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KMPFSPRT: Gaijin

Abwechslungsreiche Kampfansage
Wertung: 8/10
Genre: Punk
Spielzeit: 37:29
Release: 30.03.2018
Label: People Like You Records

Die Band ohne Vokale meldet sich nach zwei Jahren Plattenabstinenz zurück, was nichts anderes bedeutet als dass KMPFSPRT mit „Gaijin“ ihr drittes Album veröffentlichen. Mit dem Titel „Gaijin“ wählen die Kölner dabei einen Begriff, der im japanischen für „Außenseiter“ steht und der sich für die gesamte Scheibe letztendlich als optimal herausstellt.

KMPFSPRT schieben dem geneigten Hörer elf Songs entgegen, die fast alle mit einer kräftigen Portion Gesellschaftskritik bestückt sind. Die Thematiken reichen hier von Polizeigewalt über mangelnde Empathie bis hin zum wiedererstarkten Nationalismus. Dabei schafft es der Vierer immer wieder ganz tief in der Wunde zu bohren, ohne dabei aber lehrerhaft mit dem Finger zu drohen; und selbst wenn die Lyrics hin und wieder einen gewissen Hang zur Schwarzmalerei besitzen, entdeckt man keine Spur von Verzweiflung oder Aufgabe, vielmehr toben sich KMPFSPRT mit einem gestreckten Mittelfinger und einer „Jetzt erst recht“-Attitüde durch die gute halbe Stunde.

Schon der Einstieg mit „Trümmer“ ist das beste Beispiel, wie man der Umwelt ein Spiegelbild vorhält, ohne gleich in klugscheißende oder belehrende Gefilde abzurücken. So bekommen Doku-Soaps, medienaufgebauschte Hits und soziale Netzwerke gleich mal ihr Fett weg, noch dazu zementieren sich die Gitarrenwände zu Beginn des Titels sofort in den Gehörgängen, wohingegen der Refrain sich mit einer schon als radiotauglichen Eingängigkeit einschmeichelt. Und genau beim Thema Eingängigkeit können sich mal wieder die Geister scheiden – so gut die Stücke auch klingen, ein paar Ecken und Kanten mehr hätten das Album sicher noch interessanter gemacht.  

Nichtsdestotrotz ist den Kölnern allerdings eine ungemein abwechslungsreiche Scheibe gelungen, so geht „Schwarz“ nicht nur gut ins Ohr, sondern trumpft gleich noch mit fetten Chören auf, um gleich darauf vom waschechten Punk-Song „Pauken & Trompeten“ abgelöst zu werden. „Bilderflut“ oder „Ruhe nach dem Sturm“ rocken anständig vor sich hin, während „Château Migraine“ zwar von den Niederschlägen des Lebens berichtet, dafür aber erstaunlich beschwingt um die Ecke kommt.

Gen Ende des Albums können KMPFSPRT gar noch etwas draufpacken, so gleicht „Asche“ einem wilden Ritt, bei dem die rau-rotzige Stimme von Richard Meyer wie Arsch auf Eimer passt. Auch das abschließende Doppel aus „Münchhausen“ und „Herzschrittmacher“ gehört eindeutig zu den Anspieltipps und rangiert in der (persönlichen) Highlight-Liste ganz oben. Als Überwerk möchte man die neue Scheibe jedoch noch nicht einstufen, dazu hat sie im Mittelteil noch zu viel Luft nach oben, selbst wenn „Gaijin“ ohne Komplettausfall auskommt. Trotzdem ist der silberne „Außenseiter“ Freunden des Punkrock wärmsten ans Herz zu legen, immerhin handelt sich um ein abwechslungsreiches und stimmiges Album, welches auch nach einigen Runden keine Langeweile aufkommen lässt und ordentlich Dampf unterm Allerwertesten macht.

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