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Kopfecho: Etwas bleibt

Hier tritt ordentliches Temperament an den Tag
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternativ/ Punk
Spielzeit: 37:56
Release: 31.01.2020
Label: MD Records

Die Düsseldorfer Band Kopfecho legt, rund zwei Jahre nach ihrem offiziellen Debütalbum „Sehen-Hören-Fühlen“, mit „Etwas bleibt“ nun ihren zweiten Longplayer vor und so mancher wird nur bei der Benennung der Heimatstadt schon ein Klingeln im Ohr haben. Ja, auch dieser Fünfer hat sich dem Punk verschrieben und lässt den Status von Düsseldorf als heimliche Hauptstadt des Punk Rock weiter anschwellen. Bekannt sein könnten die Mannen rund um Frontfrau Amy sicher schon einigen, immerhin ist die Band schon als Support diverser Szene-Größen aufgetaucht. So ist es letztlich auch nicht sehr verwunderlich, dass der Fünfer beim bandeigenen Label von Massendefekt veröffentlicht, zumal sie ihnen musikalisch doch recht nahestehen.

Und so ist man eigentlich schon mitten in Ausrichtung des Albums, welches Alternativ Punk bietet, der eben recht eingängig den Ohren schmeichelt. Dabei zeigen die Düsseldorfer nicht nur ordentliches Temperament, sondern verdeutlichen nur zu gut, dass ihr Bandname außerordentlich gut gewählt wurde. Was die zwölf Songs an lyrischen Ergüssen zu bieten haben, scheint manchmal das unfiltrierte Ergebnis eines Dialogs mit sich selbst zu sein. Und dies ist bei weitem nicht böse gemeint, gerade der vor Dynamik strotzende Titel „Chaos“, bei dem man schon gerne mal das Booklet zur Hand nehmen kann, um ihm zu folgen, hängt die Messlatte schon sehr hoch. Leider kommen allerdings ein paar andere Lyrics nicht ganz so gut weg, so zum Beispiel das treibende „Ein letztes Mal“. Zeilen wie „Ich küsse dich ein letztes Mal, wie die Nadel das Vinyl“ wirken eben doch aufgesetzt und verursachen eher Kopf- denn Herzschmerz.

Davon abgesehen bieten die Düsseldorfer einen dynamischen und melodischen Punk Rock an, der sicher auch als massenkompatibel angesehen werden darf. Insofern wundert man sich nicht im Geringsten, dass mit „Alles was ich tat“ ein Cover der Broilers auf der Scheibe gelandet ist. Gelungen ist dieses zugegebenerweise wirklich gut, was man von den eigenen Titeln ebenso behaupten kann. Klingt „Du“ recht schnoddrig, ist „Sehnsucht“ mit einer bemerkenswerten Dynamik ausgestattet und kommt dabei noch rotzig um die Ecke, bei „Immer noch“ gibt es hingegen gar noch ein paar hymnische und nachdenkliche Anflüge zu vermelden.

Die Frage, warum man ab und an das Gefühl hat, dass dem Album etwas fehlt, erklärt sich am Ende der Scheibe letztlich selbst. Hier zeigt Frontfrau Amy doch einen stärkeren Facettenreichtum. Selbst wenn ihr die sonst angebotene Rockröhre wirklich gut steht, wirkt es eben stellenweise eindimensional. Dass es besser geht, beweist sie definitiv beim abschließenden Akustik-Song „Bist du glücklich“. Insofern würde man sich freuen, wenn sie ihre stimmlichen Grenzen zukünftig durchgängig etwas weiter steckt. Trotz der kleinen Kritik, ist mit „Etwas bleibt“ ein wirklich gutes Album entstanden, was vielseitig und voller Energie durch die Boxen dröhnt. Zudem verstehen sich Kopfecho prächtig darauf, den Titeln immer wieder Spannung einzuhauchen. So braucht man letztlich kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Scheibchen wohl live ordentlich durch die Decke gehen wird.

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