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Kontrust: Explositive

Das ging schon mal besser
Wertung: 6,5/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 41:31
Release: 07.11.2014
Label: Napalm Records

Kontrust, das waren doch die Österreicher, die immer gut gelaunt sind und sehr eigenwillige Musik machen. Richtig! Die Crossover-Formation aus dem Alpenstaat schlägt wieder zu und legt ihr viertes Album auf die Waage. Man sollte nicht den Fehler machen und Kontrust als Spaßband oder ähnliches unterschätzen. Die Gruppe hat schon mehrere Top-Platzierungen in den internationalen Charts landen können und den wichtigsten österreichischen Musikpreis erhalten – die Jungs und das Mädel sind also keine Leichtgewichte. Jeder Segen ist aber natürlich auch oft ein Fluch und so befinden sich Kontrust in der unglücklichen Lage, dass natürlich jede neue Veröffentlichung mit den früheren Erfolgen verglichen werden wird. Darum kümmern wir uns aber erst zum Schluss.  

„Explositive“ öffnet, wie man es von einem Album der Österreicher erwartet: Groovig und fröhlich-witzig kommen die ersten Nummern aus den Boxen. Der Sound ist griffig und kräftig. Der Bassgitarre wurde erfreulich viel Spielraum eingeräumt und auch die Drums krachen ganz schön. Allerdings wurde dafür ein hoher Preis bezahlt (vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die zwei Vocalisten sowieso ganz im Vordergrund stehen): Gitarrist Mike wird völlig degradiert. Klar steht die Gitarre beim Crossover eh nicht so weit im Vordergrund, aber hier hätte man dem Saitenzauberer schon mehr Raum geben dürfen. Im allgemeinen klingt die Scheibe sehr sauber produziert, aber immer lebendig. Das haben Kontrust ganz gut hinbekommen.

Schwieriger wird es, wenn man sich die Scheibe mal intensiv anhört und die Songs mal genauer unter die Lupe nimmt. Die einzigen Elemente, die immer wieder mal für Abwechslung sorgen, sind diejenigen, die Percussionist Manuel beisteuert. Leider hört man ihn nur sehr selten wirklich raus. Hier wird sehr viel auf das Profil der Sänger gesetzt. Das ist sehr gefährliches Terrain und kann langfristig ganz schön schief gehen. Im Bereich der Popmusik ist es eine gebräuchliche Strategie den Sänger / die Sängerin ganz weit in den Vordergrund zu setzen. Davon abgesehen können die Lieder nicht wirklich lange fesseln. Es gibt viele Passagen, die durchaus Spaß machen, aber auf lange Zeit gesehen nervt das Album ziemlich schnell. Die Lieder sind einfach sehr flach und auf den schnellen Konsum ausgelegt, was sich natürlich ziemlich früh rächt. Wer die penetrante Stimme von Agata mehr als fünf Durchgänge am Stück aushält, der hat entweder vor gar nichts Angst oder sollte mal zum Ohrenarzt. Die Frau beherrscht ihr Handwerk, das soll hier klargestellt sein. Nur warum nutzt sie immer nur einen Bruchteil ihres Könnens und macht konsequent einen auf Tank-Girl? Das wird doch langweilig.

Die vierte Platte der Österreicher könnte ziemlich erfolgreich werden. Zumindest in den Charts und im Nicht-Metal-Bereich. So schnell wie sie da aber hochgeht, so schnell könnte sie auch wieder weg sein. Wenn man die Band bisher mochte, dann kann man „Explositive“ gerne einem Test unterziehen. Eine Kaufempfehlung kann hier aber nicht ausgesprochen werden.

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