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Kopek: White Collar Lies

Teilweise ganz nett, aber nichts wirklich Besonderes
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 45:32
Release: 25.05.2012
Label: Another Century (EMI)

Glaubt man dem Promo-Waschzettel, sind Kopek aus der irischen Hauptstadt Dublin „the next big thing“ – das verdeutlicht schon die übliche Aufmachung des Schreibens: Natürlich sind die Jungs im düsteren und dreckigen Straßenleben aufgewachsen, was sie schon gleich mal superauthentisch macht und natürlich haben sie eine große Vorliebe für so namhafte Acts wie U2, The Black Crowes, The Police, Led Zeppelin, Nirvana und Thin Lizzy – so weit, so langweilig. Die Info, dass die drei Kerle von der grünen Insel in Amiland bereits sehr erfolgreich waren („White Collar Lies“ erschien in den USA bereits 2010), will man allerdings bereits nach dem Anhören des Openers „Love Is Dead“ umgehend blind unterschreiben. Radiotauglicher Soft Rock der Marke minimaler Einfallsreichtum, aber maximale Eingängigkeit: „Love is dead/dance is dead/pop is dead/grunge is dead“ und so weiter posaunt Sänger Daniel Jordan aus den Boxen heraus. Klar, auf derart leicht bekömmliche Unterhaltung fuhren die Amis ja schon immer ab. Und sogleich kommt einem ein schon hundertfach empfundener Gedanke in den Sinn: Nicht schlecht gemacht das Ganze, aber auch nicht wirklich etwas Besonderes, wenngleich man sich aufgrund erwähnter Eingängigkeit zugegebenermaßen schnell beim Mitsingen erwischt.

Ladies and Gentlemen, hier haben wir eine von dutzenden Bands, die von einer Plattenfirma künstlich aufgeblasen und als Superduper-Nachwuchscombo vermarktet wird. Da kann man mir noch so sehr die Ohren von Straßenkids und ähnlich abgedroschenen Klischees vollsülzen, die Angelegenheit wirkt so konstruiert und auf die Charts schielend, dass man sich eigentlich sofort mit Grausen abwenden müsste.

Aber wie gesagt: Es ist ja nicht in dem Sinne schlecht gemacht und die Drei können auf jeden Fall was auf ihren Instrumenten. Große Authentizität lässt sich  hier jedoch nicht entdecken, selbst der rotzige Unterton in Daniel Jordans Stimme wirkt wannabe-mäßig, was nicht heißen soll, dass der Kerl nicht singen könnte. Insgesamt tun Kopek niemandem weh und haben mit wirklicher Rock-and-Roll-Attitüde – ganz im Gegensatz zu ihren Vorbildern, ausgenommen U2 – zumindest im musikalischen Sinne ungefähr so viel zu tun wie Ted Nugent mit gesundem Menschenverstand. Und das dürfte wohl reichen, damit zumindest die Zielgruppe – ahnungslose, grüne Teenager – die Kapelle abfeiert und glaubt, sie hätte hier eine neue, richtig geil rockende Band entdeckt. Tracks wie „Floridian“ oder „Bigger Than Us All“ könnten dementsprechend tatsächlich einer typisch amerikanischen Highschool-Romantic-Comedy oder ähnlichem entsprungen sein, für The-Pit.de hingegen ist das Werk schon hart an der Grenze, weil eben arg glatt gebügelt und poppig.

Immerhin tönt die Produktion zwar geschliffen, aber nicht steril, und da man auch ein paar zwar auf Mainstream getrimmte, aber dennoch wirklich brauchbare Kompositionen im Gepäck hat, hat das Trio zumindest eine Daseinsberechtigung. Neben dem erwähnten Opener „Love Is Dead“ (gleichzeitig die erste Single) sind das besonders die Stücke in der Mitte der Platte: Der hymnische Titelsong, die durchaus hübsche, wenn auch kitschige Ballade „Running Scared“ und „Love Sick Blues“, wo die Knaben tatsächlich mal ein bisschen glaubwürdiges, etwas schmutzigeres Blues- und Rock-and-Roll-Feeling andeuten. Mehr dieser Machart wäre wünschenswert gewesen. Auch das mit Akustikgitarre, Maultrommel und Percussions ausgestattete „Sub Human“ ist aufgrund des interessanten Arrangements auf der Habenseite zu verbuchen.

Objektiv betrachtet handelt es bei „White Collar Lies“ um ein gut gemachtes Pop-Rock-Album, das aber nirgendwo aneckt oder irgendetwas explizit Neues oder sonderlich Erwähnenswertes enthält. Die brauchbaren Stücke, die immerhin scheuklappenfreie Metaller vielleicht noch dazu animieren könnten, wenigstens eine halbe Pommesgabel in die Luft zu strecken, retten die Scheibe vor einer Bewertung im absoluten Mittelmaß, sodass man sich auf gerade noch sieben Punkte einigen kann.

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