Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Koldbrann: Moribund

Echt, unverfälscht und lupenrein
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 59:52
Release: 02.06.2006
Label: twilight

Das hier ist noch der wahre Black Metal der alten Schule, was Koldbrann hier mit ihrem neuen Album „Moribund“ zelebrieren. Selbst wer die Norweger mit ihrem Erstlingswerk „Nekrotisk Inkvisition“ vielleicht noch unterschätzt haben mag, wird mit diesem Album harsch in seine Schranken verwiesen und auf richtig heftige Weise eines Besseren belehrt. Ohne schnörkelige oder seichte Keyboardeinsätze kommen Koldbrann sehr gut aus. Wer sich jetzt fragt, ob dann die Melodie auf der Strecke geblieben ist, dem sei gesagt: Hinsetzen, Klappe halten & CD hören!

Die Gitarrensektion von Koldbrann setzt hier die Akzente. Seien wir mal ehrlich: Ein Keyboard würde zu Koldbrann mit ihrem echten Black Metal der so oft schon zitierten „räudigen“ Art nun auch gar nicht so recht harmonieren. Fordervelse als Drummer scheint ein echtes Tier zu sein, wenn es in diese hyperschnellen Passagen geht. Mannevord keift mitunter dermaßen giftig ins Micro, dass es einem durch Mark und Bein geht und auch Stian und Kvass geben an ihren Instrumenten alles, um den Black Metal der Marke Koldbrann so richtig in das Gedächtnis der Hörer zu brennen.

Positiv anmerken möchte ich auch noch, dass die Songs des mit fast 60 Minuten langen Albums nicht nur aus Fullspeed oder Midtempo bestehen, sondern die Herren aus dem hohen Norden haben stets das richtige Händchen für die richtige Dosis Abwechslung. So gibt es überraschende Breaks zu midtempotechnischen Parts. Teilweise scheint es auch richtig zu grooven, so z.B. zu Beginn von „Smell of Vitriol“, aber nur solange, bis es so richtig heftig zur Sache geht …

Und die Tatsache, dass die Songs zum Großteil, d.h. bis auf 2 Ausnahmen, in norwegisch gehalten sind, geben den Songs zusätzlich noch eine dunkle, kalte und bedrohliche Ausstrahlung. Meiner Meinung nach kommen die norwegischen Songs sogar besser rüber als die englischen.

Und so, während ich den Klängen des Openers „Alt er Befengt“ lausche, stelle ich mir vor, in einer bitterkalten, stürmischen Nacht an den Ufern eines Fjordes zu stehen … und der nächste Morgen scheint noch sehr fern … bis mir dämmert, dass doch die Wintersonnenwende ansteht und meine Hoffnung schwindet, das Tageslicht je wieder zu sehen ...Auch der Titeltrack „Moribund“ beginnt vergleichsweise groovy und hat auch wieder diese Wechsel von ultraschnellen zu im Midtempo gehaltenen Parts.

Der anfangs recht flotte Song „Av Sjel Stagnert“ beheimatet ab ca. 3:00min einen sehr schönen Midtempo-Instrumentalpart, bevor es kurz vor Songende wieder etwas beschleunigt zur Sache geht. Mit „Til Skiringsheim“ bekommen wir ein Midtempo-Instrumental kredenzt, das die Stimmung und das Niveau dieses Albums weiterhin hält. Hätte man aber auch gut als Outro ganz zum Schluss des Albums ansetzen können, denn kaum, dass man etwas runtergekommen ist, geht´s mit „Fullt Spekter Dominans“ auch schon wieder unermüdlich weiter.

Die Produktion hätte in meinen Augen etwas druckvoller ausfallen können. Wenn es hier, speziell was die Drums angeht, noch eine Spur powervoller zur Sache gegangen wäre, dann wäre es kaum vorstellbar, wie sehr diese Scheibe dann alles und jeden ungespitzt in den Boden rammen würde. Aber trotzdem ein echtes und für dieses Genre gutes Album!

Fazit: „Moribund“ von Koldbrann ist ein echt typisches Stück mit unverfälschtem Black Metal geworden. Wer echten Black Metal mag, bekommt hier von mir die unbedingte und absolute Kaufverpflichtung!

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend