentalen Höhepunkten verstärkt nach Katatonia klingt und auch hier gibt’s wieder Gänsehaut-Garantie obendrauf. Und als wäre das nicht schon genug des Guten, wird mit „Carpet-Slipper“ nochmal ein Stück rausgehauen, das sich zwar ordentlich von der Metal- und Rock-Schiene entfernt und eher ein wenig in die Indie-Ecke abdriftet, aber nichtsdestotrotz über einen Ohrwurmcharakter verfügt, den andere Band so erstmal hinbekommen müssen, ohne aufdringlich zu klingen oder direkt zu nerven.

Zwar muss man sich in die Stimme erst ein wenig reinhören, doch Knaller wie „Take The Blame“ zünden direkt beim ersten Durchlauf und setzen sich für lange Zeit im Gehörgang fest. Mir ist zwar das Vorgängerwerk nicht bekannt, aber sollten die Schweden in dieser Qualität weiter agieren, dürften sich die nächsten Werke definitiv eine ganze Weile in diversen CD-Spielern drehen.

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