Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Klimt 1918: Just In Case We'll Never Meet Again

Der Mix macht's
Wertung: 8/10
Genre: Wave/Post Rock
Spielzeit: 50:7
Release: 20.06.2008
Label: Prophecy Productions

Post Rock ist ja momentan im Kommen wie kaum ein anderes Genre. Schöne Sache das! Diese Spielart der Rockmusik hat nämlich keine Grenzen, lädt zum Träumen ein und will dem Hörer selbst noch Raum zur Entfaltung lassen. Viele Bands, die sich einzig und allein den postrockigen Klängen verschrieben haben, verlaufen sich aber auch in end- und gänzlich strukturlosen Arrangements. Der Mix macht's also.

Die Italiener von Klimt 1918, die uns schon 2005 vom deutschen Qualitätslabel Prophecy Productions mit „Dopoguerra“ vorgestellt worden sind, versuchen in ihren einst sehr eingängigen, melancholischen Rock mit Indie-Attitüde nun einige Post Rock- und Shoegaze-Elemente einzubauen. Ob das nun ein Aufspringen auf den beginnenden Trend sein soll, vermag ich nicht zu sagen. Es steht den Jungs aber sehr gut zu Gesicht.

Im Mai 2000 nahm die Band um das Brüderpaar Marco und Paolo Soellner ihre erste Demo „Secession Makes Post-Modern Music“ auf, um dann nach einigen Besetzungswechseln die Alben „Undressed Momento“ (2003) und „Dopoguerra“ (2005) auf den Markt zu werfen und der Presse Lobhudeleien abzuschwatzen. Der italienische Newcomer tourte dann auch recht erfolgreich bis zum heutigen Tage, an dem die Liveauftritte doch etwas rarer gesät sind.

Wie schon angedeutet, schmeißen Klimt 1918 so einige Elemente in den Kessel, um daraus eine schmackhafte, sehnsüchtig-melancholische Suppe zu kochen. Man entdeckt ein wenig Wave, hier und da auch mal ein paar härtere Metal-Gitarren und selbstverständlich die angesprochenen Post Rock-Zutaten, während ein softer Melo-Rock mit kreativem Einsatz percussiver Elemente das Grundgerüst bildet. Man vernimmt kaum einen schiefen oder nicht komplett glatt polierten Ton. Das gesamte fünzig Minuten dauernde Werk wirkt dermaßen geleckt, dass selbst Meister Proper seine liebe Not hätte, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der Sound liegt grob irgendwo zwischen neueren Anathema und iLiKETRAiNS.

Catchy Hooks in „The Breathtaking Days (Via Lactea)“, ausufernde Klangwände in „Skygazer“, balladeske Töne in „Ghost Of A Tape Listener“, bombastischer Pop in „The Graduate“, kreischende Erleuchtung in „Just An Interlude In Your Life“, schon fast Frohsinn in „Just In Case We'll Never Meet Again“, brachiale Intensität in „Suspense Music“, groovender Indie in „Disco Awayness“, treibende Sehnsucht in „Atget“, intensive Melancholie in „All Summer Long“ und waviger Rock in „True Love Is The Oldest Fear“.

„Just In Case We'll Never Meet Again (Music For The Cassette Generation)“ wird in drei Versionen über Prophecy in Deutschland herauskommen. Einerseits gibt es die „normalen“ Versionen im Jewel Case und Digipack, welche auch schon sehr fein aufgemacht sind, dann hat man sich aber noch ein besonderes Schmankerl für die Kassettengeneration ausgedacht: Eine Luxusausgabe mit dem Album auf CD im Digipack und einmal auf einem echten Tape. Wenn das mal nichts für Old School-Fans ist.

Das kleine Facelift steht Klimt 1918 äußerst gut zu Gesicht. Die italienischen Weltuntergangsrocker können ihre postmodernen Texte auch wunderbar mit postrockigen Klängen akzentuieren. Der nötige Schuss Pop kommt dabei auch nicht zu kurz, sodass das Album auch von dem gemeinen Nicht-Prophecy-Hörer gemocht werden kann. Insgesamt ein durchaus nettes Album für die besinnlichen Stunden zwischendurch, auch wenn das Album in keinster Weise leise ist.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna